Dienstag, 26. Mai 2020
Navigation öffnen

Späte Diagnosestellung beim Leberzellkarzinom senkt stark die Überlebensrate

Circa 90% der hepatozellulären Karzinome (HCC) in den Ländern der westlichen Welt entstehen aufgrund einer Leberzirrhose (1). Patienten, bei denen durch Früherkennungsmaßnahmen ein HCC diagnostiziert wird, haben eine wesentlich bessere Prognose (Überlebensrate von über 50%) als Patienten, bei denen erst Symptome und Beschwerden zu einer Diagnosestellung führen (Überlebensraten bei 0-10%) (1).

 

Die Diagnose eines HCC beruht auf pathologischen oder nicht-invasiven Kriterien. Letztere können nur bei zirrhotischen Patienten angewendet werden und sind auf 4-Phase-CT- oder DCI-MRI-Untersuchungen zurückzuführen. Eine Form der Bildgebung ist nach Maßgabe der European Association for the Study of the Liver (EASL)- und der European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC)-Leitlinien bei Läsionen über 1 cm ausreichend, bei unklaren Befunden sollten 2 Untersuchungsmethoden angewendet werden. PET-CT und Kontrast-verstärkter Ultraschall werden aktuell nicht zur Diagnostik empfohlen (EASL-EORTC 2012).

 

Beim HCC hat sich das BCLC (Barcelona-Clinic Liver Cancer)-Staging-System zur Stadieneinteilung, Prognoseabschätzung und Therapieauswahl durchgesetzt.

 

Für eine Resektion sollten nur Patienten mit einem singulären Herd unter 2 cm und einer Child-Pugh-A-Leberzirrhose ausgewählt werden, bei denen zusätzlich noch normales Bilirubin und ein normaler Pfortaderdruck vorliegen. Eine erweiterte Indikationsstellung für Patienten mit ≤ 3 Knoten und einem Durchmesser ≤ 3 cm oder Patienten mit milder portaler Hypertension, die keine Lebertransplantation erhalten können, sollten in prospektiven Studien mit lokal ablativen Verfahren verglichen werden.

 

Die lokal-ablative Therapie mittels Radiofrequenzablation/Perkutane Ethanolinjektion ist Standard für Patienten im BCLC Stadium 0 und A, die keiner chirurgischen Therapie zugänglich sind und für Patienten mit maximal 3 Herden ≤ 3 cm im Durchmesser.

 

Erfahren Sie mehr über die aktuelle Behandlung von hepatozellulären Karzinomen unter www.therapiealgorithmen.com.

Literatur:

(1) http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-053OLl_S3_Hepatozellul%C3%A4res_Karzinom_Diagnostik_Therapie_2013-05.pdf

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren

News

HCC: Vergleich der MAIC-Analyse bestätigt signifikante Verbesserungen des PFS und OS unter Cabozantinib

Im Fachjournal Advances in Therapy wurden Daten aus der MAIC (Matching-Adjusted Indirect Comparison)-Analyse des Vergleichs zwischen Cabozantinib (Cabometyx®) und Regorafenib (Stivarga®) zur Zweitlinienbehandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Leberzellkarzinom (HCC), die zuvor Sorafenib als einzige systemische Therapie erhalten hatten, veröffentlicht. MAIC ist die erste veröffentlichte Analyse, die Wirksamkeit und Sicherheit zweier wichtiger...

HCC: Phase-I/II-Studie zu ABX196 + Nivolumab hat begonnen

Die Medikation des ersten Patienten in einer US-amerikanischen klinischen Phase-I/II-Studie mit ABX196 zur Behandlung von Leberzellkarzinomen (hepatocellular carcinoma, HCC), der häufigsten Form von Leberkrebs, hat begonnen. In dieser Studie wird ABX196, ein Agonist der invarianten natürlichen Killer-T-Zellen (iNKT), zusammen mit dem Checkpoint-Inhibitor Nivolumab (Opdivo®) verabreicht, um die potenziell vorteilhafte Wirkung einer Kombinationstherapie zu untersuchen,...

Videos

  • 0/5 Sternen
    3:01

    Prof. Dr. med. Jörg Trojan, Frankfurt / Prof. Dr. med. Wolf O. Bechstein, Frankfurt 
    Vorschau auf kommende CME-Videos 

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden