Freitag, 26. April 2019
Navigation öffnen

Späte Diagnosestellung beim Leberzellkarzinom senkt stark die Überlebensrate

Circa 90% der hepatozellulären Karzinome (HCC) in den Ländern der westlichen Welt entstehen aufgrund einer Leberzirrhose (1). Patienten, bei denen durch Früherkennungsmaßnahmen ein HCC diagnostiziert wird, haben eine wesentlich bessere Prognose (Überlebensrate von über 50%) als Patienten, bei denen erst Symptome und Beschwerden zu einer Diagnosestellung führen (Überlebensraten bei 0-10%) (1).

 

Die Diagnose eines HCC beruht auf pathologischen oder nicht-invasiven Kriterien. Letztere können nur bei zirrhotischen Patienten angewendet werden und sind auf 4-Phase-CT- oder DCI-MRI-Untersuchungen zurückzuführen. Eine Form der Bildgebung ist nach Maßgabe der European Association for the Study of the Liver (EASL)- und der European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC)-Leitlinien bei Läsionen über 1 cm ausreichend, bei unklaren Befunden sollten 2 Untersuchungsmethoden angewendet werden. PET-CT und Kontrast-verstärkter Ultraschall werden aktuell nicht zur Diagnostik empfohlen (EASL-EORTC 2012).

 

Beim HCC hat sich das BCLC (Barcelona-Clinic Liver Cancer)-Staging-System zur Stadieneinteilung, Prognoseabschätzung und Therapieauswahl durchgesetzt.

 

Für eine Resektion sollten nur Patienten mit einem singulären Herd unter 2 cm und einer Child-Pugh-A-Leberzirrhose ausgewählt werden, bei denen zusätzlich noch normales Bilirubin und ein normaler Pfortaderdruck vorliegen. Eine erweiterte Indikationsstellung für Patienten mit ≤ 3 Knoten und einem Durchmesser ≤ 3 cm oder Patienten mit milder portaler Hypertension, die keine Lebertransplantation erhalten können, sollten in prospektiven Studien mit lokal ablativen Verfahren verglichen werden.

 

Die lokal-ablative Therapie mittels Radiofrequenzablation/Perkutane Ethanolinjektion ist Standard für Patienten im BCLC Stadium 0 und A, die keiner chirurgischen Therapie zugänglich sind und für Patienten mit maximal 3 Herden ≤ 3 cm im Durchmesser.

 

Erfahren Sie mehr über die aktuelle Behandlung von hepatozellulären Karzinomen unter www.therapiealgorithmen.com.

Literatur:

(1) http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-053OLl_S3_Hepatozellul%C3%A4res_Karzinom_Diagnostik_Therapie_2013-05.pdf

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren
Anzeige:

News

Krebsoperationen: Minimalinvasive Verfahren möglich

Gallenblase und Blinddarm entfernen heute die meisten Chirurgen ohne langen Schnitt. Nun zeichnet sich in der Medizin ein weiterer Paradigmenwechsel ab: Immer mehr Studien belegen, dass minimalinvasive Operationen auch bei bösartigen Erkrankungen einerseits zu besseren Ergebnissen führen als offene Eingriffe, was den frühen Verlauf nach der Operation betrifft. Andererseits werden auch keine Nachteile beim Langzeitüberleben beobachtet. „Voraussetzung ist ausreichend...

Inoperables HCC: Erstlinienbehandlung mit RTK-Inhibitor

Der Wirkstoff Lenvatinib als Monotherapie ist eine neue Option in der Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patienten mit einem fortgeschrittenen oder inoperablen HCC, die zuvor noch keine systemische Therapie erhalten haben. Der oral zu verabreichende Rezeptor-Tyrosinkinase-Inhibitor (RTK-Inhibitor) wurde im August 2018 in Europa auf Basis der REFLECT-Studie in dieser Indikation zugelassen (1,2). Er ist seit 10 Jahren die erste neue systemische Therapieoption in dieser Indikation, die im...

RNA-Editierung: Risikoarme Reparatur fehlerhafter genetischer Information

Die Anwendung der Crispr/Cas-Methode beim Menschen, bei der mit einer Art Genschere die DNA dauerhaft verändert wird, steht stark in der Kritik. Zwar ist die Methode prinzipiell zur Gentherapie bei erblichen Krankheiten geeignet. Wenn bei der Behandlung jedoch Fehler auftreten, bleiben diese in der DNA verankert und werden an Nachkommen weitergegeben. Prof. Dr. Thorsten Stafforst vom Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen arbeitet gemeinsam...

Phase-II-Studie: Perioperative Immuntherapie mit Nivolumab +/- Ipilimumab beim resezierbaren HCC ist sicher

Beim Leberkarzinom (HCC) ist die chirurgische Resektion mit hohen Rezidivraten assoziiert und bisher gibt es noch keine effektiven neoadjuvanten oder adjuvanten Therapien. Eine randomisierte, offene, Phase-II-Studie (NCT03222076) untersuchte den Anti-PD-1-Antikörper Nivolumab alleine und in Kombination mit dem Anti-CTLA-4-Antikörper Ipilimumab als perioperative Immuntherapie beim resezierbaren HCC.

Videos

  • 0/5 Sternen
    3:01

    Prof. Dr. med. Jörg Trojan, Frankfurt / Prof. Dr. med. Wolf O. Bechstein, Frankfurt 
    Vorschau auf kommende CME-Videos