Sonntag, 25. Oktober 2020
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Späte Diagnosestellung beim Leberzellkarzinom senkt stark die Überlebensrate

Circa 90% der hepatozellulären Karzinome (HCC) in den Ländern der westlichen Welt entstehen aufgrund einer Leberzirrhose (1). Patienten, bei denen durch Früherkennungsmaßnahmen ein HCC diagnostiziert wird, haben eine wesentlich bessere Prognose (Überlebensrate von über 50%) als Patienten, bei denen erst Symptome und Beschwerden zu einer Diagnosestellung führen (Überlebensraten bei 0-10%) (1).

 

Die Diagnose eines HCC beruht auf pathologischen oder nicht-invasiven Kriterien. Letztere können nur bei zirrhotischen Patienten angewendet werden und sind auf 4-Phase-CT- oder DCI-MRI-Untersuchungen zurückzuführen. Eine Form der Bildgebung ist nach Maßgabe der European Association for the Study of the Liver (EASL)- und der European Organization for Research and Treatment of Cancer (EORTC)-Leitlinien bei Läsionen über 1 cm ausreichend, bei unklaren Befunden sollten 2 Untersuchungsmethoden angewendet werden. PET-CT und Kontrast-verstärkter Ultraschall werden aktuell nicht zur Diagnostik empfohlen (EASL-EORTC 2012).

 

Beim HCC hat sich das BCLC (Barcelona-Clinic Liver Cancer)-Staging-System zur Stadieneinteilung, Prognoseabschätzung und Therapieauswahl durchgesetzt.

 

Für eine Resektion sollten nur Patienten mit einem singulären Herd unter 2 cm und einer Child-Pugh-A-Leberzirrhose ausgewählt werden, bei denen zusätzlich noch normales Bilirubin und ein normaler Pfortaderdruck vorliegen. Eine erweiterte Indikationsstellung für Patienten mit ≤ 3 Knoten und einem Durchmesser ≤ 3 cm oder Patienten mit milder portaler Hypertension, die keine Lebertransplantation erhalten können, sollten in prospektiven Studien mit lokal ablativen Verfahren verglichen werden.

 

Die lokal-ablative Therapie mittels Radiofrequenzablation/Perkutane Ethanolinjektion ist Standard für Patienten im BCLC Stadium 0 und A, die keiner chirurgischen Therapie zugänglich sind und für Patienten mit maximal 3 Herden ≤ 3 cm im Durchmesser.

 

Erfahren Sie mehr über die aktuelle Behandlung von hepatozellulären Karzinomen unter www.therapiealgorithmen.com.

Literatur:

(1) http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-053OLl_S3_Hepatozellul%C3%A4res_Karzinom_Diagnostik_Therapie_2013-05.pdf

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    Prof. Dr. med. Jörg Trojan, Frankfurt / Prof. Dr. med. Wolf O. Bechstein, Frankfurt 
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