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Medizin
18. Februar 2021
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Leberzellkarzinom: Präklinische Studie mit induzierter Lipotoxizität erfolgreich

Am Universitätsklinikum Tübingen untersuchte eine präklinische Studie einen neuen Therapieansatz zur induzierten Lipotoxizität, der darauf abzielt, Therapieresistenzen beim Leberzellkarzinom zu überwinden. Die neue Studie mit dem Originaltitel „LXRα activation and Raf inhibition trigger lethal lipotoxicity in liver cancer” ist in „Nature Cancer“ erschienen.
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Beim neuen Ansatz wird therapeutisch in den Fettstoffwechsel der Tumorzellen eingegriffen. Durch Aktivierung des LXRα Proteins kommt es zu einer Steigerung der Fettsäuresynthese. Diese kann zunächst von der Tumorzelle toleriert werden, weil anfallende gesättigte Fettsäuren kontinuierlich durch das Enzym Stearoyl-CoA desaturase-1 (SCD1) zu ungesättigten Fettsäuren umgewandelt werden.

Wird jedoch gleichzeitig ein zweites Protein, die Raf-1 Kinase, gehemmt, so kommt es in der Tumorzelle zu einer Anreicherung von gesättigten Fettsäuren, welche von der Tumorzelle nicht toleriert werden kann und zur Apoptose der Tumorzelle führt. Von besonderer Bedeutung ist die Tatsache, dass das neue Therapiekonzept eine starke Wirksamkeit gegen das Leberzellkarzinom aufweist, welches durch Leberverfettung (NASH) hervorgerufen wird. Klinische Studien haben gezeigt, dass diese NASH-HCCs mit derzeit verfügbaren zielgerichteten oder Immuntherapien nur schwer zu beherrschen sind.

Mit den vielversprechenden präklinischen Daten blickt Prof. Dr. Lars Zender hoffnungsvoll in die Zukunft: „Das Leberzellkarzinom ist bereits ein globales Problem und die Inzidenz wird durch Fettlebererkrankungen in den nächsten Dekaden weiter ansteigen. Unser neues Therapieverfahren muss jetzt bis zur klinischen Anwendung weiterentwickelt und nachfolgend in einer klinischen Studie getestet werden.“

Dr. Daniel Dauch betont, dass Tübingen der ideale Standort ist, um das neuartige Therapieverfahren bis zur klinischen Anwendung zu entwickeln: „Durch das starke Umfeld mit international kompetitiver Krebsforschung im onkologischen Exzellenzcluster iFIT und der Benennung Tübingens als Standort im Nationalen Zentrum für Tumorerkrankungen (NCT) liegen optimale Bedingungen für translationale Krebsforschung und Testung neuer Therapieverfahren im Rahmen früher klinischer Studien vor.“

Quelle: Universitätsklinikum Tübingen


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