Journal Onkologie

Aktuelles

Erkrankte mit Hormonrezeptor-positivem/HER2-negativem frühem Mammakarzinom (HR+/HER2- eBC) mit erhöhtem Rückfallrisiko profitieren von der Ergänzung der adjuvanten endokrinen Therapie (ET) mit einem CDK4/6-Inhibitor (CDK4/6i). So verbesserte die Kombination aus Aromataseinhibitor (AI) und Ribociclib in der Phase-III-Studie NATALEE das Überleben ohne invasive Erkrankung (iDFS) gegenüber einem alleinigen AI signifikant (1). Beim Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 wurden nun Daten zur prognostischen und prädiktiven Bedeutung der Genexpressionsergebnisse der Erkrankten zu Therapiebeginn (baseline) präsentiert (2). Die Analyse der größten Datensammlung aus Tumorproben einer Studie zur adjuvanten CDK4/6i-Therapie beim HR+/HER2– eBC unterstrich den therapeutischen Nutzen der Behandlung mit Ribociclib und ET über verschiedene HR+/HER2– eBC-Populationen hinweg.
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Erkrankte mit neu diagnostiziertem aggressivem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) oder Hochrisiko-B-Zell-Lymphom (HGBL) profitieren von einem längeren progressionsfreien Überleben (PFS), wenn das bewährte Regime R-CHOP* durch den humanisierten, Fc-modifizierten, zytolytischen CD19-spezifischen Antikörper Tafasitamab zusammen mit dem Immunmodulator Lenalidomid ergänzt wird. Das ist das Ergebnis der Phase-III-Studie frontMIND, die bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 präsentiert wurde (1). Es handelt sich erst um die zweite Studie in 25 Jahren, die im Phase-III-Setting einen Vorteil gegenüber dem globalen Erstlinienstandard R-CHOP zeigen konnte. Die Ergebnisse sind auch deshalb bemerkenswert, weil die Studienpopulation ein hoch-intermediäres oder hohes Risikoprofil aufweist – eine Population also, die üblicherweise ungünstige Outcomes aufweist.
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Die internationale randomisierte Nicht-Unterlegenheitsstudie SENOMAC evaluierte, ob Patientinnen mit primärem Brustkrebs jeglicher Größe (T1-T3) und 1-2 Sentinel-Lymphknoten (SLN) mit Makrometastasen > 2 mm (n=2.540) eine ausgeprägtere axilläre Chirurgie in Form einer axillären Lymphknotendissektion (ALND) benötigen oder darauf verzichtet werden kann. Eingeschlossen waren neben brusterhaltend Operierten auch Erkrankte nach Mastektomie sowie solche mit Tumoren > 5 cm Durchmesser, für die bislang Evidenz für einen ALND-Verzicht fehlte. Bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 wurde die Analyse für den primären Endpunkt Gesamtüberleben (OS) vorgestellt, die keine Unterlegenheit für den ALND-Verzicht hinsichtlich des 5-Jahres-OS ergab (1); im Vorfeld war dies bereits für das 5-Jahres-krankheitsfreie Überleben gezeigt worden (2). Damit kann Erkrankten mit geringem Sentinel-Lymphknotenbefall unabhängig von der Art der Brustoperation die zusätzliche Morbidität durch eine ALND bei gleicher onkologischer Sicherheit erspart werde – allerdings im Kontext einer adjuvanten lokoregionären Strahlentherapie.
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Die Zahl der verfügbaren Therapien beim rezidivierten/refraktären multiplen Myelom (RRMM) wächst. Damit steigt auch die Herausforderung, die Therapiesequenzen sinnvoll zu gestalten. Welche Rolle spielen dabei Leitlinien und Real-world-Daten – und wo ist jenseits von CAR-T-Zellen und bispezifischen Antikörpern noch therapeutischer Spielraum? Welchen Stellenwert hat ein Peptid-Drug-Konjugat (PDC), das unabhängig von Antigenen wie BCMA oder GPRC5D wirkt? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines von Oncopeptides unterstützten Expertensymposiums im Rahmen des Treffens des European Myeloma Network (EMN).
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Gesundheitspolitik

Konzept für Pflegereform von Bundesgesundheitsministerin Warken verzögert sich

Das von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) angekündigte Reformkonzept für die Pflegeversicherung verzögert sich. „Wir sind dabei schon weit vorangekommen, aber ein paar Detailfragen sind noch offen", sagte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage in Berlin. Über diese werde regierungsintern diskutiert, dann werde es schnellstmöglich vorgelegt. Einen Zeitplan nannte der Sprecher mit Verweis auf laufende Abstimmungen nicht. Es gehe um eine große Reform mit finanziellen wie strukturellen Themen.
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Endometriumkarzinom
Das Foto zeigt den Körper einer Ärztin mit weißem Kittel, Stethoskop und einer Tafel, die sie in der linken Hand mit blau lackierte Fingernägeln hält. Auf dieser steht "Endometrial Cancer".
ASCO 2026

Langzeitüberleben mit hoher Heilungsrate unter Dostarlimab + Chemotherapie beim dMMR/MSI-H Endometriumkarzinom

Beim primär fortgeschrittenen oder rezidivierten Endometriumkarzinom (EC) ist eine Erstlinientherapie mit der Kombination aus Chemotherapie und Immuncheckpoint-Inhibitor (ICI) alleiniger Chemotherapie überlegen. So verlängerte der ICI Dostarlimab zusammen mit Carboplatin/Paclitaxel in diesem Setting das progressionsfreie Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) gegenüber Placebo plus Carboplatin/Paclitaxel, mit besonderen Überlebensvorteilen und verbesserter Lebensqualität für die Population mit Defizienz der Mismatch-Reparatur (dMMR) bzw. hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H) (1, 2). Eine bei dem Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 vorgestellte 4-Jahresanalyse der Phase-III-Studie RUBY (NCT03981796) bestätigte für diese Patientinnen erneut anhaltende Remissionen und Langzeitüberleben – mit hohem kurativem Potenzial, bestätigt durch ein sogenanntes Mixture Cure Model (3).
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Dermatologische Tumoren
ASCO 2026

Melanom mit asymptomatischen Hirnmetastasen: Korrelation von 10-Jahres-Überleben und zellfreier DNA-Methylierung

Die Ergebnisse der auf dem ASCO-Kongress 2026 präsentierten Phase-III-Studie NIBIT-M2 zeigen erstmals 10-Jahres-Daten für Melanom-Patient:innen mit asymptomatischen Hirnmetastasen unter dualer Checkpoint-Blockade: 31% der mit Ipilimumab (I) + Nivolumab (N) behandelten Patient:innen leben nach 10 Jahren noch. Plasmabasierte Biomarker wie Tumorfraktion und tumorspezifischer Methylierungs-Score könnten künftig helfen, Langzeitüberlebende frühzeitig zu identifizieren [1].
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Gesundheitspolitik

Geflüchtete stoßen auf Hürden bei Arztbesuchen

Wer nach Deutschland flüchtet, stößt vor allem in den ersten Jahren nach der Ankunft auf Hürden beim Zugang zur Gesundheitsversorgung. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), für die in den Jahren 2023 und 2024 Geflüchtete, die zwischen 2013 und 2022 eingereist waren, befragt wurden. Neben langen Wartezeiten erschwerten auch finanzielle Belastungen und teils große Entfernungen eine rasche Behandlung. Zudem fällt es vielen Geflüchteten demnach schwer, sich im deutschen Gesundheitssystem zu orientieren.
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Mammakarzinom
DESTINY-Breast09-Subanalyse: Therapieansprechen und Sicherheit unter Trastuzumab Deruxtecan beim HER2-positiven Mammakarzinom
ASCO 2026

DESTINY-Breast09-Subanalyse: Therapieansprechen und Sicherheit unter Trastuzumab Deruxtecan beim HER2-positiven Mammakarzinom

Eine explorative Analyse der Phase-III-Studie DESTINY-Breast09, präsentiert auf dem ASCO-Kongress 2026, untersucht den Zusammenhang zwischen Therapieansprechen und klinischen Outcomes bei Patientinnen mit HER2-positivem fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom unter Erstlinientherapie mit Trastuzumab Deruxtecan (T-DXd) plus Pertuzumab (P). Ziel der auf dem ASCO 2026 vorgestellten Analyse war es zu klären, ob Tiefe und Dauer des Ansprechens mit dem progressionsfreien Überleben und der Sicherheit assoziiert sind.
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Medizin
Chemotherapie-induzierte Myelosuppression: Wenn die Chemotherapie das Knochenmark schädigt

Chemotherapie-induzierte Myelosuppression: Wenn die Chemotherapie das Knochenmark schädigt

„Eine intensive Chemotherapie tötet einerseits effektiv die Tumorzellen, kann andererseits auch im Knochenmark das blutbildende System schädigen“, erläuterte Prof. Dr. med. Christian Grohé, Berlin, im Rahmen einer Presseveranstaltung. Dies führe zu einer Myelosuppression, die mit ausgeprägten Anämien, Neutropenien und Thrombozytopenien einhergehen kann. Fatigue, Atemnot sowie ein erhöhtes Infektions- und Blutungsrisiko können die Folgen sein [1], bestätigte auch Dr. med. Jens Kisro, Lübeck. Die Chemotherapie-induzierte Myelosuppression (CIM) stelle eine sehr häufige Nebenwirkung antitumoraler Behandlungen, unter anderem beim kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC) dar [2]. Die beiden Experten beleuchteten bei der Presse-Veranstaltung zudem die Konsequenzen einer CIM sowohl für Patient:innen als auch Ärzt:innen und diskutierten zur Supportiv-Therapie beim SCLC.
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Medizin
BRAF-V600E-mutiertes mCRC: CHMP empfiehlt Encorafenib plus Cetuximab und mFOLFOX6 als Erstlinientherapie

BRAF-V600E-mutiertes mCRC: CHMP empfiehlt Encorafenib plus Cetuximab und mFOLFOX6 als Erstlinientherapie

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine positive Stellungnahme zur Zulassung von Encorafenib in Kombination mit Cetuximab und FOLFOX (Fluorouracil, Leucovorin und Oxaliplatin) für die Erstlinienbehandlung erwachsener Patient:innen mit BRAF-V600E-mutiertem metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC) abgegeben. Die Entscheidung der Europäischen Kommission wird noch in diesem Jahr erwartet.
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Medizin
Cochrane Review: PSA-Screening senkt wahrscheinlich die Sterblichkeit durch Prostatakrebs

Cochrane Review: PSA-Screening senkt wahrscheinlich die Sterblichkeit durch Prostatakrebs

Ein aktualisierter Cochrane-Review zeigt: Bluttests zur Früherkennung möglicher Anzeichen von Prostatakrebs senken innerhalb der untersuchten Zeitspanne von 23 Jahren wahrscheinlich das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben. Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Männern. Ob die Tests auf das Prostata-spezifische Antigen (PSA) zur Früherkennung von Prostatakrebs mehr Nutzen als Schaden bringen, wird auch hierzulande seit Jahren kontrovers diskutiert.
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Medizin
JOURNAL HÄMATOLOGIE

G-BA erkennt beträchtlichen Zusatznutzen für Asciminib bei CML an

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat im Rahmen der frühen Nutzenbewertung einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen für Asciminib zur Behandlung neudiagnostizierter erwachsener Patient:innen mit Philadelphia-Chromosom-positiver chronischer myeloischer Leukämie in der chronischen Phase (Ph+ CML-CP) zuerkannt [1]. Ein beträchtlicher Zusatznutzen beschreibt eine deutliche, bisher nicht erreichte Verbesserung des therapierelevanten Nutzens eines Medikaments im Vergleich zu einer etablierten Standardtherapie [2].
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O-Ton Onkologie Staffel 9

Kindertrauer

Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt oder stirbt, bricht für Kinder eine Welt zusammen. Doch wie viel Wahrheit verträgt ein Kind? Und wie findet man die richtigen Worte, wenn man selbst kaum sprechen kann? In dieser Folge von O-Ton Onkologie spricht Dr. Astrid Heinl mit Tanja Hagl, Fachkraft für Palliativpflege und Hospizarbeit sowie Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche beim Christophorus Hospizverein Erding, über den einfühlsamen Umgang mit Kindertrauer und warum offene, ehrliche Kommunikation der wichtigste Schutz ist, den Erwachsene Kindern in dieser Zeit geben können.
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Gesundheitspolitik

Pflegekassen rechnen mit einer Milliarde Euro Defizit

Die Finanzlage der gesetzlichen Pflegeversicherung hat sich seit Jahresanfang nach neuen Zahlen weiter verschlechtert. Im ersten Quartal habe die Pflegeversicherung ein Minus von 667 Milliionen Euro verzeichnet, obwohl sie gleichzeitig 800 Millionen Euro aus einem Darlehen bekommen habe, teilte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) mit, der auch die Pflegekassen vertritt. Für dieses Jahr rechnet er nun mit einem Defizit von einer Milliarde Euro. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet. Vor rund drei Monaten hatte der Verband für 2026 noch einen Überschuss von 400 Millionen Euro erwartet.
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