Journal Onkologie

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Fünf immunmodulatorische Metaboliten des Darmmikrobioms waren prädiktiv für die Ergebnisse nach einer allo­genen Stammzelltransplantation (alloSCT) bei Patient:innen mit hämatologischen Neoplasien, wie unsere Studie zeigen konnte [1, 2]. Die 5 Metaboliten waren signifikant mit dem Gesamtüberleben (OS) und dem Rezidivrisiko 2 Jahre nach alloSCT verbunden. Ein daraus entwickelter Risiko-Index könnte zukünftig genutzt werden, um Mikrobiom-basierte, prädiktive Tests für das Ansprechen auf eine Immuntherapie zu entwickeln.
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Myelodysplastische Neoplasien (MDS) sind klonale Erkrankungen der hämatopoetischen Stammzellen, die durch ineffektive Hämatopoese, Zytopenien und Dysplasien sowie ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer akuten myeloischen Leukämie (AML) gekennzeichnet sind. Die Erkrankung betrifft vorwiegend ältere Erwachsene mit einem medianen Erkrankungsalter von ≥ 70 Jahren. Bei jüngeren Patient:innen unter 50 Jahren treten MDS deutlich seltener auf, weshalb für diese Altersgruppe nur wenige Daten vorliegen. Jüngere Patient:innen weisen jedoch häufig spezifische klinische, genetische und prognostische Besonderheiten auf. Gerade bei de novo diagnostizierten MDS in dieser Altersgruppe sollte eine umfassende genetische Diagnostik erfolgen, um mögliche Keimbahnmutationen zu identifizieren, wie sie im Rahmen hereditärer Prädispositionssyndrome vorkommen können. Solche genetischen Veränderungen können nicht nur die Prognose und das Ansprechen auf Therapien beeinflussen, sondern auch für die familiäre Beratung und das Spenderscreening im Rahmen einer allogenen Stammzelltransplantation (alloSCT) relevant sein.
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Die Zerstörung des Skelettsystems beim Multiplen Myelom (MM) entsteht durch die Wechselwirkung zwischen Tumor- und Knochenzellen. Dadurch entwickeln sich molekulare und mikrostrukturelle Veränderungen der Knochensubstanz, die bereits in frühen Stadien der Erkrankung nachgewiesen werden können. Während chemo- und immuntherapeutische Behandlungsstrategien beim MM die Tumorzellen im Knochenmark immer effektiver beseitigen, bleiben die zerstörten Knochenstrukturen erhalten und zeigen häufig keine Zeichen der Regeneration. Das bedeutet, dass Patient:innen mit MM von Beginn an ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche haben, und dass dadurch Mortalität und Morbidität ansteigen. Ob eine Regeneration des Knochens wie bei Knochenbrüchen Gesunder bei Patient:innen mit MM durch biophysikalische Stimulation in Form von bewegungstherapeutischen Interventionen angestoßen werden kann, ist Gegenstand aktueller präklinischer und klinischer Untersuchungen.
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Schilddrüsenkarzinom
3D-Darstellung von Schilddrüsenkrebs, blauer Mensch vor schwarzem Hintergrund

Schilddrüsenkarzinome: klinisch-onkologischer Überblick über Differenzierung, Diagnostik und Therapie

Maligne Schilddrüsenerkrankungen sind selten, werden aber aufgrund der häufig frühen Diagnosestellung und der hohen Langzeitprävalenz regelmäßig in der onkologischen Versorgung gesehen. Deutsche Registerdaten zeigen bei Erstdiagnose überwiegend frühe Stadien (UICC I: 88% bei Frauen, 75% bei Männern) [1]. Für alle Schilddrüsenkarzinome zusammen sind die relativen 5-Jahres-Überlebensraten hoch, während gering differenzierte Schilddrüsenkarzinome (PDTC), differenzierte high-grade Schilddrüsenkarzinome (DHGTC) und insbesondere anaplastische Schilddrüsenkarzinome (ATC) eine deutlich ungünstigere Biologie aufweisen. Die Differenzierung der Entitäten ist daher prognostisch und therapeutisch leitend und sollte interdisziplinär (Tumorboard) in Diagnostik- und Therapiewege übersetzt werden. Differenzierte Schilddrüsenkarzinome (DTC) werden in papilläre (PTC), follikuläre (FTC) und onkozytäre (OTC) Karzinome unterteilt. Risikoadaptierte Chirurgie und ggf. Radioiodtherapie sind zentrale Säulen der Therapie. DHGTC, PDTC und insbesondere ATC erfordern eine rasche interdisziplinäre, meist multimodale Strategie inklusive Molekularpathologie. Medulläre Schilddrüsenkarzinome (MTC) werden primär kurativ operiert. Calcitonin (Ctn) ist der führende Tumormarker und lenkt OP-Zeitpunkt, -Ausmaß und Nachsorge.
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Urologische Tumoren
Ärztin zeigt mit Finger auf eine handgemalte Darstellung des Urogenitaltrakts

Präzisionsonkologie beim Urachuskarzinom: Molekulare Charakterisierung als Schlüssel zur personalisierten Therapie

Die systemische Therapie des Urachuskarzinoms (UrC) stellt aufgrund der Seltenheit der Erkrankung und der begrenzten hochrangigen Evidenz weiterhin eine Herausforderung dar. Obwohl die klinische Erfahrung mit systemischen Therapien zunimmt, sind prospektive Studiendaten selten und häufig limitiert. Diese Übersichtsarbeit gibt einen Überblick über systemische Therapieoptionen beim fortgeschrittenen UrC mit besonderem Fokus auf zielgerichtete Therapien. Retrospektive Metaanalysen sowie eine kürzlich publizierte prospektive Studie belegen die Wirksamkeit einer Platin/​5-Fluorouracil (5-FU)-Kombinationschemotherapie als Erstlinientherapie. Fallberichte und kleine Fallserien deuten darauf hin, dass präzisionsonkologische Ansätze bei ausgewählten Patient:innen wirksam sein können.
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d-uo
Die multiparametrische Magnetresonanz­tomographie der Prostata

Die multiparametrische Magnetresonanztomographie der Prostata: soll, soll, soll

Das Prostatakarzinom ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung des Mannes in Deutschland [1]. Im Jahr 2023 wurden 79.610 Neuerkrankungen (mittleres Erkrankungsalter: 71 Jahre) und 15.196 Todesfälle (mittleres Sterbealter: 82 Jahre) registriert. Trotz dieser hohen Inzidenz und Mortalität existierte bis 2022 kein tumorspezifisches Register zur systematischen Erfassung der ambulanten Versorgungssituation. Diese fehlende Datenbasis stellte eine wesentliche Limitation für die urologische Versorgungsforschung dar. Vor diesem Hintergrund initiierten die Deutschen Uro-Onkologen (d-uo) im Oktober 2022 das Nationale Register Prostatakarzinom (ProNAT). Ziel des Registers ist die Generierung belastbarer Versorgungsdaten, deren wissenschaftliche Analyse sowie die kontinuierliche Qualitätssicherung und Optimierung der Behandlung von Patienten mit Prostatakarzinom in der ambulanten Versorgung [2-4]. Im Folgenden befindet sich eine Übersicht über aktuelle Empfehlungen und von d-uo erhobene Daten bzgl. der Anwendung der multiparametrischen Magnetresonanztomographie (mpMRT) beim Prostatakarzinom.
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Urothelkarzinom
Optimierte Therapiesequenzen beim UC: Vom lokalisierten bis zum metastasierten Stadium

Optimierte Therapiesequenzen beim UC: Vom lokalisierten bis zum metastasierten Stadium

Beim muskelinvasiven Urothelkarzinom (MIUC) steht ein Paradigmenwechsel bevor. Aktuelle Phase-III-Studiendaten etablieren neue Therapiestandards und erweitern das Behandlungsspektrum erstmals auch auf Cisplatin-ungeeignete Patient:innen. Die Kombination aus Immuncheckpoint-Inhibitoren und Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) verändert die perioperative und die Erstlinientherapie im metastasierten Stadium grundlegend. Diese aktuellen Entwicklungen beim Urothelkarzinom (UC) wurden von Prof. Dr. Anja Lorch, Zürich, Schweiz, im Rahmen des Online-Seminars „expanda Onkologie" präsentiert.
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BNGO
ESMO 2025 in Berlin – Highlights zu gynäkoonkologischen Tumoren für die Praxis
Interview mit Dr. med. Steffi Busch, Mühlhausen

ESMO 2025 in Berlin – Highlights zu gynäkoonkologischen Tumoren für die Praxis

Bereits in der Ausgabe 12/2025 haben wir die Highlights vom ESMO 2025 in Berlin zum Mammakarzinom aus Sicht des niedergelassenen Gynäko-Onkologen und BNGO-Vorstandsmitglieds mit Dr. Steffen Wagner, Saarbrücken, vorgestellt und diskutiert. Heute kommentiert BNGO-Vorstandsmitglied Dr. Steffi Busch, niedergelassene gynäkologische Onkologin aus Mühlhausen, für uns weitere wichtige Studienergebnisse vom ESMO zum Ovarial-, Endometrium- und Zervixkarzinom und eine interessante retrospektive Analyse der AGO zum Vulvakarzinom.
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NSCLC
PD-1-Inhibition beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom
PD-1-Inhibition beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom

Neues 5-Jahres-Update belegt: Überzeugende Langzeitwirksamkeit von Cemiplimab in der Kombination – insbesondere bei plattenepithelialer Histologie

Beim Kongress der europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie – Immunonkologie (ESMO-IO) im Dezember 2025 in London wurden erstmals die 5-Jahres-Daten der histologischen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC)-Subgruppen aus der Kombinationsstudie EMPOWER-Lung 3 (Cemiplimab + Chemotherapie (CTx) vs. CTx bei Programmierter Zelltod Ligand-1 (PD-L1) ≥ 1%) vorgestellt [1]. Die Kombinationstherapie mit Cemiplimab verdreifachte dabei fast die 5-Jahres-Überlebensrate im Vergleich zu alleiniger CTx [1]. Damit liegen für Cemiplimab nun 2 große Phase-III-Studien mit Langzeitdaten zur Mono- und Kombinationstherapie beim fortgeschrittenen NSCLC vor. Cemiplimab überzeugte in beiden Studien in der Subgruppe mit plattenepithelialer Histologie (sqNSCLC) – ein historisch eher schwer zu therapierendes Kollektiv [4-7].
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Hämatologie
Sekundäre Immundefekte (SID) bei hämatologischen Neoplasien
Sekundäre Immundefekte (SID) bei hämatologischen Neoplasien

Erhöhtes Infektionsrisiko erkennen und reduzieren

Moderne immun-onkologische Therapeutika von bispezifischen Antikörpern bis CAR-T-Zellen stellen einen enormen Fortschritt in der Behandlung hämatologischer Neoplasien dar  – gehen aber mit einem breiteren Spektrum an sekundären Immundefekten (SID) einher [1, 2]. Umso wichtiger ist es, diese frühzeitig zu identifizieren und gegenzusteuern. Ein Baustein hierfür: die Substitution mit intravenösen Immunglobulinen (IVIg) [3].
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NSCLC
EGFR-mutiertes NSCLC: Osimertinib überzeugt als Kombinationstherapie mit langfristiger Wirksamkeit
EGFR-mutiertes NSCLC

Osimertinib überzeugt als Kombinationstherapie mit langfristiger Wirksamkeit

Die finalen Daten zum Gesamtüberleben (sekundärer Endpunkt, OS) der FLAURA2-Studie belegen, dass Betroffene mit fortgeschrittenem EGFR-mutiertem (EGFRm) nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) durch die Erstlinien- Kombination aus dem Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) der 3. Generation Osimertinib mit Platin-Pemetrexed Chemotherapie (CTx) im Vergleich zur Osimertinib-Monotherapie ein signifikant längeres OS erreichten [1]. Die Deutschen Leitlinien tragen diesem Wirksamkeitsvorteil bei, indem sie die intensivierte Kombinationstherapie empfehlen – insbesondere für Patient:innen mit ungünstiger Prognose aufgrund von ZNS-Metastasen [2].
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Hämatologie
Microscopic view of bone marrow slide feature are suggestive Multiple myeloma, also known as myeloma, is a type of bone marrow cancer.
Multiples Myelom

Therapiemanagement bei gegen BCMA gerichteten bispezifischen Antikörpern in Klinik und Praxis

Das Vorrücken neuer Substanzen in die frühen Therapielinien beim Multiplen Myelom (MM) hat zu einem Wandel auch inder Rezidivtherapie des rezidivierten/refraktären MM (RRMM) geführt. Hier stehen heute mit bispezifischen Antikörpern (BsAB) wie z.B. Elranatamab effektive Medikamente mit innovativem Wirkmechanismus zur Verfügung. Auf einem Workshopim Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) 2025 in Köln diskutierten Myelom-Expert:innen über das Management in der Therapie mit BsAB und das optimale Vorgehen bei potenziellen Nebenwirkungen, um Patient:innen bestmöglich durch die Behandlung zu begleiten. So lassen sich Therapieverzögerungen und -pausen vermeiden, die den Therapieerfolg beeinträchtigen könnten.
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