Journal Onkologie

Aktuelles | Beiträge ab Seite 2

Die Therapielandschaft bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) wird immer komplexer. Die Abwendung von Chemotherapien ist seit Jahren im Gang, und in der Erstlinientherapie gibt es eine Reihe von Optionen, die teilweise eine Dauertherapie, teilweise aber auch bereits zeitlich limitierte Protokolle vorsehen. Dass diese beiden Strategien im Ergebnis gleichwertig sind, zeigt eine deutsche Phase-III-Studie, die beim ASH 2025 in Orlando vorgestellt wurde [1].
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BNGO
Ärztin mit Stethoskop und rosa Schleife

SABCS 2025 – Highlights zur Systemtherapie des Mammakarzinoms für die gynäko­-onkologische Praxis

Vom 09. bis 12. Dezember 2025 trafen sich in San Antonio, USA, internationale Brustkrebsexpert:innen, Patientenvertreter:innen und Arzneimittelhersteller, um neueste Daten zur Brustkrebsbehandlung auszutauschen. Dr. Georg Heinrich, in Fürstenwalde niedergelassener gynäkologischer Onkologe und BNGO-Vorstandsmitglied, berichtet über wichtige neue Studien zur Systemtherapie vom SABCS, die möglicherweise Eingang in die Therapiealgorithmen finden werden. Er konnte selbst beim SABCS-Kongress eine Arbeit zur Versorgungsforschung vorstellen, die vom BNGO initiiert und durchgeführt wurde. Den ausführlichen Bericht dazu finden Sie im Anschluss an diesen Text.
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Entitätsübergreifend
Junge Krebspatientin trägt ein rosafarbenes Tuch um den Kopf und einen weißen Rollkragenpullover.

Psychische Belastungen junger Krebsüberlebender: Welche Veränderungen gibt es im Langzeitverlauf?

Jugendliche und junge Erwachsene, die an Krebs erkranken und ihre Behandlung überleben, sehen sich mit besonderen psychosozialen Herausforderungen konfrontiert, da diese vulnerable Lebensphase von zentralen Entwicklungsaufgaben geprägt ist. Während sich die Überlebensraten für die meisten Tumorentitäten deutlich verbessert haben, bleibt die psychosoziale Belastung oft über Jahre bestehen. Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass Jugendliche und junge Erwachsene nach der onkologischen Behandlung ein erhöhtes Risiko für psychische Belastungen haben. Besonders ausgeprägt sind Angst, Depression, Distress, Fatigue, kognitive Einschränkungen sowie soziale und berufliche Herausforderungen. Der langfristige Verlauf psychosozialer Belastungen ist heterogen und wird u.a. durch Spätfolgen, soziale Unterstützung und strukturelle Versorgungsangebote beeinflusst. Aktuelle Befunde unterstreichen die Notwendigkeit langfristiger, alters- und lebensphasenspezifischer Versorgungs- und Unterstützungsangebote.
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Entitätsübergreifend
Das Bild zeigt eine junge Krebspatientin mit Haarverlust, die ein türkises T-Shirt trägt und auf einem Hometrainer trainiert.
Serie: Supportive Therapien – Teil 1

Bewegung als Therapieform

Eine ganze Reihe epidemiologischer und präklinischer Studien beschreibt positive Effekte von körperlicher Aktivität bei Krebs. Komplexe Mechanismen und deren Effektoren wie Myokine sind hauptsächlich in vitro untersucht, bieten aber Ansatzpunkte für eine therapieunterstützende Wirkung. Untersuchungen auf physiologischer Ebene unterstützen die Entwicklung gezielter Bewegungstherapien für onkologische Patient:innen.
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Endokrine Tumoren
Das Foto zeigt einen kleinen Jungen von etwa 3-4 Jahren mit einem grünen T-Shirt mit langen Ärmeln, dem ein Arzt mit blauen Handschuhen einen venösen Zugang legt.Zugang

Nebennierenrindenkarzinome im Kindesalter – ein Überblick

Adrenokortikale Karzinome (ACC) im Kindesalter sind seltene, hochmaligne Tumoren der Nebennierenrinde mit einer Inzidenz von nur 0,2-0,3 Fällen pro 1 Million Kinder und Jugendliche jährlich. Die Erkrankung tritt meist im Kleinkind­alter oder nach der Pubertät auf und ist – im Gegensatz zum Auftreten bei erwachsenen Patient:innen – fast immer hormonaktiv. Die Prognose hängt stark vom Stadium und der Möglichkeit einer vollständigen Tumorresektion ab. Während die chirurgische Entfernung die zentrale Therapie darstellt, bleibt die systemische Behandlung mit Mitotane und Chemotherapie eine Herausforderung. Im Folgenden werden Diagnostik und derzeitige Therapiestrategien sowie neue Behandlungsansätze vorgestellt.
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BNGO
Arzt hält Tablet mit Aufnahme von Brustkrebs, auf dem Tisch daneben liegt ein Stethoskop

SABCS 2025: BNGO stellt LONGTERM-Studie vor

Beim San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2025, dem größten Brustkrebskongress mit über 11.000 Teilnehmenden weltweit, konnte der BNGO erneut Daten aus einer Analyse von in den Praxen erhobenen Patientendaten präsentieren. Dr. Georg Heinrich, BNGO-Vorstandsmitglied und in Fürstenwalde niedergelassen, stellte in einer Postersession stellvertretend für die 21 teilnehmenden BNGO-Praxen Real-World-Daten aus Deutschland vor (Abb. 1). Sie zeigen, dass auch bei Behandlung im klinischen Alltag in gynäkoonkologischen Praxen in der Niederlassung lange progressionsfreie Intervalle erreicht werden und die Daten weitgehend den Ergebnissen klinischer Studien entsprechen.
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Hämatologie
Sichelzellkrankheit

Gentherapie bei Sichelzellkrankheit: Ein Wendepunkt?

Die Sichelzellkrankheit stellt die Pädiatrie und Hämatologie vor komplexe Herausforderungen, durch schmerzhafte Krisen, akute Notfälle und langfristige Organschäden der Betroffenen. Eine neu zugelassene CRISPR‑Cas-basierte Gentherapie könnte die Versorgung grundlegend verändern, doch sie verlangt präzise Indikationsstellung, interdisziplinäre Expertise und sorgfältiges Langzeitmonitoring. Weitere konservative Therapiemöglichkeiten als Armamentarium zu haben, wäre daher wünschenswert, betonte PD Dr. Lena Oevermann im Podcast O-Ton Onkologie.
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Kolorektales Karzinom
Atezolizumab plus Tiragolumab verbessert pathologische Komplettremission beim lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom

Atezolizumab plus Tiragolumab verbessert pathologische Komplettremission beim lokal fortgeschrittenen Rektumkarzinom

Eine randomisierte Phase-II-Studie zeigt, dass die Kombination aus Atezolizumab und Tiragolumab nach neoadjuvanter Chemoradiotherapie (nCRT) bei Patient:innen mit lokal fortgeschrittenem Rektumkarzinom (LARC) zu einer signifikant verbesserten pathologischen Komplettremission (pCR) im Vergleich zu historischen Kontrollen führt. Die Studie wurde im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht [1].
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Gesundheitspolitik

USA nicht mehr in der WHO: weniger Geld, fehlende Expertise

US-Präsident Donald Trump hat vor einem Jahr als eine seiner ersten Amtshandlungen den Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfügt. Nach einer Vereinbarung zwischen den USA und der WHO wurde der Austritt nun ein Jahr nach Einreichung der Kündigung wirksam. Theoretisch ist zwar eine in der Vereinbarung genannte Bedingung für den Austritt gar nicht erfüllt. Die USA hätten ihre bisherigen Beiträge voll zahlen müssen, was nicht geschehen ist. Aber die WHO hat keine Handhabe, um das Geld einzufordern oder den Austritt zu verweigern.
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Gesundheitspolitik

Schärfere Regeln bei Online-Krankschreibungen

Angesichts der Debatte um die Krankentage deutscher Arbeitnehmer:innen fordert der Hausärztinnen- und Hausärzteverband schärfere Regeln für Online-Krankschreibungen. „Die Bundesregierung muss kommerziellen Online-Anbietern von Krankschreibungen endlich einen Riegel vorschieben“, sagte der Verbandsvorsitzende Markus Beier der „Rheinischen Post“. „Während sich Hausarztpraxen an klare Regeln halten, wird es kommerziellen Anbietern ermöglicht, schnelles Geld mit Pseudo-Attesten zu machen.“ Es sei seiner Ansicht nicht offensichtlich, dass es den Anbietern nicht um Versorgung, sondern um Geldmacherei gehe.
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Medizin
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Ferroptose eröffnet neue Therapieperspektiven bei resistenter chronischer Leukämie

Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universitätsmedizin Magdeburg hat eine bislang wenig beachtete Schwachstelle im Stoffwechsel von Zellen der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) identifiziert. CLL ist die häufigste Form von Blutkrebs im Erwachsenenalter. Die Ergebnisse, veröffentlicht im Fachjournal Signal Transduction and Targeted Therapy, könnten künftig dazu beitragen, neue Behandlungsstrategien für Patient:innen zu entwickeln, bei denen bisherige Therapien nicht mehr ausreichend wirken. Die Studie wurde unter der Leitung der Universitätsklinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie Magdeburg durchgeführt und entstand in enger Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnergruppen aus Zürich, Rotterdam, Düsseldorf, Regensburg, Erlangen und Heidelberg.
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Gesundheitspolitik

Warken prüft Regeln für telefonische Krankschreibung

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung überprüfen. Die Regierungsparteien hätten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, Missbrauch auszuschließen, sagte die CDU-Politikerin dem „Tagesspiegel“. „Genau das werden wir angehen und die aktuellen Regelungen auf den Prüfstand stellen. Wir brauchen praktikable Lösungen“, sagte Warken.
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Entitätsübergreifend
MELODY-Studie: Musiktherapie ebenso wirksam wie kognitive Verhaltenstherapie gegen Angststörungen bei Krebsüberlebenden

MELODY-Studie: Musiktherapie ebenso wirksam wie kognitive Verhaltenstherapie gegen Angststörungen bei Krebsüberlebenden

Eine randomisierte klinische Studie mit 300 Krebsüberlebenden zeigt, dass Musiktherapie per Telemedizin bei der Behandlung von Angstsymptomen der kognitiven Verhaltenstherapie (CBT) nicht unterlegen ist. Beide Interventionen führten zu klinisch bedeutsamen und anhaltenden Verbesserungen der Angst über 26 Wochen, wie in einer im Journal of Clinical Oncology veröffentlichten Studie berichtet wurde [1].
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Urothelkarzinom

Metastasiertes Urothelkarzinom: Erdafitinib mit und ohne Cetrelimab bei Cisplatin-ungeeigneten Patient:innen

Für Patient:innen mit metastasiertem Urothelkarzinom (mUC) und FGFR-Alterationen, die nicht für eine Cisplatin-basierte Chemotherapie infrage kommen, sind die Erstlinientherapieoptionen begrenzt. Eine aktuelle Phase-II-Studie untersucht nun den FGFR-Inhibitor Erdafitinib sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit dem Immuncheckpoint-Inhibitor Cetrelimab. Die Ergebnisse zeigen ermutigende Ansprechraten von 44,2% bzw. 54,5% bei einem handhabbaren Nebenwirkungsprofil. Die Wirksamkeit zeigte sich auch bei Patient:innen mit niedriger PD-L1-Expression, die typischerweise schlechter auf Immuntherapien ansprechen.
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Medizin
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Neue Therapieansätze bei T-Zell-Leukämie im Kindesalter

Kinder und Jugendliche mit einer schwer behandelbaren Form von Blutkrebs – der T-Zell akuten lymphoblastischen Leukämie (T-ALL) – sollen künftig wirksamer behandelt werden können. In einer internationalen Studie wird untersucht, ob ein zusätzliches Medikament die Leukämiezellen empfindlicher für Chemotherapie machen und so deren Wirkung verstärken kann. Durchgeführt wird die Studie unter Leitung von Prof. Dr. Gunnar Cario an der Klinik für Kinderonkologie und -rheumatologie des UKSH, Campus Kiel. Das Kieler Studienzentrum für Leukämie im Kindes- und Jugendalter koordiniert das Vorhaben und erhält dafür eine Förderung in Höhe von über 2,4 Millionen Euro durch die Deutsche Krebshilfe.
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