Journal Onkologie

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Angiosarkome sind seltene, hochmaligne Weichgewebesarkome endothelialen Ursprungs mit ausgeprägter Metastasierungsneigung und insgesamt ungünstiger Prognose. Postradiogene Sarkome (PRS) stellen eine seltene, aber klinisch relevante Spätkomplikation nach Strahlentherapie dar und gewinnen aufgrund steigender Langzeitüberlebensraten von Patient:innen zunehmend an Bedeutung. Insbesondere das postradiogene Angiosarkom der Brust tritt typischerweise mehrere Jahre nach Radiotherapie auf und ist durch diagnostische Verzögerungen sowie therapeutische Herausforderungen gekennzeichnet. Die Therapie basiert primär auf einer radikalen chirurgischen Resektion, während systemische Therapien ergänzend eingesetzt werden können. Die Patient:innen profitieren von einer frühzeitigen Behandlung in spezialisierten Sarkomzentren.
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Weichgewebesarkome sind mit ca. 6.000-7.000 Neuerkrankungen/Jahr in Deutschland seltene Tumoren [1]. 10-15% der Weichgebesarkome entstehen im Retroperitoneum. Retroperitoneale Sarkome (RPS) sind bei der Diagnosestellung häufig sehr groß (15-20 cm), verursachen aber oft nur geringe klinische Beschwerden. Die Erstdiagnose ist daher häufig eine Zufallsdiagnose. Bei Weichgebesarkomen unterschiedet man über 100 verschiedene histologische Subtypen. Im Retroperitoneum treten vorwiegend Liposarkome, Leiomyosarkome (LMS), solitär fibröse Tumoren und maligne periphere Nervenscheidentumoren auf. RPS können nicht alleine anhand radiologischer Kriterien von anderen retroperitoneal gelegenen Tumoren abgegrenzt werden. Daher ist die histologische Sicherung, in der Regel durch die bildgebend unterstützte Stanzbiopsie, zur Diagnosestellung und Therapieplanung unerlässlich. Wichtig zu wissen ist, dass es wissenschaftlich keinen Anhalt für eine erhöhte Tumorrückfallrate durch Biopsien von Sarkomen oder anderen retroperitonealen Tumoren gibt, sodass korrekt durchgeführte Biopsien als onkologisch sicher gelten. Sobald ein Sarkomverdacht besteht, sollten die Patient:innen in einem zertifizierten Sarkomzentrum betreut werden, sodass Diagnostik und Therapie im interdisziplinären Sarkomboard von sarkomerfahrenen Spezialist:innen geplant werden. Die Behandlung und Operation im Sarkomzentrum verbessert die Prognose. Die einzige kurative Therapieoption stellt die Tumorresektion dar. Diese muss individuell unter Berücksichtigung verschiedener Parameter geplant werden. Ein Zusatznutzen für die neoadjuvante Radiatio konnte in einer multizentrischen Studie (STRASS-1) nur für die gut differenzierten und die niedrigmalignen dedifferenzierten Liposarkome gezeigt werden. Der Stellenwert einer dem histologischen Subtyp angepassten neoadjuvanten Chemotherapie ist aktuell Gegenstand der Untersuchung im Rahmen der STRASS-2-Studie. Die Therapie rezidivierter und/oder metastasierter RPS erfolgt individuell unter Berücksichtigung des histologischen Subtyps, der Vortherapie, der Krankheitsaktivität, der Komorbiditäten und der Wünsche der Erkrankten.
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d-uo
Nierenzellkarzinom, 3D-Illustration mit Histologiebild
Daten aus der VERSUS-Studie von d-uo

Was führt zur Diagnose eines Nierenzellkarzinoms?

Urologische Tumorerkrankungen machten in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) im Jahr 2023 38,8% aller Krebserkrankungen bei Männern bzw. 4,1% bei Frauen aus, darunter waren 2023 14.760 Fälle mit der Neudiagnose Nierenzellkarzinom [1]. Viele Fragen der ambulanten Diagnostik, Therapie und Nachsorge urologischer Tumorerkrankungen sind in Deutschland leider unzureichend untersucht. Ziel der VERSUS-Studie ist daher die standardisierte Dokumentation und wissenschaftliche Auswertung der Versorgungsqualität dieser Tumorerkrankungen. Diese aktuelle Auswertung der Studie untersucht den Anlass, der zur Diagnose eines Nierenzellkarzinoms geführt hat.
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Gastrointestinale Tumoren
Adenokarzinome des Magens und des gastroösophagealen Übergangs

MATTERHORN-Regime mit Durvalumab und FLOT

Die kürzlich erfolgte Zulassung der ersten immunonkologischen perioperativen Therapie mit dem Anti-PD-L1-Antikörper Durvalumab in Kombination mit FLOT (5-Fluorouracil (5-FU), Leucovorin, Oxaliplatin und Docetaxel) und anschließender adjuvanter Durvalumab-Monotherapie läutete einen Paradigmenwechsel in der Behandlung von Patient:innen mit resezierbaren Adenokarzinomen des Magens (GC) und des gastroösophagealen Übergangs (GEJC) ein [1]. In der MATTERHORN-Studie verbesserte Durvalumab + FLOT vs. Placebo + FLOT signifikant das Überleben und das Ansprechen bei vergleich­barem Einfluss auf die Lebensqualität [2-4].
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Magenkarzinom
Kasuistik: Hohe Wirksamkeit von Zolbetuximab + mFOLFOX6 bei junger Patientin mit fortgeschrittenem Magenkarzinom

Kasuistik: Hohe Wirksamkeit von Zolbetuximab + mFOLFOX6 bei junger Patientin mit fortgeschrittenem Magenkarzinom

Sandor Bako, Facharzt für Hämatologie und Onkologie, MVZ West GmbH Erkelenz, berichtet über den Fall einer 37-jährigen Patientin mit fortgeschrittenem Claudin-18.2-positivem Adenokarzinom des Magens vom Siegelringzell-Typ. Unter der Therapie mit Zolbetuximab in Kombination mit Chemotherapie wurde ein ausgeprägtes Ansprechen beobachtet und eine Remission erreicht. Zolbetuximab richtet sich gegen Claudin 18.2 und ist in Kombination mit Fluoropyrimidin- und Platin-haltiger Chemotherapie zur Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patient:innen mit lokal fortgeschrittenem inoperablem oder metastasiertem HER2-negativem Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs (AEG) zugelassen, deren Tumoren Claudin-18.2-positiv* sind [1, 2].
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Weitere Inhalte:
Mammakarzinom
Fortgeschrittenes ER+/HER2- Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en): Zielgerichtete Therapie mit Capivasertib + Fulvestrant
Fortgeschrittenes ER+/HER2- Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en)

Zielgerichtete Therapie mit Capivasertib + Fulvestrant*

Capivasertib + Fulvestrant* ist – basierend auf den Ergebnissen der CAPItello‑291‑Studie – indiziert für die Behandlung von erwachsenen Patient:innen mit Östrogenrezeptor-positivem (ER+), HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer oder mehreren PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en) nach Rezidiv oder Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie [1, 2]. Eine frühzeitige Gewebetestung auf diese Alterationen kann dabei den Zugang zum Regime eröffnen [2].
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SCLC
ED-SCLC-Therapie in der Versorgungsrealität

ED-SCLC-Therapie in der Versorgungsrealität: Interpretation und Einordnung von Real-World-Studien

Neue Medikamente werden auf Basis von randomisierten kontrollierten Studien (RCT) zugelassen. Allerdings entspricht die Patientenpopulation meist nicht dem Behandlungsalltag. So werden beispielsweise Erkrankte mit schlechtem Allgemeinzustand oder Komorbiditäten ausgeschlossen. Dadurch fehlen RCT wichtige Informationen, die jedoch durch Real-World-Studien (RWS) generiert werden können. Diese ergänzen RCT mit Resultaten aus der klinischen Praxis, wobei die methodische Qualität und mögliche Limitationen der RWS bedacht werden müssen [1]. Mehrere vergleichende RWS mit Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit geben derzeit Hinweise für einen günstigen Verlauf einer ED-SCLC (kleinzelliges Lungenkarzinom im Stadium Extensive Disease)-Therapie mit dem PD-L1 (programmed cell death-ligand 1)-Inhibitor Durvalumab als Erstlinientherapie von Beginn der Induktion an [2-4].
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Gesundheitspolitik

Kassen fordern Bedenkzeit bei Selbstzahlerleistungen

Die gesetzlichen Krankenkassen fordern eine Stärkung der Patientenrechte bei häufig angebotenen Selbstzahlerleistungen in Arztpraxen. Nötig seien hinreichende Aufklärung und auch eine Bedenkzeit, sagte das Vorstandsmitglied des Kassen-Spitzenverbands, Martin Krasney, im brandenburgischen Kremmen. Patient:innen sollten zunächst nach Hause gehen und sich informieren können, ehe sie sich entscheiden.
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Medizin

Triple-negativer Brustkrebs: EU-Zulassung von Sacituzumab Govitecan als erstes ADC in der Erstlinie

Die Europäische Kommission hat die Zulassung für Sacituzumab Govitecan als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patientinnen mit inoperablem oder metastasiertem triple-negativem Brustkrebs (TNBC) erteilt, die zuvor noch keine systemische Therapie erhalten haben und nicht für eine Therapie mit PD-1- oder PD-L1-Inhibitoren in Frage kommen. Sacituzumab Govitecan ist das erste Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC), das in den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein für die Erstlinienbehandlung des metastasierten TNBC zugelassen wurde.
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Medizin

mCRC: Zulassungserweiterung für Encorafenib

Die Europäische Kommission hat eine Zulassungserweiterung für Encorafenib in der Indikation metastasiertes Kolorektalkarzinom (mCRC) erteilt. Diese umfasst den Einsatz des Kinase-Inhibitors, der selektiv auf die BRAFV600E-Mutation abzielt, in Kombination mit Cetuximab und FOLFOX (Folinsäure, 5-Fluorouracil, Oxaliplatin). Indiziert ist diese Therapie zur Behandlung therapienaiver erwachsener Patient:innen mit BRAFV600E-mutiertem mCRC. Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie BREAKWATER. In dieser erreichten Patient:innen mit der Kombination aus Encorafenib plus Cetuximab plus mFOLFOX6 gegenüber einer Standardtherapie signifikant verbesserte Werte bezüglich Gesamtüberleben (OS), progressionsfreiem Überleben (PFS) und objektiver Ansprechrate (ORR) [1].
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