Journal Onkologie

Aktuelles | Beiträge ab Seite 3

Übelkeit und Erbrechen ist ein hochkomplexes Krankheitsbild, an dem das zentrale und periphere Nervensystem sowie klassische Konditionierung beteiligt sind. Das Wissen um tumortherapiespezifische und patientenindividuelle Risikofaktoren, das emetogene Potenzial von Chemotherapeutika und Strahlentherapie sowie ein immer besseres Verständnis der Pathophysiologie bieten eine breite Basis für die Entwicklung effektiver Antiemetika, wie 5-Hydroxytryptamin-Typ-3-(5-HT3)-Rezeptor-Antagonisten, Neurokinin-1 (NK1)-Rezeptor-Antagonisten und Kortikosteroide.
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Die adjuvante platinbasierte Chemotherapie ist nach kompletter Resektion eines nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) in den Stadien II und IIIA weiterhin ein etablierter Bestandteil der postoperativen Behandlung. Ihr klinischer Nutzen ist jedoch begrenzt. In der LACE-Metaanalyse betrug der absolute Vorteil durch die adjuvante Chemotherapie im Vergleich zur alleinigen Beobachtung im 5-Jahres-Gesamtüberleben (OS) lediglich 5,4%, sodass die Frage nach einer besseren Selektion seit Langem im Raum steht. Vor diesem Hintergrund untersuchte die vorliegende Arbeit, ob die intratumorale Expression von Zytokinen als prädiktiver Biomarker für den Nutzen einer adjuvanten platinbasierten Chemotherapie beim komplett resezierten Lungenadenokarzinom geeignet ist.
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d-uo
Schematische Darstellung eines weiblichen Körpers mit Harnblasenkarzinom

Über das Grading des nicht-muskelinvasiven Harnblasenkarzinoms

Nicht-muskelinvasive Harnblasenkarzinome (non-muscle invasive bladder cancer, NMIBC) machen etwa 75% aller Blasenkarzinome aus. Die vom Robert Koch-Institut (RKI) erstmals publizierten NMIBC-Daten für 2023 zeigen jedoch relevante Defizite: Es wird überwiegend das veraltete WHO Grading von 1973 verwendet, häufig fehlen Angaben zu Tumorkategorie und Grading. Real-World-Daten der Deutschen Uro-Onkologen e.V. (d-uo) belegen demgegenüber eine hohe Leitlinienadhärenz und sind für klinische Analysen besser geeignet.
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Weitere Inhalte:
Entitätsübergreifend
Junge Krebspatientin mit blauer Bluse und beiger Mütze wird von einer Angehörigen oder Freundin, die lange braune Haare hat und eine helle Jacke trägt, umarmt.

Was haben Krebs und Ghosting gemeinsam?

Der Begriff Ghosting stammt aus den sozialen Medien und bedeutet das plötzliche Verschwinden einer Person ohne Erklärung. Cancerghosting ist weniger geläufig und beschreibt das Verhalten von Familienangehörigen, vom Freundes- und Bekanntenkreis oder von Kolleg:innen, die sich nach einer Krebsdiagnose zurückziehen, den Kontakt abbrechen oder vermeiden. Was macht das mit den Betroffenen? Und was kann man in so einer Situation besser machen? Diese Fragen beantwortet die Familienberaterin und Onkolotsin Daniela Tennie im Podcast O-Ton Onkologie. Lesen Sie im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen.
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NSCLC
NSCLC: Durvalumab zeigte stadienübergreifend klinische Vorteile
Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC)

Konsistente Erfolgsstrategie: Durvalumab zeigte stadienübergreifend klinische Vorteile

Der Immuncheckpoint-Inhibitor Durvalumab ist beim NSCLC in unterschiedlichen Krankheitsstadien Bestandteil etablierter Behandlungskonzepte [1, 2]. Im Stadium IV zeigte er in Kombination mit Tremelimumab und platinbasierter Chemotherapie (CT) auch bei Vorliegen von Risikomutationen in KRAS langfristig positive Effekte auf das Gesamtüberleben (OS) [3]. Beim inoperablen NSCLC im Stadium III kann Durvalumab als Konsolidierungstherapie nach Radio-CT (RCT) eine Chance auf Kuration bieten [4]. In der perioperativen Therapie des resezierbaren NSCLC (Stadium IIA - IIIB (N2)) unterstreicht Durvalumab außerdem das kurative Potenzial einer frühen Immunonkologika (IO)-basierten Behandlung [5].
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NSCLC
Langzeitüberleben unter Erstlinientherapie
Metastasiertes nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (mNSCLC)

Langzeitüberleben unter Erstlinientherapie

Aktuelle 6-Jahres-Daten demonstrieren eine Chance auf ein Langzeitüberleben für mNSCLC-Patient:innen mit PD-L1-Expression < 1% unter der Kombination aus Nivolumab, Ipilimumab und 2 Zyklen Chemotherapie (CTx).  Die anhaltende Wirksamkeit zeigte sich durch eine Plateaubildung der Überlebenskurve, sodass nach 6 Jahren nach wie vor 20% der Patient:innen am Leben waren. Patient:innen mit Plattenepithel- oder Adenokarzinomen profitierten hierbei gleichermaßen.
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Prostatakarzinom
ARASEC-Studie bestätigt hohen klinischen Nutzen von Darolutamid + ADT und zeigt signifikanten Überlebensvorteil vs. ADT allein
Metastasiertes hormonsensitives Prostatakarzinom (mHSPC)

ARASEC-Studie bestätigt hohen klinischen Nutzen von Darolutamid + ADT und zeigt signifikanten Überlebensvorteil vs. ADT allein

Die Doublet-Therapie aus dem selektiven Androgenrezeptor-Antagonisten Darolutamid und Androgendeprivationstherapie (ADT) ist eine leitliniengerechte Behandlungsoption für Patienten mit mHSPC [1, 2]. In der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie ARANOTE zeigte Darolutamid + ADT einen signifikanten Vorteil im radiologischen progressionsfreien Überleben (rPFS) gegenüber einer ADT-Monotherapie [3]. Nun bestätigen Daten der prospektiven US-amerikanischen Studie ARASEC – vorgestellt auf dem Kongress der American Urological Association (AUA) 2026 – die hohe Effektivität des gut verträglichen Darolutamid-Doublets und zeigen einen klinisch relevanten und signifikanten Vorteil im Gesamtüberleben (OS)* vs. ADT allein [4]. Grundlage der Analyse ist ein innovatives Studiendesign mit einem externen ADT-Kontrollarm aus der CHAARTED-Studie [5] und einer adjustierten Auswertung mittels strengen 1:1-Propensity-Score-Matchings zur Vergleichbarkeit der Patientengruppen [4].
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BNGO
Plastische Darstellung der Anatomie der weiblichen Brust, im Hintergrund analysiert eine Ärztin eine Mammographie-Aufnahme
Interview mit Dr. Steffi Busch, Mühlhausen

Neue Empfehlungen der AGO Kommission Mamma: Was war wichtig für die Praxis?

Das State of the Art Meeting 2026 der Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) fand am 14. März in Frankfurt am Main und online statt. Die Expert:innen der Kommission haben wie jedes Jahr die Forschungsergebnisse des letzten Jahres gesichtet, deren Relevanz beurteilt und in die Therapieempfehlungen integriert. BNGO-Vorstandsmitglied Dr. Steffi Busch, niedergelassene Gynäko-Onkologin in Mühlhausen, war wieder vor Ort. Sie kommentiert für uns die aus ihrer Sicht wichtigsten Empfehlungen für die gynäko-onkologische Praxis in der Niederlassung.
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NSCLC
Biologische und klinische Heterogenität <italic>KRAS</italic>-mutierter NSCLC – Implikationen für ein sich rasch entwickelndes Therapiespektrum

Biologische und klinische Heterogenität KRAS-mutierter NSCLC – Implikationen für ein sich rasch entwickelndes Therapiespektrum

Über 40 Jahre lang galten KRAS-Mutationen im nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) als nicht therapeutisch adressierbar – während andere Treiber-Aberrationen immer spektakulärere Therapieerfolge zu verzeichnen hatten, war die zielgerichtete KRAS-Therapie ein „unmet need“. Die ersten Erfolge bei KRAS-mutiertem NSCLC zeigten rasch auf, dass zur gezielten Therapie die genaue Kenntnis des Mutationssubtyps erforderlich ist – war doch zunächst ausnahmslos KRAS-G12C ein therapeutisches Target. Mit der G12C-Inhibierung als „proof of concept“ kommen aktuell in atemberaubender Geschwindigkeit auch die anderen Mutationssubtypen in den wissenschaftlichen und klinischen Fokus. Mit dieser Arbeit möchten wir einen Überblick über die biologischen Eigenschaften der verschiedenen KRAS-Mutationen und den aktuellen Stand in Bezug auf spezifische Therapien liefern.
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Medizin
Protein NFIL3 gegen CAR-T-Zell-Erschöpfung entdeckt

Protein NFIL3 gegen CAR-T-Zell-Erschöpfung entdeckt

Forschende der Columbia University und des Universitätsklinikums Tübingen haben das Protein NFIL3 als entscheidenden Faktor identifiziert, der zur Erschöpfung von CAR-T-Zellen beiträgt. Wird NFIL3 ausgeschaltet, bleiben die Zellen länger aktiv und können Tumore effektiver bekämpfen. Die Erkenntnisse zeigen einen neuen Weg, um die vielversprechende CAR-T-Zelltherapie auch bei soliden Tumoren wirksamer zu machen. Die Studienergebnisse sind im renommierten Fachmagazin Cancer Discovery erschienen [1].
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Gesundheitspolitik

Neue Angebote in Apotheken - was kommt für Patient:innen?

In Apotheken gibt es schon jetzt nicht nur Medikamente. Künftig sollen sie Patient:innen aber noch weitere Leistungen anbieten können - von Impfungen über Vorsorge bis zu mehr Arzneien auch ohne sonst nötiges Rezept. Das sehen Gesetzespläne von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) vor, die der Bundestag heute beschließen soll. Die neuen Möglichkeiten sollen das Netz der Apotheken auch auf dem Land absichern und die Versorgung generell breiter aufstellen. Von Ärzt:innen kommt scharfer Protest.
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