Freitag, 4. Dezember 2020
Navigation öffnen

Tumoren des HNO-Bereichs stellen meist eine interdisziplinäre Herausforderung dar

© pixelcaos / Fotolia.com

Bei den bösartigen Tumoren des Kopf-Hals-Bereichs handelt es sich hauptsächlich um Plattenepithelkarzinome. Hauptrisikofaktoren für die Entstehung eines Tumors im Hals-Nasen-Ohren(HNO)-Bereich sind das Rauchen von Tabak und ein chronischer übermäßiger Genuss von Alkohol. Darüberhinaus können Virusinfektionen (Humanes Papillomvirus (HPV)), Mangelernährung, Umwelteinflüsse, eine berufliche Schadstoffexposition sowie ein gastroösophagealer Reflux Risikofaktoren darstellen.

 

Die Therapie eines Kopf-Hals-Tumors richtet sich im Normalfall zunächst nach der Tumorgröße. Ist der Tumor primär resektabel, so stellt die chirurgische Entfernung den ersten Schritt der Therapie dar. Bei Vorliegen bestimmter Risikofaktoren, wie einer inkompletten Resektion oder einem extrakapsulären Tumorwachstum, wird postoperativ eine Bestrahlung oder eine simultane Radiochemotherapie durchgeführt. Als Zytostatikum wird hauptsächlich Cisplatin eingesetzt, alternativ kommen teilweise auch Kombinationen mit 5-Fluorouracil (5-FU) zum Einsatz.

 

Liegt dagegen bei Diagnosestellung ein inoperables Stadium oder ein Nasopharynxkarzinom vor, wird im Regelfall eine kombinierte Radiochemotherapie durchgeführt.

 

Tritt nach Behandlung ein Rezidiv auf, oder sind bereits Metastasen vorhanden, wird je nach Möglichkeit lokal therapiert (mittels operativer Resektion und Strahlentherapie), oder individuell über eine systemische Therapie entschieden. Hier kommen hauptsächlich Platin-basierte Chemotherapien mit oder ohne 5-FU sowie der monoklonale Antikörper Cetuximab zum Einsatz.

 

Aktuelle Informationen rund um das Thema Kopf-Hals-Tumoren werden im News-Bereich von www.journalonko.de vorgestellt.

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren

News

Humane Papillomviren: Pathogenesemechanismus zur Krebsentstehung – via mitochondriale ATP-Synthase

Humane Papillomviren (HPV) sind ursächlich für genitale Krebsarten und Kopf-Hals-Tumoren und weißen Hautkrebs. Wie HPV-Proteine den Stoffwechsel der Wirtszelle kapern, um den Energiebedarf für die Virusvermehrung zu decken, und wie dies die Tumorentstehung begünstigt, ist jedoch nur unzureichend verstanden. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Baki Akgül vom Institut für Virologie der Uniklinik Köln konnte nun im Rahmen eines von der Wilhelm Sander-Stiftung...

R/M SCCHN: Neue Real-World-Daten zu Nivolumab vom DGHO

Nicht-interventionelle Studien (NIS) stellen eine wichtige Ergänzung zu Zulassungsstudien dar und liefern wertvolle Erkenntnisse aus der Praxis. Neue Ergebnisse der NIS HANNA, die die Behandlung von Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Hals-Bereichs mit Nivolumab untersucht, wurden kürzlich auf dem DGHO präsentiert (1). Diese Daten zur Lebensqualität ergänzen die bereits auf dem ASCO vorgestellten Daten zum Gesamtüberleben, die die positiven Ergebnisse aus der...

Aktuelle Real-World-Daten zu Nivolumab bei R/M SCCHN bekräftigen Erstlinien-Einsatz nach Platin

Die immunonkologische Therapie mit dem PD-1 (Programmed Cell Death-1)-Inhibitor Nivolumab (1) ergab in der Zulassungsstudie CheckMate (CM) 141 auch nach 2 Jahren einen Überlebensvorteil gegenüber einer Vergleichstherapie bei Patienten mit rezidivierten oder metastasierten plattenepithelialen Kopf-Hals-Tumoren (R/M SCCHN) (2). Dieser langanhaltende Vorteil konnte unabhängig vom PD-L1 (Programmed Cell Death Ligand-1)-Status und bereits in der Erstlinie direkt nach Versagen einer...

HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie

Die Behandlung von Patienten mit Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Hals-Bereichs (HNSCC) ist multimodal und schließt operative, strahlentherapeutische sowie medikamentöse Verfahren ein. Immunonkologische Therapien können nicht nur in der palliativen Situation nach Platinversagen eingesetzt werden, sondern haben in jüngster Zeit auch Eingang in die Erstlinie gefunden. So hat der Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab (Keytruda®) mittlerweile einen bedeutenden...

Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum Ovarialkarzinom

Seit 1. Mai 2020 läuft das Konsortialprojekt OnCoPaTh zur Verbesserung der Versorgung von nicht heilbaren Krebspatienten. Einer der Initiatoren, Dr. Manfred Welslau, Aschaffenburg, stellte das Projekt am FPWS vor. Mit zu OncoCoaches ausgebildeten Pflegekräften soll eine Steigerung der Patientenkompetenz, die Verbesserung von Lebensqualität und Selbstbestimmung der Patienten, eine verbesserte interdisziplinäre Zusammenarbeit und die frühe Integration einer palliativen...

Videos

  • Video Overlay Video Frame r/r HNSCC: Pembrolizumab mit oder ohne Chemotherapie neuer Standard in der Firstline
    0/5 Sternen
    15:27

    Prof. Dr. Arthur Gerl, Facharztpraxis für Hämatologie und Onkologie, München 
    r/r HNSCC: Pembrolizumab mit oder ohne Chemotherapie neuer Standard in der Firstline