Mittwoch, 28. Juli 2021
Navigation öffnen

Bei Gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) ist für die korrekte Therapie eine Mutationstestung wichtig

Bei den Gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) handelt es sich um Bindegewebstumoren im Verdauungstrakt. Somit zählen sie zu den Weichteil- oder Weichgewebstumoren (Weichteilsarkome). Sie treten vergleichsweise selten auf mit einer Inzidenz von etwa 1/100.000 in Europa pro Jahr.

Diagnostik

Die Diagnosestellung erfolgt mit Hilfe von Ultraschall, Endoskopie, Computer- oder Magnetresonanztomographie (CT, MRT).

Therapie

Die Wahl der Therapie hängt vom zugrunde liegenden Tumorstadium ab. Bei einer lokal beschränkten Erkrankung wird der Tumor operativ entfernt und anschließend anhand verschiedener Kriterien das Rezidivrisiko bestimmt. Ist dieses erhöht, schließt sich an die Resektion eine adjuvante Behandlung mit Imatinib an.

Ist die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose bereits lokal fortgeschrittenes Stadium, so kann eine neoadjuvante Therapie vor Tumorresektion sinnvoll sein. Danach wird ebenfalls das Rezidivrisiko bestimmt und ggf. eine weitere Therapie mit Imatinib durchgeführt.

Liegen bei Diagnosestellung bereits Metastasen vor, erfolgt eine Therapie mit Imatinib. Kommt es zum Krankheitsprogress steht als Behandlungsoption Sunitinib zur Verfügung. Schreitet die Krankheit danach weiter fort, können beispielsweise Regorafenib, Pazopanib, Cabozantinib oder Ripretinib zum Einsatz kommen.

Bedeutung von Mutationen für die Therapieentscheidung

Zusätzlich zur klassischen Risikostratifizierung (nach Fletcher oder Miettinen) sollen Mutationsanalysen für die Gene KIT und PDGFRA herangezogen werden, um das Rezidivrisiko einzelner Patienten, aber auch ggf. die Resistenz des Tumors gegenüber Imatinib und damit den Erfolg einer adjuvanten Therapie mit Imatinib besser abschätzen zu können. Eine zunehmende Rolle spielen Sekundärmutationen, deren Auftreten die Entscheidung über eine adjuvante Therapie, aber auch die Wahl des geeigneten Medikaments in der fortgeschrittenen Situation beeinflussen müssen. Die Exon 13 Mutation V654A und die Exon 14 Mutation T670I zeigen z.B. eine Resistenz gegen Imatinib, jedoch eine Sensitivität gegenüber Sunitinib. Zahlreiche Sekundärmutationen im Exon 17 (D816A/G/H/V, D820A/E/G/Y, N822H/K und Y823D) sind durch eine weitgehende Resistenz gegen Imatinib und Sunitinib gekennzeichnet. Die Exon 18 A829P Mutation zeigt hingegen eine Resistenz gegenüber Sunitinib und ein intermediäres Ansprechen gegenüber Imatinib.

Avapritinib ist in den USA für nicht resektable oder metastasierte GIST-Patienten mit nachgewiesener PDGFRA Exon 18 Mutation sowie in der EU ausschließlich für Patienten mit PDGRFA D842V Mutation zugelassen.

Aktuelle Forschungsbemühungen zielen auf eine frühe Erkennung von tumorspezifischen Mutationen in der zirkulierenden Tumor-DNA mit Hilfe von Flüssigbiopsie (Liquid Biopsy) ab, um Patienten mit potenziell resektablen GIST möglichst schnell und gezielt einer passenden Therapie zuführen zu können.  

Gibt es Neuigkeiten zu GIST aus der Forschung oder bezüglich neuer Therapien, stehen Ihnen diese immer aktuell unter www.journalonko.de zur Verfügung.

Redaktion von journalonko.de (SK)

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Registrieren-Pfeil Registrieren-Pfeil Registrieren-Pfeil
Jetzt registrieren
News
Videos
  • Video Overlay Video Frame GIST: Langzeitdaten zur adjuvanten Therapie mit Imatinib
    0/5 Sternen
    14:01

    Prof. Dr. Arthur Gerl, Facharztpraxis für Hämatologie und Onkologie, München 
    GIST: Langzeitdaten zur adjuvanten Therapie mit Imatinib