Journal Onkologie

Gastrointestinale Tumoren

Beiträge zum Thema Gastrointestinale Tumoren

Pankreaskarzinom
Das Bild zeigt eine weiblichen 3D-Körper mit orange dargestelltem Pankreaskarzinom.
ASCO 2026

Gamechanger beim vorbehandelten Pankreaskarzinom: Pan-RAS-Inhibitor Daraxonrasib verdoppelt medianes Überleben im Phase-III-Setting

Das duktale Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) ist – speziell im fortgeschrittenen Stadium – mit einer besonders ungünstigen Prognose assoziiert. Der Bedarf an neuen, wirksamen Behandlungsoptionen ist entsprechend hoch. Ansatzpunkte für eine zielgerichtete Therapie des PDAC – vorerst im Zweitliniensetting – ergaben sich aus dem Befund, dass über 90% der Tumoren aktivierende RAS-Mutationen aufweisen [1, 2]. Nun vermeldete die Phase-III-Studie RASolute 302, deren Daten als Late Breaking Abstract in der Plenary Session der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 vorgestellt wurden, einen echten Durchbruch mit einer RAS-Inhibition. Erstmals konnte mit dem multiselektiven RAS(ON)-Inhibitor Daraxonrasib (RMC 6236) ein signifikanter und klinisch relevanter Überlebensvorteil gegenüber einer Standard-Chemotherapie beim (mit einer Linie) vorbehandelten PDAC erreicht werden [3]. Auch alle weiteren Studienendpunkte wurden erreicht. Das innovative Behandlungsparadigma könnte ein neues Kapitel in der zielgerichteten Behandlung des PDAC aufschlagen – und wurde von den Zuhörer:innen der Plenary Session mit Standing Ovations bedacht.
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Kolorektales Karzinom
ASCO 2026

PFS-Verbesserung beim BRAF-V600-mutierten mCRC: 1L BREAKWATER-Regime mit Encorafenib und Cetuximab funktioniert auch mit FOLFIRI-Backbone

Die Phase-III-Studie BREAKWATER hat jüngst mit der Kombination aus dem BRAF-Inhibitor Encorafenib und dem EGFR-Inhibitor Cetuximab (EC) zusammen mit dem Chemotherapieregime mFOLFOX6* einen künftigen neuen Erstlinien(1L)-Standard für die schwer behandelbare Population mit BRAF-V600-mutiertem metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC) etabliert (1). Die Kohorte 3 der Studie prüfte ergänzend EC plus FOLFIRI** gegenüber FOLFIRI ± Bevacizumab (Bev). Bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 wurde die finale Analyse zum wichtigen sekundären Endpunkt progressionsfreies Überleben (PFS) präsentiert, die einen signifikanten, klinisch bedeutsamen Benefit zugunsten von EC plus FOLFIRI erbrachte (2). Im Vorfeld war bereits eine signifikante Überlegenheit hinsichtlich des primären Endpunkts objektive Ansprechrate (ORR) gezeigt worden (3). Die Ergebnisse unterstützen den Einsatz von FOLFIRI zusammen mit EC als einen weiteren künftigen 1L Behandlungsstandard für das BRAF-V600-mutierte mCRC.
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Kolorektales Karzinom
Die Hand eines Arztes mit blauen Handschuh hält einen Holzwürfel mit einem grünen Schleifensymbol. Damit soll auf das Konzept zur Sensibilisierung für die Darmgesundheit, zur Prävention von Darmkrebs, zur Früherkennung, zur rechtzeitigen Behandlung und zur umfassenden gastrointestinalen Versorgung hingewiesen werden.
ASCO 2026

FIRE-4-Studie: Re-Challenge mit Cetuximab in der Drittlinie bei Patient:innen mit RAS-Wildtyp-mCRC

Die FIRE-4-Studie verglich die Wirksamkeit einer Re-Challenge mit Cetuximab mit einer Behandlung nach ärztlicher Wahl in der Drittlinie bei Patient:innen mit RAS-Wildtyp (RASwt)-metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC). Der Fokus lag dabei auf der Bedeutung des zeitlichen Abstandes zwischen dem Ende der initialen Anti-EGFR-basierten Therapie und dem Beginn der Drittlinie (Time Interval to Third-line therapy, TIS-3) als potenzieller Prädiktor für das Therapieansprechen.
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Medizin
BRAF-V600E-mutiertes mCRC: CHMP empfiehlt Encorafenib plus Cetuximab und mFOLFOX6 als Erstlinientherapie

BRAF-V600E-mutiertes mCRC: CHMP empfiehlt Encorafenib plus Cetuximab und mFOLFOX6 als Erstlinientherapie

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine positive Stellungnahme zur Zulassung von Encorafenib in Kombination mit Cetuximab und FOLFOX (Fluorouracil, Leucovorin und Oxaliplatin) für die Erstlinienbehandlung erwachsener Patient:innen mit BRAF-V600E-mutiertem metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC) abgegeben. Die Entscheidung der Europäischen Kommission wird noch in diesem Jahr erwartet.
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Medizin

Systemtherapie fordert TACE-Standard beim intermediären HCC heraus

Die Krebsimmunkombination aus Atezolizumab plus Bevacizumab zeigte ihre Überlegenheit in der Phase-IIIb-Studie ABC-HCC als Alternative zur transarteriellen Chemoembolisation (TACE) beim intermediären hepatozellulären Karzinom (iHCC). Die Zeit bis zum Therapieversagen (TTFS) war unter der Krebsimmunkombination um fast 5 Monate signifikant verlängert. Zudem zeigen zwei weitere Studien den Vorteil der Krebsimmunkombination als Teil einer Kombination- und Sequenzstrategie. Die Ergebnisse geben Anlass, die derzeit geltende Behandlungsmatrix beim intermediären HCC neu zu bewerten [1-3].
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Kolorektales Karzinom

Systemische Glukokortikoide erhöhen das Darmkrebsrisiko

Die Evidenz zum Zusammenhang zwischen der Anwendung von systemischen Glukokortikoiden und dem Risiko für kolorektale Karzinome war bislang begrenzt. Eine umfassende schwedische Kohortenstudie mit fast 11 Millionen Teilnehmern, von denen über 2,1 Millionen Glukokortikoide verwendeten, liefert nun neue Erkenntnisse. Die Untersuchung über einen Zeitraum von 2005 bis 2018 zeigte, dass die Anwendung systemischer Glukokortikoide mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs assoziiert ist.
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Magenkarzinom
Resektable Karzinome des gastroösophagealen Übergangs und des Magens
DCG 2026

Resektable Karzinome des gastroösophagealen Übergangs und des Magens

Karzinome des Magens und des gastroösophagealen Übergangs (GEJ) treten mit über 110.000 Neuerkrankungen jährlich in Deutschland auf. Trotz erheblicher Fortschritte in der Systemtherapie bleibt die Chirurgie die zentrale Säule der kurativen Behandlung. Neue Entwicklungen in der perioperativen Therapie und die Teambildung der verschiedenen Disziplinen aus Onkologie, Chirurgie und Endoskopie verbessern die Prognose für Patient:innen deutlich und wurden anlässlich des Deutschen Chirurgenkongress in Leipzig nicht nur diskutiert, sondern im Panel der Vortragenden gleich abgebildet.
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Gallengangskarzinom
Cholangiozelluläres Karzinom: neue Erkenntnisse zur personalisierten Therapie

Cholangiozelluläres Karzinom: neue Erkenntnisse zur personalisierten Therapie

Das cholangiozelluläre Karzinom (CCA) ist ein seltener Tumor, dessen Inzidenz und Mortalität weltweit jedoch kontinuierlich zunehmen [1]. Trotz Fortschritten in der Systemtherapie in den letzten Jahren liegt das mittlere Überleben für Patient:innen mit inoperablen Tumoren weiterhin bei weniger als 13 Monaten [2, 3]. Zu den biliären Tumoren (BTC) zählen das intrahepatische (iCCA), das perihiläre (pCCA) und das distale Cholangiokarzinom (dCCA), wobei pCCA und dCCA als extrahepatische Cholangiokarzinome (eCCA) zusammengefasst werden, sowie das Gallenblasenkarzinom [4]. Die molekularen Profile unterscheiden sich in den unterschiedlichen Lokalisationen: beispielsweise treten die bereits heute Therapie-relevanten IDH1-Mutationen überwiegend und FGFR2-Fusionen sogar nahezu ausschließlich bei iCCA auf, wohingegen pathogene KRAS-Varianten oder ERBB2 (HER2)-Überexpression häufiger bei eCCA vorkommen.
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Magenkarzinom
Mann hält Magen-Modell vor sich (Gastritis, Ulzera, Krebs)
Aktualisierte Leitlinie: State-of-the-art

Von der Leitlinie in die Praxis: Aktuelles Management des Magenkarzinoms

Das Magenkarzinom nimmt aktuell den 5. Platz unter den Krebserkrankungen bezüglich Mortalität ein und gehört somit zu den häufigsten Krebstodesursachen weltweit. Während des letzten Jahrhunderts sank zwar die altersstandardisierte Inzidenz des Magenkarzinoms, jedoch stieg die Gesamtzahl der Fälle, vermutlich bedingt durch die Alterung der Bevölkerung in Asien [1, 2]. Fortschritte in Diagnostik und Therapie haben das Management komplexer und individueller gemacht. Frühstadien sind oft heilbar durch eine Kombination aus Chirurgie und systemischer Therapie. Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren verbessert die perioperative Chemotherapie das Überleben – seit kurzem nun auch ergänzt durch Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) [3].
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Ösophaguskarzinom
Prähabilitationskonzepte reduzieren Anastomoseninsuffizienzen nach Ösophagektomie – eine systematische Analyse

Prähabilitationskonzepte reduzieren Anastomoseninsuffizienzen nach Ösophagektomie – eine systematische Analyse

Anastomoseninsuffizienzen (AI) nach Ösophagektomien zählen mit einer Inzidenz zwischen 8 und 19% zu den schwerwiegendsten postoperativen Komplikationen und sind mit erhöhter Morbidität, Mortalität, verlängertem Krankenhausaufenthalt, hohen Kosten, erhöhter Rezidivrate und verringerter Lebensqualität assoziiert. Zu den Risikofaktoren zählen kardiovaskuläre, pulmonale, renale und metabolische Erkrankungen, Raucherstatus sowie Tumor- und Resektionsausmaß. Die folgende systematische Literaturanalyse zeigt den Einfluss präoperativer Interventionen im Sinne der Prähabilitation zur Modifikation der Risikofaktoren und somit Reduktion der AI-Rate.
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Ösophaguskarzinom
Schematische Darstellung eines Ösophaguskarzinoms

Optimierung der Tumorchirurgie beim Ösophaguskarzinom: Prophylaktische Pylorusdilatation zur Komplikationsreduktion

Die minimal-invasive Chirurgie hat sich in Deutschland als integraler Bestandteil der multimodalen Therapie des Ösophaguskarzinoms etabliert. Neben chirurgischen Vorteilen und onkologischer Ebenbürtigkeit gegenüber der offenen Resektion rücken funktionelle Ergebnisse verstärkt in den Fokus der klinischen Versorgung. Zentrale Aufgabe der Speiseröhre ist der gerichtete Transport der Nahrung in den Magen. Nach Ösophagusresektion mit Rekonstruktion durch einen Magenschlauch stellt die verzögerte Magenschlauchentleerung (delayed gastric conduit emptying, DGCE) eine häufige funktionelle Komplikation dar. Sie ist mit einer erhöhten Morbidität sowie einem prolongierten Krankenhausaufenthalt assoziiert und besitzt klinische Bedeutung auch über die chirurgische Fachdisziplin hinaus. Wir beleuchten Therapie­optionen der DGCE mit Fokus auf die prophylaktische Pylorusdilatation, deren Nutzen in der prospektiven, multizentrischen PROPPER-Studie untersucht wird.
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Kolorektales Karzinom
Arzt hält Lupe vor Plastikmodell eines Dickdarms
Interview mit Prof. Dr. Michael Hoffmeister und Durgesh Wankhede, Heidelberg

Kombinierte MSI-TIL-Klassifikation beim CRC: Von der Prognosestratifizierung zur personalisierten Therapie

Der Status der Mikrosatelliteninstabilität (MSI) und tumorinfiltrierende Lymphozyten (TILs) sind etablierte Prognosefaktoren beim kolorektalen Karzinom (CRC). Doch wie wirken diese Faktoren zusammen und welche Aussagekraft besitzt die kombinierte MSI-TIL-Klassifikation für das Überleben von CRC-Patient:innen? Eine Netzwerk-Metaanalyse liefert darauf die bislang umfassendste Antwort. Durch die Auswertung zahlreicher Studien konnten differenzierte Subtypen identifiziert werden, die das prognostische Spektrum deutlich schärfen. Welche Erkenntnisse sich daraus für die zukünftige Forschung und klinische Praxis ergeben, erläutern Prof. Dr. Michael Hoffmeister und Durgesh Wankhede vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg im Doppelinterview.
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Hepatozelluläres Karzinom
Fortgeschrittenes HCC: Real-World-Daten untermauern den Einsatz des STRIDE-Regimes im klinischen Alltag
Fortgeschrittenes hepatozelluläres Karzinom

Real-World-Daten untermauern den Einsatz des STRIDE-Regimes im klinischen Alltag

Immunonkologische (IO) Kombinationstherapien haben in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen oder nicht resezierbaren hepatozellulären Karzinoms (HCC) die Prognose für Patient:innen deutlich verbessert [1]. Inzwischen zeigen aktuelle Daten der Phase-III-Studie HIMALAYA einen konsistenten Überlebensvorteil für das IO-basierte STRIDE-Regime über 6 Jahre [2]*. Real-World-Studienergebnisse unterstreichen zudem das handhabbare Sicherheitsprofil der Kombinationstherapie [3, 4].
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Kolorektales Karzinom
Diagnostische und therapeutische Leitlinienempfehlungen in der Versorgungsrealität
Metastasiertes Kolorektalkarzinom (mCRC)

Diagnostische und therapeutische Leitlinienempfehlungen in der Versorgungsrealität

In der Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms (mCRC) steht eine konsequente Molekulardiagnostik und eine biomarkergestützte Therapie, abhängig von der Primärtumorlokalisation im Fokus internationaler und nationaler Leitlinienempfehlungen [1-3]. Wie diese Empfehlungen in Deutschland umgesetzt werden und welchen Einfluss dies auf den Therapieerfolg haben kann, zeigen aktuelle Daten der Registerstudie AIO-KRK-0424/ass [4]. Speziell für die Zweitlinie bei BRAFV600E-mutiertem mCRC stützen zudem Phase-III- und prospektive Real-World-Daten für die duale zielgerichtete Kombination aus dem BRAF-Inhibitor Encorafenib + Cetuximab einen leitliniengerechten Therapieansatz [5, 6].
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