Journal Onkologie

Hepatozelluläres Karzinom

Überblick

Leberkrebs (Leberzellkarzinom)

Primärer Leberkrebs ist vergleichsweise selten. Er entsteht in den Zellen der Leber. Häufiger finden sich in der Leber Metastasen von Krebserkrankungen anderer Organe. Da das gesamte Blut im Körper durch die Leber fließen muss, ist sie für Krebszellen, die im Blutkreislauf unterwegs sind, leicht zugänglich. Krebs, der in einem anderen Bereich des Körpers beginnt – z. B. im Dickdarm, in der Lunge oder in der Brust – und dann auf die Leber übergreift, wird als metastasierender Krebs und nicht als Leberkrebs bezeichnet. Diese Art von Krebs wird nach dem Organ benannt, in dem er seinen Ursprung hat, z. B. metastasierender Dickdarmkrebs.
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Gastrointestinale Tumoren
 6 Min|
Grafik: menschlicher Gastrointestinaltrakt
ESMO-GI 2026

Präzisionsmedizin, neue Wirkmechanismen und patientenzentrierte Therapieansätze im Fokus

Der ESMO-GI (European Society For Medical Oncology-Gastrointestinal Cancers) 2026 zeigte deutlich, wie sich die gastrointestinalen Tumorerkrankungen durch wissenschaftliche Innovationen neu ordnen. Über 4.000 Teilnehmende diskutierten aktuelle Daten zu Magen-, Leber-, Pankreas- und Kolonkarzinomen. Es ging auch um die Rolle moderner Tumorimpfstoffe, die Versorgung älterer Patient:innen sowie die Weiterentwicklung klinischer Studien. Die Kongressbotschaft war eindeutig: Präzise Biomarker, funktionelle Bewertung statt chronologischem Alter und intelligente Studiendesigns werden die gastrointestinale (GI) Onkologie der kommenden Jahre bestimmen.
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Hepatozelluläres Karzinom
 4 Min|
Die Abbildung zeigt die 3D-Darstellung eines männlichen Körpers mit Darmanteilen und rötlicher Darstellung der Leber mit einer tumorösen gelblichen, rot umrandeten Masse.
ASCO 2026

EMERALD-3: Neue Kombinationstherapien mit STRIDE-Regime plus TACE verlängern progressionsfreie Zeit beim Embolisations-geeigneten HCC

Das STRIDE-Regime, bestehend aus einer Initialdosis des CTLA-4 Inhibitors Tremelimumab plus kontinuierlicher 4-wöchentlicher Applikation des PD-L1-Inhibitors Durvalumab, wird als duale immunonkologische Standard-Erstlinientherapie beim fortgeschrittenen oder nicht resezierbaren hepatozellulären Karzinom (uHCC) eingesetzt – basierend auf den positiven Daten der Phase-III-Studie HIMALAYA [1, 2]. Aktuelle Ergebnisse der Phase-III-Studie EMERALD-3 zeigen nun, dass STRIDE auch in Kombination mit einer transarteriellen Chemoembolisation (TACE) ± dem Tyrosinkinase-Inhibitor Lenvatinib das Tumorwachstum bei Embolisations-geeigneten Patient:innen mit uHCC gegenüber alleiniger TACE verlangsamen kann. Die potenziell praxisverändernden Daten wurden als Late Breaking Abstract im Rahmen der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2026 vorgestellt [3].
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Medizin
 3 Min|

Systemtherapie fordert TACE-Standard beim intermediären HCC heraus

Die Krebsimmunkombination aus Atezolizumab plus Bevacizumab zeigte ihre Überlegenheit in der Phase-IIIb-Studie ABC-HCC als Alternative zur transarteriellen Chemoembolisation (TACE) beim intermediären hepatozellulären Karzinom (iHCC). Die Zeit bis zum Therapieversagen (TTFS) war unter der Krebsimmunkombination um fast 5 Monate signifikant verlängert. Zudem zeigen zwei weitere Studien den Vorteil der Krebsimmunkombination als Teil einer Kombination- und Sequenzstrategie. Die Ergebnisse geben Anlass, die derzeit geltende Behandlungsmatrix beim intermediären HCC neu zu bewerten [1-3].
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Hepatozelluläres Karzinom
 8 Min|
Fortgeschrittenes HCC: Real-World-Daten untermauern den Einsatz des STRIDE-Regimes im klinischen Alltag
Fortgeschrittenes hepatozelluläres Karzinom

Real-World-Daten untermauern den Einsatz des STRIDE-Regimes im klinischen Alltag

Immunonkologische (IO) Kombinationstherapien haben in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen oder nicht resezierbaren hepatozellulären Karzinoms (HCC) die Prognose für Patient:innen deutlich verbessert [1]. Inzwischen zeigen aktuelle Daten der Phase-III-Studie HIMALAYA einen konsistenten Überlebensvorteil für das IO-basierte STRIDE-Regime über 6 Jahre [2]*. Real-World-Studienergebnisse unterstreichen zudem das handhabbare Sicherheitsprofil der Kombinationstherapie [3, 4].
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Medizin
 3 Min|
KI-Modell sagt Leberkrebsrisiko auf Basis von Routinedaten voraus

KI-Modell sagt Leberkrebsrisiko auf Basis von Routinedaten voraus

Eine frühe Diagnose ist entscheidend für die erfolgreiche Behandlung von Leberkrebs. Dennoch werden viele Fälle erst zu spät erkannt, weil das individuelle Risiko schwer einzuschätzen ist. Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des Else Kröner Fresenius Zentrums (EKFZ) für Digitale Gesundheit an der Technischen Universität Dresden (TUD) hat nun ein KI-Modell entwickelt, welches das Risiko für Leberkrebs auf Basis routinemäßig erhobener klinischer Daten, wie Vorerkrankungen, Laborwerte sowie Lebensstilfaktoren, vorhersagen kann. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Cancer Discovery, dem führenden Journal der US-amerikanischen Krebsforschungsgesellschaft (AACR), veröffentlicht.
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Medizin
 3 Min|
Leberkrebs: Zellstress-Protein ATF6α macht Tumoren für Immuntherapie angreifbar

Leberkrebs: Zellstress-Protein ATF6α macht Tumoren für Immuntherapie angreifbar

Ein zentraler molekularer Mechanismus treibt das Wachstum von Leberzellkrebs an und bremst zugleich die körpereigene Immunabwehr aus. Das veröffentlichte nun ein Team unter Leitung von Forschenden vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), vom Universitätsklinikum Tübingen und vom Sanford Burnham Prebys Medical Discovery Institute in La Jolla, Kalifornien, in der Fachzeitschrift Nature [1]. Die Ergebnisse zeigen aber auch: Genau dieser Mechanismus könnte künftig helfen, Patient:innen zu identifizieren, bei denen Immuntherapien besonders gut wirken – und so neue therapeutische Ansatzpunkte eröffnen.
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Hepatozelluläres Karzinom
 2 Min|
Hepatozelluläres Karzinom: NTIS als ungünstiger Prognosefaktor unter Atezolizumab plus Bevacizumab

Hepatozelluläres Karzinom: NTIS als ungünstiger Prognosefaktor unter Atezolizumab plus Bevacizumab

Eine retrospektive Analyse zeigt, dass Schilddrüsenfunktionsstörungen unter der Erstlinientherapie mit Atezolizumab plus Bevacizumab beim hepatozellulären Karzinom (HCC) prognostisch relevante Auswirkungen haben. Während immunbedingte Schilddrüsennebenwirkungen mit günstigeren Behandlungsergebnissen assoziiert sind, erweist sich das Non-Thyroidal-Illness-Syndrom (NTIS) als ungünstiger Prognosefaktor.
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Medizin
 3 Min|
Leberkrebs: Gen JUN als neuer Schutzmechanismus entdeckt

Leberkrebs: Gen JUN als neuer Schutzmechanismus entdeckt

Das Gen JUN, bislang als Verstärker von Entzündungs- und Wachstumssignalen bekannt, bewirkt in bestimmten Situationen das Gegenteil. Dann fungiert es als zellulärer Sicherheitsmechanismus. Wird das Wachstumsprotein YAP zu aktiv, bremst das Gen dessen Aktivität. So verhindert es unkontrolliertes Zellwachstum und Zellvermehrung. Dieser Schutzmechanismus könnte die Entstehung von Tumoren, insbesondere Leberkrebs, eindämmen.
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Medizin
 3 Min|
Viszeralmedizin 2025

Evidenz, Real-World-Daten und neue Perspektiven beim HCC: Fünf Jahre Atezolizumab & Bevacizumab

Die Kombination aus Atezolizumab und Bevacizumab ist seit fünf Jahren beim fortgeschrittenen hepatozellulären Karzinom (HCC) zugelassen und als ein Standard in der Erstlinie fest etabliert [1, 2]. Nationale und internationale Leitlinien empfehlen die Kombination aufgrund der überzeugenden Daten aus der Zulassungsstudie IMbrave150. Untermauert werden die Vorteile der Kombination durch umfangreiche Real-World-Daten [1-9].
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Hepatozelluläres Karzinom
 7 Min|
Hepatozelluläres Karzinom in der Leber unter der Lupe erkennbar

HCC-Therapie im Wandel – Integration der Immuntherapie in die klinische Praxis

Immuntherapien haben die Therapielandschaft des hepatozellulären Karzinoms (HCC) vollständig verändert. Die Zulassung von Atezolizumab und Bevacizumab stellte einen Paradigmenwechsel in der Therapie des fortgeschrittenen HCC dar. Zum ersten Mal seit der SHARP-Studie konnte damit ein verbessertes Gesamtüberleben (OS) der untersuchten Therapie im Vergleich zum Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Sorafenib bei im Regelfall deutlich verbesserter Verträglichkeit demonstriert werden. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Integration der Immuntherapie in die HCC-Behandlung.
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Hepatozelluläres Karzinom
 9 Min|
Leberzellkarzinom mit Krebszellen
Der Weg zur sekundären Resektabilität

Neue Konzepte der Downstaging- und Konversionstherapie beim HCC

Für Patient:innen mit hepatozellulärem Karzinom (HCC) ist die chirurgische Resektion neben der Lebertransplantation weiterhin die zentrale Therapie, allerdings ist sie für viele Patient:innen aufgrund eines fortgeschrittenen Tumorstadiums zum Zeitpunkt der Diagnosestellung nicht primär möglich. In diesen Fällen kann eine Konversionstherapie durch lokoregionäre und systemische Therapien ein Downstaging und somit eine sekundäre Resektabilität ermöglichen. Dieser Übersichtsartikel fasst aktuelle Strategien der sog. Konversionstherapie zusammen, die eine zweizeitige Leberresektion ermöglichen kann. Bisherige Daten zeigen, dass eine sekundäre Resektion nach erfolgreicher Konversionstherapie mit einem signifikanten Überlebensvorteil im Vergleich zur alleinigen Systemtherapie assoziiert ist. Insbesondere Kombinationen aus lokoregionären und systemischen Therapien erzielen hohe Konversionsraten und verbessern die onkologischen Langzeitergebnisse. Das Konzept der Konversionstherapie bietet somit eine vielversprechende Möglichkeit, die Prognose von Patient:innen mit initial nicht-resektablem HCC zu verbessern, bedingt durch die gute Wirksamkeit der modernen Systemtherapie in Kombination mit radiologischen Therapien. Zukünftige prospektive Studien sind erforderlich, um optimale Therapieansätze weiter zu definieren und die Patientenselektion zu optimieren.
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Gallengangskarzinom
 14 Min|
Abbildung Leber und Gallenblase

Management des lokal fortgeschrittenen und metastasierten kombinierten hepatozellulären Cholangiokarzinoms

Das kombinierte hepatozelluläre Cholangiokarzinom (cHCC-CC) ist eine seltene primäre maligne Leberneoplasie, die Eigenschaften eines hepatozellulären Karzinoms (HCC) und eines Cholangiokarzinoms (CC) aufweist. Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung fehlen standardisierte Therapieempfehlungen. Bei resektablem Befund gilt die Leberresektion weiterhin als Therapie der ersten Wahl, wobei die meisten Patient:innen entweder rezidivieren oder sich bereits in einer fortgeschrittenen Erkrankungssituation befinden und somit für eine operative Therapie nicht infrage kommen. Obgleich die Mehrheit der Patient:innen in palliativer Intention therapiert wird, existieren weder Leitlinienempfehlungen noch prospektive Studien, die eine zuverlässige Bewertung der hier diskutierten Therapieoptionen erlauben. In diesem Übersichtsartikel gehen wir auf epidemiologische, klinische und diagnostische Aspekte ein und stellen mögliche lokal- und systemtherapeutische Ansätze vor.
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Hepatozelluläres Karzinom
 9 Min|
Hepatozelluläres Karzinom - Therapie mit dem STRIDE-Regime

STRIDE beim HCC: Explorative Analysen der HIMALAYA-Studie bekräftigen breite Einsetzbarkeit

Die Kombination aus Durvalumab und Tremelimumab bildet die erste duale immunonkologische Therapie bei Erwachsenen in der Erstlinie des fortgeschrittenen oder nicht resezierbaren hepatozellulären Karzinoms (HCC) [1, 2]. Mittlerweile liegen für dieses als STRIDE* bezeichnete Therapieregime Ergebnisse aus explorativen Analysen vor [3-5]. Sie ergaben eine bisher in der Erstlinie noch nicht beschriebene, geschätzte 5-Jahres-Gesamtüberlebens (OS)-Rate von 19,6% [3]#. Außerdem zeigten zwei explorative Analysen die Wirksamkeit auch bei Patient:innen mit Komorbiditäten und eingeschränkter Leberfunktion und bekräftigen damit die breite Einsetzbarkeit von STRIDE [3-5]. Diese breite Wirksamkeitsevidenz zu STRIDE wird zudem gestützt durch spannende Ergebnisse aus einer multizentrischen, retrospektiven Real-World-Studie [6].
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Hepatozelluläres Karzinom
 2 Min|
Hepatozelluläres Karzinom: Kombinationstherapie mit TACE verlängert progressionsfreies Überleben

Hepatozelluläres Karzinom: Kombinationstherapie mit TACE verlängert progressionsfreies Überleben

Eine Kombination aus Durvalumab und Bevacizumab mit transarterieller Chemoembolisation (TACE) zeigt vielversprechende Ergebnisse in der Behandlung des nicht resezierbaren hepatozellulären Karzinoms (HCC). Die Phase-III-Studie EMERALD-1 konnte zeigen, dass diese Kombinationstherapie das progressionsfreie Überleben (PFS) der Patient:innen signifikant verlängert.
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Medizin
 3 Min|

Neuer Ansatz zur Leberkrebs-Therapie: Wächtermolekül PROX1 könnte Tumorbildung verhindern

Das Wächtermolekül PROX1 sorgt dafür, dass Leberzellen ihre Identität behalten und nicht entarten. Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Hector Instituts für Translationale Hirnforschung (HITBR) und des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) haben herausgefunden, dass dieses Molekül eine zentrale Rolle in der Krebsentstehung spielt. Ihre Entdeckung ist für die Krebsmedizin von großem Interesse, da der Identitätswechsel von Zellen zunehmend als zentrales Prinzip der Tumorbildung verstanden wird. Die Forschenden konnten nachweisen, dass PROX1 hochpotente Krebstreiber ausbremsen und sogar bösartige Lebertumoren bei Mäusen zur Rückbildung bringen kann.
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