Freitag, 4. Dezember 2020
Navigation öffnen

Marker CK7 und CK20 können bei Metastasen mit unbekanntem Primärtumor – (CUP) Hinweis auf die Primärtumorlokalisation geben

© pixologic / Fotolia.com

Als Malignome mit unbekanntem Primärtumor (Cancer of unknown primary, CUP) wird ein heterogenes Krankheitsbild mit Metastasen unterschiedlichster Tumorarten bezeichnet, deren primärer Entstehungsort unbekannt ist (1).

Metastasen mit unbekanntem Primärtumor machen circa 3-5% der Krebserkrankungen aus. Mehr Männer als Frauen leiden am CUP-Syndrom, das mittlere Erkrankungsalter der Betroffenen ist bei 60 Jahren (1).

Bei Verdacht auf Metastasen bei unbekanntem Primärtumor gehören zur Basisdiagnostik die ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung einschließlich einer Brustpalpation bei Frauen sowie einer Hodenpalpation bei Männern. Des weiteren sind eine Computertomographie vom Hals bis zum Becken, Laboruntersuchungen (Tumormarker) sowie histologische/zytologische und immunhistochemie Untersuchungen der Metastasen notwendig.

Bei lokalisiertem Befall sollten als weiterführende diagnostische Untersuchungen eine Skelettszintigraphie, ein MRT des Schädels oder gegebenenfalls eine PET/PET-CT durchgeführt werden.

Bei lokalisiertem Befall sollte eine radikale Lokaltherapie erfolgen, beruhend auf chirurgischer Resektion des Befundes und gegebenenfalls Radiotherapie.

Seiner Histologie entsprechend wir das CUP-Syndrom in folgende 4 Subtypen unterteilt: 1. gut bis mittelgradig differenzierte Adenokarzinome (50%), 2. geringgradig oder undifferenzierte Adenokarzinome, 3. Plattenepithelkarzinome und 4. undifferenzierte Neoplasien einschließlich neuroendokriner Tumoren, Lymphome, Keimzelltumoren, Melanome, Sarkome oder embryonaler Karzinome (1).

Bei Metastasen eines Adenokarzinoms mit unbekanntem Primärtumor können unter anderem die immunhistochemischen Marker CK7 und CK20 einen Hinweis auf die Primärtumorlokalisation geben.

Weiter Informationen z.B. zur derzeitigen Therapie können Sie unter http://www.therapiealgorithmen.com nachlesen.

Literatur:

(1) http://www.journalonko.de/aktuellview.php?id=2759

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Jetzt registrieren

News

CUP-Tumoren: Präzisionsonkologie mit molekularer Testung

Gerade bei schwierig zu behandelnden Tumorentitäten wie den CUP-Tumoren, bei denen der Primarius nicht bekannt ist, kann eine molekulargenetische Untersuchung – etwa mit einer Hybrid Capture NGS – einen erheblichen Benefit für den Patienten mit sich bringen, erklärte Prof. Dr. med. Alwin Krämer, Heidelberg, während des Deutschen Krebskongresses 2020 in Berlin. Aufgrund der stetig sich verändernden Therapiesituation ist aber auch eine möglichst...

DKK: Molekulares Tumorprofiling für mehr Personalisierte Onkologie

Die Personalisierte Medizin hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt und ist mittlerweile ein wichtiger therapeutischer Ansatz in der Onkologie. Grundlage für individuelle Be­hand­lungspläne ist die Testung auf therapierelevante molekulargenetische Marker. Dies wird auch von verschiedenen Leitlinien empfohlen. Im Rahmen eines Symposiums der Roche Pharma AG während des Deutschen Krebskongresses in Berlin wurde die Bedeutung der umfassenden...

CUP: Tumorbiologie besser verstehen — GEFCAPI 04-Studienergebnisse enttäuschen

DNA-Profiling kann neuartige Behandlungsmöglichkeiten bei Krebserkrankungen wie dem „carcinoma of unknown primary“ (CUP) ermöglichen, die zum Diagnosezeitpunkt Metastasen gebildet haben, deren primärer Ursprungsort sich jedoch nicht finden lässt. Beim ESMO wurde berichtet, dass einer von 3  CUP-Patienten mit einer Standard-Chemotherapie nicht angemessen therapiert ist, weil es eine passende Target-Therapie oder Immuntherapie basierend auf...

Stellenwert moderner Sequenzierungstechnologien für die Krebstherapie

Bei einem DKK-Symposium zum klinischen Nutzen molekularer Tumorprofile gaben zwei Drittel der Anwesenden bei einer TED-Abstimmung an, mit dem NGS-basierten Konzept der molekularen Tumoranalyse vertraut zu sein. Die Hälfte der Anwesenden gab an, NGS-basierte Verfahren zur Unterstützung der Diagnostik und für die Therapieentscheidung bereits zu nutzen. Ob die Datenlage dies rechtfertigt, hinterfragte PD Dr. Gunnar Folprecht, Dresden, der die bisherigen Studien zu dieser Thematik...

Umfassendes molekulares Tumorprofiling kann bei zielgerichteten Therapie unterstützen

Die Nutzung molekularer Informationen zur Unterstützung der Therapiewahl wird in der Onkologie aktuell intensiv erforscht. Speziell bei seltenen oder weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen können sie basierend auf dem jeweiligen Tumorprofil relevante Informationen zu möglichen zielgerichteten Therapien liefern. Der Service FoundationOne® sequenziert mehr als 300 aktuell bekannte krebsassoziierte Gene mit dem Ziel, die Therapieentscheidung von Ärzten zu...