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08. Mai 2015
aktualisiert: 11. März 2021

Marker CK7 und CK20 können bei Metastasen mit unbekanntem Primärtumor – (CUP) Hinweis auf die Primärtumorlokalisation geben

Als Krebs mit unbekanntem Primärtumor (Cancer of unknown primary, CUP) wird ein heterogenes Krankheitsbild mit Metastasen unterschiedlichster Tumorarten bezeichnet, deren primärer Entstehungsort unbekannt ist.

Metastasen mit unbekanntem Primärtumor machen etwa 3-5% aller Krebserkrankungen aus. Das CUP-Syndrom ist häufiger bei Männern als bei Frauen, das mittlere Erkrankungsalter der Betroffenen liegt bei 60 Jahren. Die Prognose ist in der Regel ungünstig mit einem medianen Gesamtüberleben von weniger als 12 Monaten.  

Diagnostik und Bedeutung von Histologie und Tumormarkern

Bei Verdacht auf Metastasen bei unbekanntem Primärtumor gehören zur Basisdiagnostik die ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung einschließlich einer Brustpalpation bei Frauen sowie einer Hodenpalpation bei Männern. Bei lokalisiertem Befall sollten als weiterführende diagnostische Untersuchungen eine Skelettszintigraphie, eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels oder eine Positronenemissionstomographie (PET) oder eine PET-CT, also eine PET in Kombination mit einer Computertomographie (CT) durchgeführt werden. Des Weiteren sind eine CT-Untersuchung vom Hals bis zum Becken, Laboruntersuchungen (Tumormarker) sowie histologische/zytologische und immunhistochemische Untersuchungen der Metastasen notwendig. Diese Histopathologie hat einen besonders großen Stellenwert auf der Suche nach dem Primarius. Bei Metastasen eines Adenokarzinoms mit unbekanntem Primärtumor können unter anderem die immunhistochemischen Marker CK7 und CK20 einen Hinweis auf die Primärtumorlokalisation geben.
Seiner Histologie entsprechend wird das CUP-Syndrom in folgende 4 Subtypen unterteilt: 1. gut bis mittelgradig differenzierte Adenokarzinome (50%), 2. geringgradig oder undifferenzierte Adenokarzinome, 3. Plattenepithelkarzinome und 4. undifferenzierte Neoplasien einschließlich neuroendokriner Tumoren, Lymphome, Keimzelltumoren, Melanome, Sarkome oder embryonaler Karzinome.

Therapie
Die Behandlung richtet sich danach aus, welche Marker im Zuge der Diagnostik gefunden wurden und ob es sich um eine günstige oder ungünstige prognostische Subgruppe handelt. Besteht aufgrund der Ergebnisse ein konkreter klinischer Verdacht auf den Ursprung der Metastasen, wird gemäß des Therapiealgorithmus für die entsprechende Krebsart behandelt. Bei lokalisiertem Befall sollte eine radikale Lokaltherapie erfolgen, beruhend auf chirurgischer Resektion des Befundes und gegebenenfalls Radiotherapie. Aktuellen Daten zu Folge gibt es mittlerweile auch vielversprechende Studienergebnisse zur Immuntherapie bei CUP.

Weiter Informationen zu den jeweiligen Therapieempfehlungen finden Sie auch unter http://www.therapiealgorithmen.com.

Red. journalonko.de

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