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Medizin
21. April 2021

Bayer-LinkedIn-Event: Chancen der Präzisionsonkologie

Die Firma Bayer ist offizieller Unterstützer der Nationalen Dekade gegen Krebs und setzt sich als forschendes Pharmaunternehmen dafür ein, über die Chancen der Präzisionsonkologie aufzuklären und diese voranzubringen. Bei einem LinkedIn Live Event diskutierten Experten den hohen Stellenwert der molekularen Diagnostik in der Onkologie, die Treibermutationen identifizieren kann und damit erst präzisionsonkologische Therapien ermöglicht.
Die „Nationale Dekade gegen Krebs“ ist eine im Jahr 2019 gegründete und auf zehn Jahre angelegte Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit und zahlreichen weiteren Partnern. Die Initiative hat das Ziel die Krebsforschung in Deutschland massiv zu unterstützen, die Forschungsergebnisse schneller in die Praxis zu bringen und dadurch das Leben der Patienten deutlich zu verbessern. Welche Rolle die Präzisionsonkologie dabei spielt, ist am Beispiel des Adenokarzinoms der Lunge sehr gut erkennbar.

Wie Prof. Dr. Dr. Sonja Loges Universitätsklinikum Mannheim, DKFZ Heidelberg, berichtete, ist in mehr als zwei Drittel der Fälle der onkogene Treiber inzwischen bekannt und für mehr als die Hälfte der Patienten gibt es molekular zielgerichtete und präzisionsonkologische Therapien, die ein langes Überleben trotzt fortgeschrittener Erkrankung ermöglichen (1). Das Potenzial der Präzisionsonkologie kann aber nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn die molekulare Diagnostik in der Routineversorgung und frühzeitig eingesetzt wird, sagte Dr. med. Franz Böhme, Leiter Medizin Onkologie / Hämatologie, Bayer Leverkusen. Doch selbst beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), einer Tumorentität, in der die molekulare Testung bereits relativ etabliert ist und die Therapiechancen hoch sind, lagen die Testraten für häufig auftretende Alterationen im Jahr 2019 noch unter 80%.

Neben dem Lungenkarzinom gibt es bei zahlreichen weiteren Tumoren eine breite Evidenz für therapierelevante Alterationen. Deshalb soll bei Patienten mit seltenen Tumorarten, bei denen häufig genomische Alterationen gefunden werden, bereits vor der Erstlinientherapie molekular getestet werden, forderte Loges. Dazu gehören zum Beispiel das sekretorische Mammakarzinom, das Gallengangskarzinom sowie das Schilddrüsenkarzinom. In der Universitätsmedizin Mannheim sind Einschlusskriterien für die erweiterte molekulare Diagnostik die metastasierte Tumorerkrankung bei Patienten mit soliden Tumoren, die einen ausreichend guten Allgemeinzustand aufweisen und sich in palliativer Therapie während der vorletzten Therapielinie befinden sowie vor Einleitung der Erstlinientherapie bei NSCLC, Gallenwegskarzinomen, sekretorischem Mammakarzinom, sekretorischem Speicheldrüsenkarzinom, Schilddrüsenkarzinom und CUP-Syndrom. Jeder Krebspatient im fortgeschrittenen Stadium sollte die Möglichkeit zur Testung haben, so Loges. Empfohlen wird eine erneute Biopsie und molekulare Testung bei Resistenzentwicklung auf eine zielgerichtete Therapie.

Prof. Dr. Christof von Kalle, Vorsitzender am Berlin Institute of Health und Direktor des klinischen Studienzentrums unterstützt die Forderung, bei mehr Krebspatienten molekular zu diagnostizieren. Für Dr. Bettina Ryll, Mitglied des „Horizon Europe Cancer Mission Board“ der Europäischen Kommission und Vertreterin von Patienteninteressen ist die Weiterentwicklung in der Diagnostik essenziell, da Krebs keine homogene Erkrankung, sondern von Patient zu Patient unterschiedlich sei. Patienten würden Therapieansätze erwarten, die auf bestmögliche Ergebnisse für den Einzelnen abzielen und nicht nur auf die Mittelwerte einer Gruppe.

Dr. rer. nat. Anita Schweiger

Quelle: LinkedIn Live Event: Präzisionsonkologie – ist Deutschland bereit für den Paradigmenwechsel? 14. April 2021; Veranstalter: Bayer

Literatur:

(1) Solomon BJ et al. Journal of Clinical Oncology 2018;36(22).


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