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Medizin

18. Juni 2020 NSCLC mit seltener EGFR-Mutation: Online-Datenbank erfasst Datenlage von Afatinib

Es steht ab sofort eine Online-Datenbank zur Verfügung, welche Orientierung bei der Therapieplanung bei NSCLC-Patienten mit seltenen Mutationen im epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) bieten kann. Diese umfasst alle derzeit für diese Patientenpopulation publizierten Daten zu Afatinib – sowohl aus klinischen als auch aus Real-Life-Studien.
Die Website www.uncommonEGFRmutations.com, die kontinuierlich erweitert wird, ermöglicht eine mutationsspezifische Suche nach verfügbaren Wirksamkeitsdaten (Ansprechen und/oder Behandlungsdauer) von Afatinib.

Aktuelle im Journal of Thoracic Oncology (JTO) publizierte Daten von 693 NSCLC-Patienten sind in der Datenbank hinterlegt und stützen die Evidenz von Afatinib bei den am häufigsten vorkommenden seltenen EGFR-Mutationen der Gruppe 1. So zeigte Afatinib bei Patienten, die zuvor noch nicht mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) behandelt wurden, eine Wirksamkeit bei häufig vorkommenden seltenen Mutationen der Gruppe 1 (mediane Zeit bis zum Therapieversagen (time to treatment failure, TTF): 10,8 Monate; 95%-KI: 8,1–16,6; Gesamtansprechrate (ORR): 60,0%), komplexen sog. „compound“ Mutationen (TTF: 14,7 Monate; 95%-KI: 2,9–9,7; ORR: 77,1%) sowie anderen seltenen Mutationenb (TTF: 4,5 Monate; 95%-KI: 2,9–9,7; ORR: 65,2%). Die durchschnittliche Dauer des Ansprechens lag bei 17,1, 16,6 bzw. 9,0 Monaten.

Bei Patienten mit Exon-20-Insertionen zeigte Afatinib eine heterogene Wirksamkeit mit einer TTF von 4,2 Monaten (95%-KI: 2,8–5,3). Bei 3% dieser Patientenpopulation konnte ein komplettes Ansprechen beobachtet werden; 5% der Patienten wurden länger als 3 Jahre mit Afatinib behandelt.
Die gepoolte Analyse schloss 693 NSCLC-Patienten mit nachgewiesener seltener EGFR-Mutation aus mehr als 40 Ländern ein, die Afatinib im Rahmen von klinischen Studien, Compassionate-Use- oder Expanded-Access-Programmen (CUP, EAP), Phase-IIIb-Studien und nicht-interventionellen Studien erhalten hatten. Des Weiteren wurden publizierte Patienteneinzelfall-Analysen berücksichtigt. 29% der Patienten wiesen häufige seltene EGFR-Mutationen (G719X, L861Q und S768I), 25% T790M-Mutationen, 21% Exon-20-Insertionen, 13% andere seltene EGFR-Mutationen und 12% compound Mutationen auf. Die Ergebnisse wurden in der neuen Online-Datenbank www.uncommonEGFRmutations.com erfasst und stützen die Daten einer Post-hoc-Analyse der LUX-Lung-Studien. Hier wurde für Afatinib bereits eine klinische Wirksamkeit gegenüber den häufigsten seltenen EGFR-Mutationen der Gruppe 1 gezeigt.

Klinische Wirksamkeitsdaten von anderen zugelassenen EGFR-TKIs sind für diese Patientenpopulation begrenzt und beschränken sich primär auf Patienten mit häufigen EGFR-Mutationen (Del19/L858R). In folgende prospektive, randomisierte Phase-III-Studien wurden Patienten mit seltenen Mutationen eingeschlossen: IPASS (Gefitinib, NEJ002 (Gefitinib)iv und LUX-Lung 2, 3 und 6 (Afatinib).

Laut Studienleiter Dr. James Chih-Hsin Yang vom Department of Oncology am National Taiwan University Hospital erschwere die begrenzte Datenlage aus klinischen Studien die Therapieplanung bei Patienten mit seltenen EGFR-Mutationen. „Diese können mittlerweile bei bis zu 20% der EGFR-mutierten Patienten nachgewiesen werden. Die Ergebnisse der gepoolten Analyse sowie der Post-hoc-Analyse aus den prospektiv geplanten LUX-Lung-Studien untermauern den Stellenwert von Afatinib als Erstlinientherapie auch bei dieser Patientenpopulation“, so der Experte.

Doch nicht nur bei seltenen EGFR-Mutationen hat die patienten-individuelle Therapieplanung einen hohen Stellenwert, sondern auch beim Plattenepithelkarzinom. Hier geht es vor allem um eine Abwägung in späteren Therapielinien, wenn die Patienten nach Chemotherapie und Immuntherapie-haltigen Therapieregimen den Wunsch nach Chemotherapie-freier Behandlung äußern. Die Zulassung von Afatinib beim Plattenepithelkarzinom beruht auf den Ergebnissen der LUX-Lung 8-Studie, in der die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Afatinib nach Platin-haltiger Chemotherapie im Vergleich zu Erlotinib untersucht wurde. Dabei konnte sowohl eine signifikante PFS-Verbesserung als auch OS-Verlängerung bei besserer Lebensqualität vs. Erlotinib gezeigt werden.

Quelle: Boehringer Ingelheim


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