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08. Juni 2021
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NSCLC: Ergebnisse zum medianen Gesamtüberleben unter Lorlatinib

Lorlatinib ist derzeit der einzige ALK-TKI der dritten Generation, der in der ALK-TKI-Sequenztherapie (Anaplastische Lymphomkinase – Tyrosinkinase-Inhibitor) zugelassen ist (1). Kürzlich publizierte Follow-up-Daten der zulassungsrelevanten Phase-II-Studie mit einem Follow-up von mehr als 30 Monaten enthalten erstmals Ergebnisse zum medianen Gesamtüberleben sowie zur medianen Dauer des Ansprechens unter Lorlatinib (2). Die Studiendaten bestätigen ein sowohl intra- als auch extrakranielles Ansprechen der Patienten auf Lorlatinib (2). Das intrakranielle Ansprechen ist ein wichtiger Aspekt, da ZNS-Metastasen eine häufige Komplikation des fortgeschrittenen ALK-positiven NSCLC sind (2, 3).
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Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) sind Therapiestandard beim fortgeschrittenen ALK (Anaplastische Lymphomkinase)-positiven nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) (4). Aktuelle Daten der zulassungsrelevanten Phase-II-Studie mit einem Follow-up von über 30 Monaten (Daten-cut-off Mai 2019) bestätigen die gute Wirksamkeit von Lorlatinib (Lorviqua®bei Patienten, die nach einer vorangegangenen ALK-TKI-Therapie einen Progress erlitten hatten (2). In der gepoolten Studienkohorte EXP3B-5, die vor Lorlatinib ≥ 1 Therapie mit einem ALK-TKI der 2. Generation erhielt (n=139), betrug das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) 6,6 Monate (95%-KI: 5,4 – 7,4) mit einer medianen Ansprechdauer (DoR) von 9,6 Monaten (95%-KI: 5,6 – 16,7) (2). Die Gesamtansprechrate (ORR), der primäre Endpunkt der Studie, betrug 39,6% (95%-KI: 31,4 – 48,2) (2). Mit dem neuen Datenschnitt sind nun erstmals auch überzeugende Studiendaten zum Gesamtüberleben (OS) unter Lorlatinib verfügbar: Das mediane OS lag in der gepoolten Studienkohorte bei 20,7 Monaten (95%-KI: 16,1 – 30,3) (2). In der mit nur einem ALK-TKI der 2. Generation vorbehandelten Studienkohorte EXP3B (n=28) zeigte sich unter Lorlatinib ein medianes OS von 38,5 Monaten (95%-KI: 12,3 – NE) (2). Auch nach dem längeren Follow-up wurden keine neuen Sicherheitssignale entdeckt, sondern das gut handhabbare Sicherheitsprofil bestätigt (2).
 
 

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Hohes Ansprechen auch bei Patienten mit Hirnmetastasen

Das Follow-up bestätigt zudem frühere Studienerkenntnisse dahingehend, dass insbesondere im ZNS eine hohe Wirksamkeit besteht. Sowohl bei Patienten mit als auch ohne Hirnmetastasen war ein Progress im ZNS als erstes Progressionsereignis weniger wahrscheinlich als ein Progress außerhalb des ZNS (2, 3). In der gepoolten Studienkohorte EXP3B-5 wiesen 57 (40%) zu Studienbeginn ZNS-Metastasen auf (2). Von diesen zeigten 56,1% (95%-KI: 42,4 – 69,3) ein intrakranielles Ansprechen mit einer objektiven intrakraniellen Ansprechdauer von 12,4 Monaten (95%-KI: 6,0 – 37,1) (2). Die extrakranielle Ansprechrate betrug 36,7% (95%-KI: 28,7 – 45,3) (2).
 
Der ALK-TKI Lorlatinib besitzt einen makrozyklischen Ring und wurde speziell dafür entwickelt, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden (5) und im Zentralnervensystem therapeutisch wirksame Spiegel aufzubauen (6). Zudem zeigt der ALK-TKI auch bei schwer behandelbaren Resistenzmutationen, wie der G1202R-Mutation, Wirksamkeit (3, 7).

Quelle: Pfizer

Literatur:

(1) Fachinformation Lorviqua®, Stand März 2021.
(2) Felip E et al. Ann Oncol. 2021;May;32(5):620–630.
(3) Solomon BJ et al. Lancet Oncol 2018;19(12):1654–1667.
(4) Griesinger F et al. Onkopedia. Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig. 2019 https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/lungenkarzinom-nicht-kleinzellig-nsclc/@@view/html/index.html (abgerufen am 10.05.2021).
(5) Lin JJ et al. Cancer Discov. 2017;7(2):137–55.
(6) Bauer TM et al. Target Oncol. 2020 Feb;15(1):55–65.
(7) Shaw AT et al. J Clin Oncol. 2019;37(16):1370–1379.


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