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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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04. Juli 2018

Neuer Marker für günstige Prognose bei Magen- und Speiseröhrenkrebs

Tumoren, die am Übergang des Magens zur Speiseröhre entstehen, sogenannte Adenokarzinome des gastroösophagealen Übergangs (AEG), sind nach wie vor schwierig zu behandeln und die Heilungschancen sind bislang gering. ForscherInnen des Comprehensive Cancer Center der MedUni Wien und des AKH Wien konnten nun zeigen, dass PatientInnen mit nicht-metastasierten AEGs eine bessere Prognose haben, wenn ihre Tumorzellen das Signalmolekül PD-L1 ausbilden. Die Studie wurde nun im Top-Journal OncoImmunology veröffentlicht.
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In Österreich wird jährlich bei rund 500 Personen ein Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs diagnostiziert. Gleichzeitig ist das jene Tumorart, die mit Abstand die höchste Zunahme verbucht. Sebastian Schoppmann, Universitätsklinik für Chirurgie (Leiter M. Gnant) der MedUni Wien und des AKH Wien, Leiter der Gastroesophageal Tumor Unit des CCC und der vorliegenden Studie: „Die Zunahme ist erschreckend hoch. Einer Studie zufolge wird 2030 einer von 100 Männern in Europa an einem AEG erkrankt sein. Daher ist es besonders wichtig, Risikofaktoren wie Reflux rechtzeitig zu behandeln und weitere, wie zum Beispiel übermäßigen Alkoholgenuss und Rauchen, einzustellen.“


Erforschung des Immungeschehens

Die Standardtherapie von AEG umfasst die chirurgische Entfernung des Tumors, gefolgt von einer Chemo- und Strahlentherapie. Auch die Immuntherapie wird zunehmend Teil der Behandlung, weshalb die komplexen Prozesse rund um das Immungeschehen für KrebsforscherInnen von höchstem Interesse sind.

Das Studienteam rund um Dagmar Kollmann, Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien und des AKH Wien, Erstautorin der Studie sowie Mitglied des CCC, untersuchte in der retrospektiven Arbeit vor allem die Muster, mit denen Krebs- und spezielle Abwehrzellen (Tumor infiltrierende Lymphozyten – TILs) sowohl die Signalmoleküle PD-L1 und PD-L2 als auch den dazugehörigen Rezeptor PD-1 ausbilden. Dafür analysierten sie das Tumormaterial von 168 PatientInnen und stellten fest, dass PD-L1 in rund 50 Prozent der Krebszellen und der TILs nachweisbar (exprimiert) war. Der Rezeptor PD-1 war in rund 80 Prozent der Zellen ausgebildet.


Außerdem fanden sie heraus, dass die Expression von PD-L1 bei PatientInnen, die noch nicht mit einer Immuntherapie vorbehandelt worden waren, ein unabhängiges und starkes Vorhersageinstrument für eine günstige Entwicklung des Krankheitsverlaufs ist, während das Vorhandensein von PD-1 mit einer schlechteren Entwicklung und einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium in Verbindung steht.

Schoppmann: „Mit unserer Studie konnten wir einen neuen Biomarker identifizieren, der uns beim Management unserer PatientInnen unterstützt. Zudem legen die Ergebnisse nahe, dass alle Therapien, die gegen den PD-1-Rezeptor gerichtet sind, also die klassischen Immuntherapien, auch bei AEG wirken.“
Pressemitteilung: Medizinische Universität Wien / Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien
 
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