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Medizin

28. Juni 2019 r/r Non-Hodgkin-Lymphome: Längerfristig hohe Remissionsraten unter Axicabtagen-Ciloleucel

Für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) bzw. primär mediastinalem B-Zell-Lymphom (PMBCL) gab es bis vor kurzem nur unzureichende Behandlungsmöglichkeiten. Das habe die SCHOLAR-1-Studie gezeigt, sagte Dr. Reuben Benjamin, London (GB), auf einem Symposium im Rahmen der 45. Jahrestagung der European Society for Blood and Marrow Transplantation EBMT. In dieser Metaanalyse von 2 randomisierten Phase-III-Studien und 2 Registern sprachen lediglich 26% der Patienten auf eine Salvage-Therapie an (1). Das mediane Gesamtüberleben betrug 6,3 Monate (1). Eine Chance auf bessere Prognosen bieten CAR-T-Zelltherapien wie Axicabtagen-Ciloleucel.
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Fachinformation
Kostimulation verlängert Lebensdauer der CAR-T-Zellen

Bei der CAR-T-Zelltherapie werden Patienten körpereigene T-Lymphozyten entnommen, genetisch mit einem chimären Antigen-Rezeptor (CAR) ausgestattet, und anschließend reinfundiert. Die CAR-T-Zellen können dann B-Lymphozyten gezielt erkennen und bekämpfen.
Axicabtagen-Ciloleucel zählt zur zweiten Generation der CAR-T-Zelltherapien und trägt einen CAR, der das B-Lymphozyten-Antigen CD-19 sowie die kostimulatorische Domäne CD28 und die Signaldomäne CD3-zeta enthält (2). Die Kostimulation verbessert die Expansion und Lebensdauer der CAR-T-Zellen im Vergleich zu Produkten ohne kostimulatorische Domänen, wie Benjamin ausführte. Die Zulassung von Axicabtagen-Ciloleucel erfolgte auf Basis der Ein-Jahres-Daten der ZUMA-1-Studie, die Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL oder PMBCL einschloss (3). Eine neue Auswertung wurde nun nach median 27,1 Monaten präsentiert. Damit ist Axicabtagen-Ciloleucel die CAR-T-Zelltherapie mit der bislang längsten Beobachtungsdauer.

Konsistente Wirksamkeit auch in Subgruppen und im Praxisalltag

„Von 101 Patienten erreichten 83% ein objektives Ansprechen, was der primäre Endpunkt war, 58% ein komplettes und 39% ein anhaltendes“, berichtete Dr. Fred Locke, Tampa/Florida, USA. Von den Patienten, die nach 12 Monaten anhaltend angesprochen hatten, taten dies 93% auch noch nach 24 Monaten (4). 51% der 101 Patienten waren zu diesem Zeitpunkt noch am Leben – deutlich mehr als in der SCHOLAR-1-Studie, in der nach 24 Monaten nur noch 20% der Patienten lebten, wie Locke betonte. Dabei war Axicabtagen-Ciloleucel über alle erfassten Subgruppen hinweg vergleichbar wirksam (4). Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 5,9 Monate für die Gesamtpopulation und war noch nicht erreicht für Patienten in kompletter Remission. Das mediane Gesamtüberleben war zum Zeitpunkt der Auswertung ebenfalls noch nicht erreicht (4). Bei all dem zeigte Axicabtagen-Ciloleucel auch im zweiten Beobachtungsjahr ein positives Nutzen-Risiko-Profil. Ein schwerwiegendes Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS), schwerwiegende neurologische Nebenwirkungen und Infektionen (jeweils ≥ Grad 3) wurden bei 11%, 32% bzw. 28% der Patienten beobachtet (4).
Im Vergleich zur ersten Auswertung (nach 11,7 Monaten medianer Nachbeobachtungszeit) (3) seien keine neuen Fälle von CRS, neurologischen Nebenwirkungen und Tod mit Bezug zur Therapie hinzugekommen. Die Evidenz für Axicabtagen-Ciloleucel wird aktuell durch Daten aus dem Praxisalltag ergänzt. Sie stammen aus 2 retrospektiven Analysen von Kohorten in den USA mit insgesamt 378 Patienten aus 23 Zentren (5,6). Locke erklärte, dass über mehrere Zentren hinweg, die Axicabtagen-Ciloleucel als Standardtherapie einsetzen, die Ansprechraten und die Häufigkeit der Nebenwirkungen ähnlich wie die in ZUMA-1 beschriebenen waren.

Leitlinienempfehlung für die CAR-T-Zelltherapie

Mit Axicabtagen-Ciloleucel steht daher eine Therapie zur Verfügung, die die Perspektive von Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL oder PMBCL im Vergleich zu bisherigen Optionen deutlich verbessern kann (1,4). Prof. Dr. Norbert Schmitz, Münster, geht dementsprechend davon aus, dass Betroffene künftig vermehrt CAR-T-Zelltherapien erhalten werden. Als Gründe nannte er die seiner Ansicht nach meist unbefriedigenden Ergebnisse der Hochdosis-Chemotherapie und der autologen Stammzelltransplantation sowie die beträchtliche Morbidität und Mortalität der allogenen
Stammzelltransplantation in diesem Kollektiv. In der aktuellen DGHO-Leitlinie wird die CAR-TZelltherapie bei Patienten mit mindestens 2 Vortherapien als erfolgversprechende Alternative zur allogenen Stammzelltransplantation empfohlen (7).

Weitere Indikationen in Prüfung

Axicabtagen-Ciloleucel wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem DLBCL und PMBCL nach 2 oder mehr systemischen Therapien. Derzeit wird es in weiteren Indikationen untersucht, unter anderem als Zweitlinientherapie im DLBCL und bei Patienten mit rezidivierter oder refraktärer chronisch lymphatischer Leukämie. Kontakt für interessierte Ärzte bezüglich Zentren, die bereits für eine Therapie mit Axicabtagen-Ciloleucel qualifiziert sind: DEMedical.Information@gilead.com

Quelle: Gilead

Literatur:

(1) Crump M et al. Blood 2017; 130 (16): 1800-1808.
(2) Savoldo B et al. J Clin Invest 2011; 121: 1822.
(3) Fachinformation Yescarta®, Stand April 2019.
(4) Locke FL et al. Lancet Oncol 2019; 20: 31-42.
(5) Jacobson CA et al. Blood 2018; 132: 92; doi: https://doi.org/10.1182/blood-2018-99-117199.
(6) Nastoupil LJ et al. Blood 2018; 132: 91; doi: https://doi.org/10.1182/blood-2018-99-114152.
(7) DGHO-Leitlinie Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom, 2018.


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