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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel

02. Dezember 2015 Urologische Malignome

Prof. Dr. Maximilian Burger, RegensburgSehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

nein – den großen Durchbruch haben wir Ihnen wieder einmal nicht zu bieten. Die drei großen urologischen Malignome, das Nierenzell-, das Harnblasen- und das Prostatakarzinom bleiben große Herausforderungen und viele Fragen ungelöst. Aber wir kommen in einigen Aspekten etwas voran. Und vor allem in solchen, die für unser praktisches Arbeiten vielleicht am relevantesten sind, weil sie unser Handwerk heute schon beeinflussen können – ohne dass große Studien oder gar Zulassungen abgewartet werden müssen.

Es ergeben sich nämlich neue Möglichkeiten, die Risikoeinschätzung des einzelnen Patienten etwas zu verbessern und unsere Therapiekonzepte effektiver auf den Einzelfall abzustimmen. Nicht, dass Sie mich missverstehen: das ist noch nicht die oft beschworene „personalized medicine“, die Dank der Erfassung kompletter Gensignaturen und einer hochkomplexen Statistik inkl. Fuzzylogik den richtigen Weg weist. Doch mal unter uns: eigentlich betreiben wir doch schon eine personalisierte Medizin. Jeder praktisch Tätige in Praxis und Klinik lässt doch seine Erfahrung einfließen und wägt verschiedene Parameter ab – was sich in guten Ergebnissen niederschlägt. Das traue ich mich zu sagen, auch ohne alles mit Evidenz belegen zu können.

Und hier bekommen wir neue Parameter, die praxisnah sein können. Herr Siebels und Herr Hartmann erläutern uns den aktuellen Stand der histopathologischen Klassifikation des Nierenzellkarzinoms und inwiefern man diese besser in unsere Beurteilung einfließen lassen kann. Beim Harnblasenkarzinom gibt es viele molekulare Marker, von denen keiner so recht in die Steuerung des Managements Einzug halten konnte; ein neuerer aber ist sehr vielversprechend und wird Ihnen von den beiden urologischen Erstbeschreibern, Herrn Otto und Herrn Rubenwolf, erläutert. Und beim Prostatakarzinom nutzen wir die perineurale Invasion vielleicht weniger, als wir könnten – obwohl sie recht solide die Tumorbiologie widerspiegelt und mit der Prognose korreliert. Hier fasst Frau Lausenmeyer den aktuellen Datenstand zusammen.

Von daher: in kleinen Schritten geht’s voran. Und vielleicht haben wir ja 2016 den großen Durchbruch – wir halten Sie auf dem Laufenden.

Außerdem möchte ich Sie gerne darauf hinweisen, dass JOURNAL ONKOLOGIE seit dem 01.11.2015 nun auch Standesorgan des Interessenverbandes zur Qualitätssicherung der Arbeit niedergelassener Uro-Onkologen in Deutschland e.V. (IQUO) ist. Aktuell zählen 353 hochspezialisierte niedergelassene onkologisch tätige Urologen zu den Mitgliedern. Sie werden ab jetzt regelmäßig über die Themen und Nachrichten aus dem Verband informiert.

Ihr Prof. Dr. Maximilian Burger, Regensburg


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