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Medizin

26. Juni 2020 FL und CLL: Chemoimmuntherapie-Regime mit Obinutuzumab

Beim 25. EHA hat Roche 49 Abstracts zu zugelassenen sowie in klinischer Prüfung befindlichen Medikamenten in über 7 hämatologischen Indikationen präsentiert. Studien mit langem Follow-up in FL und CLL zeigten die Zuverlässigkeit moderner Chemoimmuntherapie-Regime mit Obinutuzumab (Gazyvaro®). Zudem zeichnet die Vielfalt der Kombinationsmöglichkeiten Gazyvaro in der Behandlung maligner B-Zell-Erkrankungen aus.
Lang anhaltender Wirksamkeitsvorteil

Das auf dem EHA vorgestellte 5-Jahres-Update der GALLIUM-Studie zur Erstlinientherapie des follikulären Lymphoms (FL) bestätigte Obinutuzumab: Mit Obinutuzumab plus Chemotherapie behandelte (initial therapienaive) FL-Patienten profitierten gegenüber dem Vergleichsarm mit Rituximab (Original-Biologikum MabThera®, R-Chemo) sowohl durch weiterhin anhaltende klinisch relevante Vorteile beim progressionsfreien Überleben (PFS: HR=0,76; 95%-KI: 0,62-0,92; p=0,0043; 5-Jahres-PFS: 70,5% (95%-KI: 66,4-74,1) vs. 63,2% (95%-KI: 59,0-67,1)) als auch der Zeit bis zur nächsten antileukämischen Therapie (TTNT: HR=0,72; 95%-KI: 0,57-0,90; p=0,0039; 5-Jahres-TTNT-Rate: 79,7% (95%-KI: 76,1-82,7) vs. 72,9% (95%-KI: 69,1-76,4)) (1). Die Beobachtungsdauer lag hier bei median 76,5 Monaten.

Obinutuzumab plus Venetoclax

Für Patienten mit nicht vorbehandelter chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) und Komorbiditäten zeigte die CLL14-Studie nach median 39,6 Monaten Beobachtungsdauer eine anhaltende Überlegenheit der Kombination von Obinutuzumab plus Venetoclax (Ven) – einem in Partnerschaft mit AbbVie entwickelten Medikament. Im Vergleich mit einer Standardtherapie bestanden auch 2 Jahre nach protokollgemäßer Beendigung der Studienmedikation unverändert klinisch relevante Vorteile bei der Remissionstiefe und -dauer (nicht nachweisbare minimal Resterkrankung (MRD) im peripheren Blut 18 Monate nach Therapieende: 47,2% vs. 7,4%). Das PFS lag nach über 3 Jahren Beobachtungsdauer bei 81,9% vs. 49,5% (2). Damit deutet sich durch die zeitlich begrenzte Gabe von Obinutuzumab plus Venetoclax + Ven ein Langzeitnutzen an, der über das Therapieende weit hinausreicht.
 
Vielseitiger Kombinationspartner

Wie die Vielzahl der beim EHA veröffentlichten Abstracts zeigt, wird Obinutuzumab in zahlreichen Studien als Kombinationspartner etwa mit dem Bruton-Kinase-Inhibitor Acalabrutinib (3) oder Zanubrutinib (4) untersucht oder als Dreifachkombination mit Ibrutinib und Venetoclax in der CLL2-GIVe-Studie (5). Diese schloss CLL-Hochrisikopatienten mit 17p-Deletion und/oder TP53-Mutation ein und erreichte mit einer Rate für komplette Remissionen (CR) von 58,5% bereits den primären Endpunkt (p<0,001). Auch die MRD-Rate von 80,5% stimmt optimistisch. Darüber hinaus werden Anwendungsaspekte von Obinutuzumab aufwändig überprüft – etwa die Gabe als entlastende Kurzzeitinfusion in der FL-Erstlinientherapie. In der Studie GAZELLE wird eine Infusionsdauer von 90 Minuten untersucht (6).
 
Fazit für die Praxis

Die auf dem EHA präsentierten Daten bestätigen die bewährte Wirksamkeit und gute Verträglichkeit von Obinutuzumab und unterstreichen dessen Bedeutung als zentraler Baustein für die Behandlung von Patienten mit CLL bzw. FL. Gleichzeitig weisen die Ergebnisse auf eine neue Vielfalt von Kombinationsmöglichkeiten hin, die eine auf Patientenpräferenzen und das individuelle Krankheitsbild abgestimmte personalisierte Therapie ermöglicht.
 
Ausblick – Vielversprechende Daten zu neuen Substanzklassen

Das kürzlich zugelassene Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Polatuzumab Vedotin (Polivy®) wird in der POLARGO-Studie mit R-GemOx kombiniert. Die Studie rekrutiert auch in Deutschland (7). Zudem stellte Roche auf dem EHA vielversprechende neue Moleküle am Anfang der klinischen Entwicklung vor, wie den bispezifischen anti-CD20/anti-CD3-Antikörper Glofitamab (CD20-TCB): Eine Phase-I-Dosis-Eskalationsstudie mit Glofitamab zeigte ausgeprägte klinische Wirksamkeit bei akzeptablem Sicherheitsprofil beim vorbehandelten non-Hodgkin-Lymphom (8). Eine CR wurde von 36% aller Patienten bei Dosierungen ab 10 mg erreicht, diese war im Verlauf früh sichtbar und bei einem medianem Follow-up von 10,2 Monaten mehrheitlich stabil.

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Townsend W, et al. 25. EHA, 11.-14. Juni 2020; Frankfurt/M. Abstract EP1170
(2) Al-Sawaf O, et al. 25. EHA, 11.-14. Juni 2020; Frankfurt/M. Abstract S155
(3) Brown JR, et al. 25. EHA, 11.-14. Juni 2020, Frankfurt/M. Abstract PB1926
(4) Soumerai J, et al. 25. EHA, 11-14. Juni 2020; Frankfurt/M. Abstract S162
(5) Huber H, et al. 25. EHA, 11.-14. Juni 2020; Frankfurt/M. Abstract S157
(6) Hübel K, et al. 25. EHA, 11.-14. Juni 2020, Frankfurt/M. Abstract PB2191
(7) Haioun C, et al. ASCO, 29.-31. Mai 2020, Chicago. Abstract TPS8070
(8) Dickinson MJ, et al. 25. EHA, 11.-14. Juni 2020, Frankfurt/M. Abstract S241


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