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Medizin

21. Februar 2020 DKK: Molekulares Tumorprofiling für mehr Personalisierte Onkologie

Die Personalisierte Medizin hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt und ist mittlerweile ein wichtiger therapeutischer Ansatz in der Onkologie. Grundlage für individuelle Be­hand­lungspläne ist die Testung auf therapierelevante molekulargenetische Marker. Dies wird auch von verschiedenen Leitlinien empfohlen. Im Rahmen eines Symposiums der Roche Pharma AG während des Deutschen Krebskongresses in Berlin wurde die Bedeutung der umfassenden molekularpathologischen Testung für onkologische Therapieentscheidungen erörtert.
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So kann mit dem Next Generation Sequencing (NGS), das die Basis der FoundationOne®-Assays darstellt, parallel auf mehrere 100 genetische Alterationen des Tumors in bis zu 324 Genen getestet werden. Solche umfassenden Tumorprofilings sind zum Beispiel bei unbekannten Primärtumoren (CUP) von besonderer Bedeutung: Mit einer Multigen-Panel-Analyse auf NGS-Basis können molekulare Treiber des CUP identifiziert werden. Das resultierende molekulare Muster kann die Therapie­ent­scheidung maßgeblich unterstützen. Dabei sind molekulargenetische Marker, die vorrangig spezifischen Entitäten zugeordnet werden, genauso relevant wie indikationsübergreifende Marker wie z.B. Genfusionen in NTRK 1-3.

Die Fortschritte bei der molekulargenetischen Testung haben dazu geführt, dass bereits heute eine Vielzahl molekulargenetischer Marker bekannt sind. Diese können sowohl eine prognostische wie auch eine prädiktive Bedeutung haben. Verschiedene zielgerichtete Wirkstoffe wurden darauf basierend bereits entwickelt. So zeigen beispielsweise moderne Therapieoptionen für ALK-, EGFR-, BRAF- oder ROS1-positives NSCLC, wie sehr Patienten von einer personalisierten Therapie profitieren können. Weitere Entwicklungen hinsichtlich zielgerichteter Therapien werden erwartet.

NGS ermöglicht Personalisierte Medizin

Multigen-Panel-Analysen können dabei helfen, dass noch mehr Patienten im Sinne der Personalisierten Medizin behandelt werden können. Daher umfassen die FoundationOne® basierten Services einerseits Diagnostik mittels NGS zur Erstellung von Tumorprofilen und andererseits die bioinformatische Auswertung der tumorgenomischen Ergebnisse. Dabei kann die molekulargenetische Analyse auf Basis einer Gewebeprobe (FoundationOne® CDx) oder einer Liquid Biopsy (FoundationOne® LIQUID) erfolgen. Der kuratierte Report berücksichtigt die verfügbaren Therapieoptionen und klinischen Studien basierend auf dem jeweiligen Mutationsprofil. Dies kann den Arzt bei einer personalisierten Therapieentscheidung unterstützen. So können durch molekulares Tumorprofiling weitere Therapieoptionen in Betracht gezogen werden. Insbesondere bei Tumorentitäten, für die viele verschiedene genetische Treiber bekannt sind, entwickelt sich die Gewebe-Testung mittels NGS zunehmend zum Standardverfahren. Allerdings kann in einigen Fällen eine Gewebebiopsie für den Patienten nicht mehr durchgeführt werden oder ist mit hohen Risiken verbunden. In solchen Fällen kann eine Liquid Biopsy durch Blutentnahme eine Alternative zur Gewebetestung sein. Zudem kann dieses Verfahren auch als Verlaufskontrolle dienen. Da eine Liquid Biopsy minimal-invasiv und wenig aufwendig ist, kann sie regelmäßig eingesetzt werden. So können die molekulargenetischen Veränderungen des Tumors und damit die Entwicklung der Krebserkrankung beobachtet (1), aber auch Rezidive (2) oder Resistenzen (3) frühzeitig erkannt werden.

CUP: eine Herausforderung für Personalisierte Medizin

Eine umfassende molekulargenetische Charakterisierung ist aufgrund des unbekannten Primärtumors beim CUP-Syndrom von großer Bedeutung. In dieser Indikation zeigt sich deutlich, dass es ein Mehrwert sein kann, das molekulare Profil des Tumors zu kennen, da der Ort der Entstehung des Tumors keinem Organ zugeordnet werden kann. So konnte in einer retrospektiven Studie bei 88 % der CUP-Patienten eine onkogene Alteration nachgewiesen werden. Für 50% dieser nachgewiesenen molekularen Treiber sind zielgerichtete Therapieoptionen bereits potentiell verfügbar oder in klinischer Erprobung (4).

Ob und inwiefern CUP-Patienten mit einem nachgewiesenen molekulargenetischen Marker von einer personalisierten Therapie profitieren können, untersucht aktuell die CUPISCO-Studie. Basierend auf den Tumorprofilen, die mittels FoundationeOne® CDx oder FoundationOne® LIQUID erstellt werden, erhalten die Patienten entweder eine dem Tumorprofil entsprechende personalisierte Therapieoption bzw. Krebs­immun­therapie oder eine Platin-haltige Chemotherapie (5).
 

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Villaflor V et al., Oncotarget 2016; 7: 66880-91
(2) Allen JM et al., Clin Lung Cancer 2017; 18: e219-22
(3) Remon J et al., Annals of Oncology 2017; 28(4): 784–790
(4) Clynick B et al., Ann Oncol 2017; 28(suppl 5): v595-604
(5) Clinical Trials, https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03498521 (aufgerufen am 12.02.2020)


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