Freitag, 5. März 2021
Navigation öffnen

Mammakarzinom: Charakterisierung von Brustkrebs ermöglicht individualisierte Therapie

Mammakarzinom: Charakterisierung von Brustkrebs ermöglicht individualisierte Therapie
© Nobilior / Fotolia.com

Das Mammakarzinom ist eine sehr heterogene Krebsart. Heute sind zahlreiche molekulare Subtypen bekannt, die unterschiedlich aggressiv sind.

Zwei wichtige Tumormerkmale, an denen sich die Therapie orientiert sind der Hormonrezeptorstatus und der HER2-Status. Patientinnen, deren Tumoren Östrogenrezeptor- oder Progesteronrezeptor-positiv reagieren, werden antihormonell mit Tamoxifen oder einem Aromatasehemmer behandelt, um die Tumorwachstums-fördernde Hormonproduktion zu hemmen. Bei Patientinnen mit einem niedrigen Rezidivrisiko (Luminal A Subtyp) kann unter Umständen auf eine Chemotherapie verzichtet werden.

Etwa jede 5. Brustkrebspatientin hat einen HER2-positiven Brustkrebs. Hierbei wird der HER2-Rezeptor auf der Tumorzelloberfläche überexprimiert. Für diese Patientinnen stehen mittlerweilen mehrere spezifische Therapien zur Verfügung. Dazu gehört der Antikörper Trastuzumab, den es auch als Konjugat gekoppelt mit dem Zytostatikum Emtansin gibt, der Antikörper Pertzumab und der Tyrosinkinase-Inhibitor Lapatinib.

Durch die immer besser werdende Definition von Subgruppen ist es möglich, die Brustkrebstherapie zunehmend individueller zu planen und durchzuführen mit besseren Therapieergebnissen. Das Risiko ein Brustkrebsrezidiv zu erleiden, kann mittels Gentests bestimmt werden. Die onkologische Fachzeitschrift JOURNAL ONKOLOGIE berichtet darüber, welche Tests die Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie (AGO) Kommission Mamma in ihren aktuellen Leitlinien empfiehlt. 

Der triple negative Brustkrebs (TNBC) weist nicht die klassischen Merkmale auf (Östrogen-, Progesteron- oder HER2-Rezeptoren) und kommt bei 12 bis 15% aller Brustkrebspatientinnen vor. 15% aller Patientinnen mit triple-negativem Mammakarzinom weisen eine vererbbare Mutation in einem der 17 bekannten Brustkrebsrisikogene auf. In etwa zwei Drittel der Fälle sind die Tumorsuppressorgene BRCA1 und BRCA2 mutiert. BRCA1 und BRCA2 sind die maßgeblichen Gene, die, wenn sie mutiert sind, in einem hohen Prozentsatz zu Brust- und auch Eierstockkrebs führen. Beide Gene können sicher mit einem Gentest nachgewiesen werden. Etwa 5-10% aller Brustkrebserkrankungen sind genetisch bedingt.

Bild: Mamma - Nobilior - Fotolia

Registrieren Sie sich jetzt und nutzen Sie
das gesamte Angebot unserer Plattform

Registrieren-Pfeil Registrieren-Pfeil Registrieren-Pfeil
Jetzt registrieren

News

Fortgeschrittenes HER2-positives Mammakarzinom: Tucatinib überzeugt nach zweifacher Vortherapie

Bei Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom haben Trastuzumab, Pertuzumab und T-DM1 die Heilungsraten in frühen Stadien und die Überlebensdaten im metastasierten Stadium erheblich verbessert. Doch was tun bei einem Krankheitsprogress nach dieser intensiven Anti-HER2-Vorbehandlung? Für die Therapie nach mindestens zwei HER2-gerichteten Vortherapien steht seit kurzem der hochselektive HER2-Inhibitor Tucatinib (Tukysa®) zur Verfügung, der auch bei...

PARP-Inhibition beim fortgeschrittenen gBRCA1/2-mutierten Mammakarzinom

In der aktuell veröffentlichten Leitlinie der Kommission Mamma der AGO erhielt die zielgerichtete Therapie mit dem PARP-Inhibitor Talazoparib (Talzenna®)(A) den höchstmöglichen Empfehlungsgrad („++“) für PatientInnen mit fortgeschrittenem HER2- Mammakarzinom und einer BRCA-Keimbahnmutation (1). Talazoparib steht seit Juni 2020 für die zielgerichtete Therapie von PatientInnen mit einem HR+/HER2- oder triple-negativen, lokal...

Studie: Posttraumatischer Stress zu Anfang der Pandemie bei Krebspatienten verbreitet

Eine Studie, die von Dr. Domenico Galetta, Bari, Italien, präsentiert wurde, zeigte, dass in Folge der COVID-19-Pandemie Symptome von posttraumatischem (PT) Disstress bei ungefähr einem Viertel der Krebspatienten vorlag (1). Galetta forderte, dass der Schutz von Krebspatienten ein wichtiger Bestandteil der Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Bekämpfung der Pandemie sein sollte. „Die SARS-CoV2-Pandemie hat aufgrund der Verringerung von...

Moderne Krebsmedikamente wirken über kleinste molekulare Bewegungen

Moderne immuntherapeutische Krebsmedikamente unterstützen einen natürlichen Mechanismus des Immunsystems, um das Wachstum von Tumorzellen zu unterbinden. Sie docken an einen bestimmten Rezeptor der Killer-Zellen an und verhindern deren Abschaltung durch die Krebszellen. Ein komplexer molekularbiologischer Vorgang, den man kennt, aber bisher nicht im Detail nachvollziehen konnte. In einer molekulardynamischen Studie analysierten nun die Gruppe um den Medizininformatiker Wolfgang Schreiner...

Neue Studiendaten zu Abemaciclib beim HR+, HER2- fortgeschrittenen Mammakarzinom

Im Rahmen des virtuellen San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS 2020) wurden neue Daten zu Abemaciclib (Verzenios®) (1) vorgestellt. So bestätigten die Ergebnisse einer präklinischen Analyse Abemaciclib als starken CDK (Cyclin-Dependent Kinase)-4-Hemmer (2). Präsentiert wurden zudem Daten zu Abemaciclib plus antihormoneller Therapie bei Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Hormonrezeptor-positiven (HR+); HER-2-negativen (HER2-)...

Videos

  • Video Overlay Video Frame Empfehlungen 2020 der Kommission Mamma der AGO zur Therapie primärer und fortgeschrittener Mammakarzinome
    0/5 Sternen
    4:05

    Prof. Dr. med. Volkmar Müller, Hamburg 
    Empfehlungen 2020 der Kommission Mamma der AGO zur Therapie primärer und fortgeschrittener Mammakarzinome 

    Video Overlay Video Frame Prof. Dr. med. Sibylle Loibl: Verabschiedung
    0/5 Sternen
    1:29

    Prof. Dr. med. Sibylle Loibl, Chair of the German Breast Group, Chief Executive Officer GBG Forschungs GmbH 
    Prof. Dr. med. Sibylle Loibl: Verabschiedung 

  • Video Overlay Video Frame OP und Strahlentherapie: Prof. Dr. med. Jörg Heil
    0/5 Sternen
    4:25

    Prof. Dr. med. Jörg Heil, Leiter Sektion Senologie, Universitätsklinikum Heidelberg 
    OP und Strahlentherapie: Prof. Dr. med. Jörg Heil 

    Video Overlay Video Frame Neoadjuvante/Adjuvante/Postneoadjuvante Therapie: Prof. Dr. med. Frederik Marmé
    0/5 Sternen
    14:48

    Prof. Dr. med. Frederik Marmé, Sektionsleitung Konservative Gynäkologische Onkologie, Experimentelle & Translationale Gynäkologische Onkologie Universitätsfrauenklinik Universitätsmedizin Mannheim 
    Neoadjuvante/Adjuvante/Postneoadjuvante Therapie: Prof. Dr. med. Frederik Marmé 

  • Video Overlay Video Frame Prof. Dr. med. Volkmar Müller: ZNS Register BrainMet
    0/5 Sternen
    2:00

    Prof. Dr. med. Volkmar Müller, Stellvertretender Klinikdirektor, Leiter konservative gynäkologische Onkologie, Klinik und Poliklinik für Gynäkologie Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 
    Prof. Dr. med. Volkmar Müller: ZNS Register BrainMet 

    Video Overlay Video Frame Sabine Seiler: Brustkrebs in der Schwangerschaft und präventives Denosumab bei Patientinnen mit BRCA-Mutation
    0/5 Sternen
    3:56

    Dr. Sabine Seiler, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Senior Medical Advisor GBG Forschungs GmbH 
    Sabine Seiler: Brustkrebs in der Schwangerschaft und präventives Denosumab bei Patientinnen mit BRCA-Mutation 

  • Video Overlay Video Frame Ohne Supportivtherapie ist alles nichts…
    0/5 Sternen
    3:17

    Dr. rer. nat. Petra Ortner, Medizinjournalistin und Geschäftsführerin POMME-med GmbH, München 
    Ohne Supportivtherapie ist alles nichts… 

    Video Overlay Video Frame Take Home aus Sicht des internistischen Onkologen
    0/5 Sternen
    2:50

    Dr. med. Lothar Müller, Papenburg 
    Take Home aus Sicht des internistischen Onkologen