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29. April 2015

Inzidenz-Anstieg von Vulvatumoren bei jungen Frauen in Deutschland

Inzidenz-Anstieg von Vulvatumoren bei jungen Frauen in Deutschland
© Jochen Schönfeld / Fotolia.com

Für invasive Vulvakarzinome wurde, laut eines bundesweiten Pools von epidemiologischen Krebsregisterdaten, in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme berichtet. Hauptrisikofaktoren für die Entstehung sind Lichen sclerosus und humane Papillomviren (HPV) und ebenso begünstigt Rauchen die Entstehung (1).

Eine primäre Prävention der invasiven Karzinome ist durch die Vermeidung einer genitalen Infektion mit HPV möglich.

Die Karzinogenese des Vulvakarzinoms ist bis heute noch nicht in ihrer ganzen Komplexität geklärt. Es wird von zwei unterschiedlichen Tumorentitäten ausgegangen: dem Vulvakarzinom der jungen Frau mit oft positivem HPV-Nachweis, histologisch undifferenzierten, basaloiden oder condylomatösen Typen und nicht selten einer Kombination mit Karzinomen der Zervix und/oder des Anus oder deren Vorstufen (multizentrisches Auftreten) (2). Die Prädilektionsstelle der Tumore ist die Region zwischen Klitoris und Urethra (ca. 40%).

Bei den lokalisierten, operablen Tumoren ist die Resektion abhängig von Lokalisation und Größe. Dabei kann die Tumorresektion in sano im Sinne einer partiellen Vulvektomie ebenso ausreichend sein wie ein rein einseitiges Vorgehen bei einem lateralen Tumor.

Die inguinofemorale Lymphonodektomie ist bei Tumoren mit einer Invasionstiefe > 1 mm Standard, in jedem Fall bei klinisch tastbarem Lymphknotenbefall. Eine zusätzliche pelvine Lymphonodektomie ist indiziert bei nodal-positiven Patientinnen bzw. einer Makrometastase > 10 mm.

Von einem Vorteil einer Radiochemotherapie gegenüber alleiniger Therapie kann man bei nodal-positiven Patientinnen ausgehen.

Bei lokal rezidivierender Erkrankung ist häufig ein erneutes chirurgisches Vorgehen wichtig. Eine Radiotherapie kann nur erfolgen, wenn die Patientin noch nicht in dem Bereich vorbestrahlt ist (strahlennaiv) (2).

Ausführliche Informationen finden Sie auch auf unseren Seiten auf www.journalonko.de.

Literatur:

(1) http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Poster/Downloads/2014/DKK2014_vulvatumoren_nina_buttmann.pdf?__blob=publicationFile

(2) http://www.journalonko.de/aktuellview.php?id=2467

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