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Medizin

26. Februar 2020 Platinsensitives Ovarialkarzinom: Olaparib-Erhaltungstherapie unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus

Olaparib + Bevacizumab im Vergleich zu Bevacizumab alleine verlängerte unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus das progressionsfreie Überleben um rund 6 Monate in der Erstlinien-Erhaltungstherapie beim fortgeschrittenen platinsensitiven Ovarialkarzinom.
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Der PARP(Poly-ADP-Ribose-Polymerase)-Inhibitor Olaparib (Lynparza®) ist sowohl als Erhaltungstherapie bei platinsensitivem Rezidiv nach Ansprechen auf eine platinhaltige Chemotherapie unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus als auch in der Erstlinien-Erhaltungstherapie bei BRCA-mutiertem Ovarialkarzinom zugelassen. In beiden Indikationen habe die Erhaltungstherapie mit Olaparib das Risiko für eine Krankheitsprogression um 70% verringert, verwies Prof. Babara Schmalfeld, Hamburg, auf den Therapieerfolg in den jeweiligen Zulassungsstudien (1, 2). PARP-Inhibitoren seien deshalb ein Muss in der Therapie des platinsensitiven Ovarialkarzinoms.

PFS-Vorteil von Olaparib + Bevacizumab unanbhängig von BRCA-Mutationsstatus

Weitere Zulassungen für PARP-Inhibitoren in der Erstlinien-Erhaltungstherapie werden laut Schmalfeld demnächst erwartet. So erzielte Olaparib in der Erstlinien-Erhaltungstherapie in Kombination mit dem Standard Bevacizumab unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus einen PFS-Vorteil im Vergleich zu Bevacizumab alleine (3). In der Studie PAOLA wurden 806 Patientinnen mit neu diagnostiziertem, high-grade Ovarialkarzinom und Ansprechen nach einer primären platinsensitiven Chemotherapie + Bevacizumab unabhängig vom BRCA-Status randomisiert. Alle Patientinnen erhielten als Erhaltungstherapie weiterhin Bevacizumab (15 mg/kg alle 3 Wochen über 15 Monate) und entweder zusätzlich 2x täglich 300mg Olaparib (n=537) oder Placebo (n=269).

PFS-Vorteil auch ohne BRCA-Mutation

Nach einem medianen Follow-up von 22,9 Monaten betrug das progressionsfreie Überleben (PFS) in der Gesamtpopulation mit Olaparib + Bevacizumab 22,1 Monate und mit Placebo + Bevacizumab 16,6 Monate, was einer Risikoreduktion für eine Progression oder Tod von 41% entspricht. Patientinnen mit einer BRCA-Mutation profiterten von der Kombination am meisten: Olaparib verlängerte das PFS um 15,2 Monate (37,2 vs. 21,7; HR=0,31). Aber auch die Patientinnen ohne BRCA-Mutation hatten einen PFS-Vorteil unter Olaparib (1,9 vs. 16,0 Monate; HR=0,71).

Testung auf BRCA-Mutation bei Diagnosestellung

Auch wenn PARP-Inhibitoren beim platinsensitiven Ovarialkarzinom unabhängig vom BRCA-Status eingesetzt werden können, sollten alle Patientinnen bereits bei der Diagnosestellung auf BRCA-Mutationen getestet werden, betonte Schmalfeld. Der BRCA-Mutationsstatus ist nach wie vor für die Prognoseabschätzung, die langfristige Therapieplanung und familiäre Risikoabschätzung notwendig. 

Andrea Warpakowski

Quelle: Symposium „PARP-Inhibition 2020“ am 21. Februar 2020 im Rahmen des 34. Deutschen Krebskongress in Berlin; Veranstalter Astra Zeneca

Literatur:

(1) Pujade-Lauraine E et al. Lancet Oncol 2017; 18(9): 1274-1284.
(2) Moore K et al. N Engl J Med 2018; 379: 2495-2505.
(3) Ray-Coquard I et al. NEJM 2019; 381: 2416-2428.


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