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02. Juli 2020 Malignes Melanom: Zweite Checkpoint-Inhibition nach Progress aussichtsreich

Als persönliches Highlight zur Dermatoonkologie stellte Prof. Dr. Arthur Gerl, München, im Rahmen des Onkologie VirtuOS-Meetings den ASCO-Talk von Dr. Daniel J. Olson vor. Dieser präsentierte eine Phase-II-Studie, der zu Folge eine erneute Checkpoint-Inhibition aus niedrig dosiertem Ipilimumab und Pembrolizumab nach Progress unter einer ersten PD-1-Blockade zu einer signifikanten Antitumor-Aktivität bei gleichzeitig akzeptabler Verträglichkeit führte (1).
Beim malignen Melanom konnten Kombinationstherapien aus Anti-PD-1- und Anti-CTLA-4-Antikörpern zu besseren Ansprechraten (RR) führen als eine Therapie mit einem Anti-PD-1-Antikörper alleine, allerdings ginge dies auch mit mehr unerwünschten Nebenwirkungen einher, erklärte Gerl. Komme es nach der Anti-PD-1-Therapie zum Progress, seien die weiteren Behandlungsoptionen sehr limitiert, so Gerl weiter.

In der Studie wurden Patienten mit nicht resektablem oder metastasiertem Melanom und einer bestätigten Progression unter einem Anti-PD-1-Antikörper und einem ECOG-Performance Status 0-1 (vorherige BRAF-Blockade und ZNS-Behandlung waren erlaubt, ein Uvea-Melanom war ausgeschlossen) mit Pembrolizumab 200 mg i.v. q3w und Ipilimumab 1 mg/kg q3w für 4 Zyklen und im Anschluss mit Pembrolizumab allein über bis zu 2 Jahre behandelt. Der primäre Endpunkt war die RR gemäß immune-related RECIST-Kriterien (irRECIST). Von insgesamt 70 in die Studie eingeschlossenen Patienten konnten 61 bezüglich ihres Ansprechens auf die Therapie ausgewertet werden: 5 Patienten hatten eine komplette Remission (CR), 14 hatten partielle Remissionen (PR) und 11 stabile Erkrankungen (SD) bei einer Ansprechrate von 31% (21/67) der auswertbaren Patienten und 30% (21/70) bei allen eingeschlossenen Patienten. Die irRECIST-Ansprechrate lag bei 27% (19/70). Die mediane Dauer des Ansprechens war 18,5 Monate (95%-KI: 10,6 bis nicht-bestimmt). Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) betrug 5,0 Monate (95%-KI: 2,8-8,3) und das mediane Gesamtüberleben 24,7 Monate (95%-KI: 15,2 bis nicht-bestimmt). Eine weitere Analyse zeigte, dass das Ansprechen auf die Therapie von der PD-L1-Expression unabhängig war.

27% (19/70) der Patienten hatten therapiebedingte unerwünschte Ereignisse (AEs) ≥ Grad 3-4, am häufigsten traten Diarrhoe, Rash und Transaminasenanstieg auf.

Diese Daten seien sehr vielversprechend, allerdings seien die Fallzahlen doch sehr gering, und man müsse weitere Ergebnisse abwarten, resümierte Gerl.

SK

Quelle: ASCO Virtual 2020

Literatur:

(1) Olson DJ et al. J Clin Oncol 38: 2020 (suppl; abstr 10004).


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