Dienstag, 13. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Piqray
Piqray
Medizin
08. Januar 2021

NSCLC: Verlängertes Gesamtüberleben mit Immuntherapie + Chemo

Die Kombination aus den Checkpoint-Inhibitoren Nivolumab/Ipilimumab zusammen mit 2 Zyklen einer Chemotherapie wurde kürzlich zur Erstlinienbehandlung des metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) bei Erwachsenen zugelassen. Aus Expertensicht bietet sich damit die Chance auf eine effektive initiale Tumorkontrolle und eine langanhaltende Wirksamkeit.  
 
Während die duale Immuntherapie mit Nivolumab (Nivo, Opdivo®) und Ipilimumab (IPI, Yervoy®) langfristig synergistisch auf den Tumor wirkt, bremsen die beiden Zyklen einer Platin-basierten Chemotherapie das initiale Tumorwachstum, berichtete Dr. Martin Reck, Großhansdorf. Erprobt wurde dieses Prinzip in der Phase-III-Studie CheckMate 9LA vs. eine alleinige Chemotherapie. Eingeschlossen waren Patienten mit nicht vorbehandeltem fortgeschrittenen NSCLC ohne Hinweis auf eine sensitivierende EGFR-Mutation oder ALK-Translokation. Als primärer Endpunkt wurde das Gesamtüberleben (OS) gewählt, sekundär ging es um das progressionsfreie Überleben (PFS), das Ansprechen (ORR) und die auf die PD-L1-Expression bezogene Wirksamkeit.

Nivo + Ipi + Chemo verlängerten das mediane OS nach einem Follow up von mindestens 12,7 Monaten auf 15.6 Monate gegenüber 10,9 in der Kontrollgruppe (Hazard Ratio HR=0,66). Das Ein-Jahres-Überleben erreichte 63% gegenüber 47%. Die prompte Trennung der Kaplan-Meier-Kurven wertete Reck als starkes frühes Überlebenssignal. Das überlegene OS spiegelte sich konsistent in fast allen Subgruppen wider, besonders ausgeprägt bei Patienten mit ZNS-Metastasen (HR 0,38). Die gute Wirksamkeit galt gleichermaßen für alle Histologien des NSCLC und unabhängig von der PD-L1-Expression.  

In der Auswirkung der Therapien auf die  Lebensqualität unterschieden sich die Therapiearme kaum. Das galt für den  initialen Gewinn ebenso wie für die Zeit bis zur Verschlechterung. Auch wenn die Rate an therapieassoziierten Nebenwirkungen auf eine intensive Behandlung hindeutete, so blieb die Rate an fatalen unerwünschten Ereignissen dennoch gering, erklärte Reck. Typische Folgen einer Chemotherapie wie Anämie, Neutropenie und Alopezie traten unter der Kombination seltener auf.

Prof. Dr. med. Michael Thomas, Heidelberg, würde die neue Therapieoption aus dualer Immuntherapie plus Chemotherapie beispielsweise bei Patienten mit Hirnmetastasen, bei fehlender PD-L1-Expression und im Falle von  Komorbiditäten, die eher gegen eine Chemotherapie sprechen, erwägen.  

Martin Bischoff

Quelle: Launch-Fachpressegespräch „Neue Behandlungsoption in der First-Line-Therapie des NSCLC: immunonkologische Kombinationstherapie eröffnet Perspektiven“, 15.12.2020; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb


Anzeige:
Venclyxto
Das könnte Sie auch interessieren
Hufeland-Preis ehrt Initiatoren eines bundesweiten Kita-Sonnenschutzprojekts zur Krebsprävention
Hufeland-Preis+ehrt+Initiatoren+eines+bundesweiten+Kita-Sonnenschutzprojekts+zur+Krebspr%C3%A4vention
© drubig-photo / Fotolia.com

Prof. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Dermatologische Prävention e.V. (ADP), Dr. Nadja Seidel und Dr. Friederike Stölzel, Leiterinnen des Präventionszentrums des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) sind mit dem Hufeland-Preis des Kuratoriums der Stiftung Hufeland-Preis ausgezeichnet worden. Sie erhielten den mit 20.000 Euro dotierten Preis für...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NSCLC: Verlängertes Gesamtüberleben mit Immuntherapie + Chemo"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.