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Medizin
13. April 2021

Rezidivierte indolente Non-Hodgkin-Lymphome: Verlängertes PFS unter Copanlisib + Rituximab

Die Ergebnisse aus der randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie CHRONOS-3 zeigen eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) durch die Kombination von Copanlisib, dem einzigen intravenös verabreichten pan-Klasse-I-Inhibitor der Phosphatidylinositol-3-Kinasen (PI3K), und Rituximab bei Patienten mit rezidiviertem indolentem Non-Hodgkin-Lymphom (iNHL). Bei den mit dieser Kombination behandelten Patienten ging das Risiko der Krankheitsprogression oder der Mortalität um 48% zurück (HR=0,52, p=0,000002) im Vergleich zu Patienten, die mit Placebo und Rituximab behandelt wurden. Das mediane PFS betrug 21,5 Monate in der Kombinationsgruppe im Vergleich zu 13,8 Monaten in der Kontrollgruppe.
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Die starke Senkung des Progressions- bzw. Mortalitätsrisikos wurde bei allen in der Studie vordefinierten iNHL-Subtypen beobachtet. Dazu gehören das follikuläre Lymphom (FL; HR=0,580), das Marginalzonen-Lymphom (MZL; HR=0,475), das kleinzellige lymphozytische Lymphom (SLL; HR=0,243) und das lymphoplasmazytoidale Lymphom/die Waldenström-Makroglobulinämie (LPL/WM; HR=0,443). Das Profil der unerwünschten Ereignisse (UE) im Zusammenhang mit der Kombinationstherapie stimmte weitgehend mit den zuvor veröffentlichten Daten über die einzelnen Wirkstoffe der Kombinationstherapie überein, und es wurden keine neuen Sicherheitssignale identifiziert. Diese Daten wurden am 10. April in einer Plenarsitzung für klinische Studien beim virtuellen Jahreskongress 2021 der American Association for Cancer Research (AACR) vorgestellt und gleichzeitig in The Lancet Oncology veröffentlicht.
 

Zulassung in den USA, Israel und Taiwan

Copanlisib ist derzeit in den USA, Israel und Taiwan unter dem Handelsnamen Aliqopa™ für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem follikulärem Lymphom (FL) zugelassen, die zuvor mindestens 2 systemische Therapien erhalten haben; außerhalb dieser Märkte ist das Produkt noch nicht zugelassen.

„Die signifikante Senkung des Mortalitätsrisikos durch die Kombination von Copanlisib und Rituximab, die wir in CHRONOS-3 sehen, bedeutet einen dringend benötigten Fortschritt in der Behandlung von rezidivierten indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen“, sagte Pier Luigi Zinzani, M.D., Ph.D., Institut für Hämatologie und medizinische Onkologie der Universität Bologna in Italien.

„Copanlisib ist der erste PI3K-Inhibitor, der in Kombination mit Rituximab im Vergleich zu Rituximab und Placebo eine breite und überlegene Wirksamkeit mit kontrollierbarem Sicherheitsprofil bei Patienten mit rezidiviertem iNHL in allen vordefinierten Subtypen zeigt“, sagte Dr. Scott Z. Fields, Bayer. „Da Copanlisib als intermittierende intravenöse Infusion verabreicht wird, treten behandlungseinschränkende Nebenwirkungen, wie sie mit anderen verfügbaren oralen PI3K-Inhibitoren beobachtet wurden, nicht häufig auf. Beispiele dafür sind schwere gastrointestinale Toxizitäten und immunvermittelte Ereignisse. Die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil unterstreichen das Potenzial dieser Kombination als neuartige, stark wirksame Option für Patienten mit iNHL, und wir freuen uns darauf, die Gespräche mit Zulassungsbehörden weltweit voranzubringen.“
 

Zusätzlich beim AACR vorgestellte Daten aus CHRONOS-3

Neben dem primären Endpunkt des progressionsfreien Überlebens (PFS) wurden auch Daten über die sekundären Endpunkte der Gesamtansprechrate (Overall Response Rate, ORR) und der Rate des vollständigen Ansprechens (Complete Response Rate, CRR) vorgestellt. Die ORR für die Kombination von Copanlisib und Rituximab lag bei 80,8% gegenüber 47,7% bei Rituximab und Placebo, und bei 33,9% bzw. 14,6% der Patienten wurde ein vollständiges Ansprechen erzielt.
 

Klinischer Vorteil im Vergleich zur Monotherapie

Von den an der Studie beteiligten Patienten mit rezidivierten iNHL hatten 60% FL, 20,7% MZL, 10,9% SLL und 8,3% LPL/WM. Weitere Analysen der beim AACR präsentierten und in The Lancet Oncology veröffentlichten Subtypen zeigten, dass die Kombination von Copanlisib und Rituximab bei allen in der Studie vordefinierten iNHL-Subtypen zu einer signifikanten Verbesserung des klinischen Ansprechens führte. Patienten, die mit der Kombination von Copanlisib und Rituximab behandelt wurden, zeigten außerdem einen frühen und dauerhaften klinischen Vorteil im Vergleich zur Monotherapie mit Rituximab.
 

UEs

Therapiebedingte unerwünschte Ereignisse (TEAEs) in allen Graden, die bei über 20% der Patienten bei der Kombination von Copanlisib und Rituximab beobachtet wurden, waren Hyperglykämie (69,4%) und Bluthochdruck (49,2%), die in Zusammenhang mit den Infusionen auftraten und vorübergehend und kontrollierbar waren, sowie Durchfall (33,6%), Neutropenie (20,8%), Übelkeit (22,5%) und Fieber (20,5%). Die Abbruchrate aufgrund von TEAEs lag bei 32% im Kombinationsarm und 8% im Kontrollarm und entsprach dem Sicherheitsprofil, das zuvor für Copanlisib und Rituximab als Monotherapien berichtet wurde. Das legt nahe, dass Copanlisib und Rituximab zur Behandlung von Patienten mit rezidiviertem iNHL kombiniert werden können, ohne das Gesamtsicherheitsprofil der einzelnen Wirkstoffe zu beeinträchtigen.

Quelle: Bayer


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