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Medizin
07. Oktober 2020

Pankreaskarzinom: Klinische Forschungsgruppe durch DFG gefördert

Die Behandlung des Pankreaskarzinoms zählt zu den großen Herausforderungen der modernen Krebsmedizin. Krebs des Pankreaskarzinoms tritt nicht nur in verschiedenen Subtypen auf, er wächst auch stark ins umliegende Gewebe ein, bildet schnell Metastasen und spricht schlecht auf herkömmliche Therapien an.
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Um die Behandlungsmöglichkeiten bei Pankreaskarzinomen zu verbessern, fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine neue Klinische Forschungsgruppe (KFO) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) für 4 Jahre mit rund 5,9 Millionen Euro. Die KFO 5002 „Charakterisierung und Targeting der Genomdynamik für eine Subtyp-spezifische Therapie des Pankreaskarzinoms“ hat Anfang September 2020 ihre Arbeit aufgenommen. Ziel der interdisziplinär aufgestellten Klinischen Forschungsgruppe ist es, Subtypen des Pankreaskarzinoms zu analysieren, die molekularen Veränderungen des Tumors besser zu verstehen und Therapiestrategien für eine individualisierte Behandlung des Pankreaskarzinoms zu entwickeln.
Die Leitung der KFO 5002 liegt bei Prof. Dr. Volker Ellenrieder, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, gastrointestinale Onkologie und Endokrinologie und Direktor des UniversitätsKrebszentrums der UMG, und Priv.-Doz. Dr. Elisabeth Heßmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Gastroenterologie, gastrointestinale Onkologie und Endokrinologie der UMG. Die KFO 5002 ist eine von derzeit insgesamt 14 Klinischen Forschungsgruppen deutschlandweit.

„Die Förderung der DFG ist eine große Anerkennung für die erfolgreichen gemeinsamen Vorarbeiten der Antragsteller im Bereich Genomdynamik in den letzten Jahren. In ganz Deutschland gibt es nur 4 Klinische Forschungsgruppen mit onkologischer Ausrichtung, die KFO 5002 an der UMG ist eine davon. Das bestätigt die hohe Expertise und erhöht die bundesweite Sichtbarkeit der Göttinger Krebsforschung und stärkt den onkologischen Schwerpunkt an der Universitätsmedizin Göttingen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes der UMG und Dekan der Medizinischen Fakultät.

„Wir sind sehr stolz, dass wir das mehrstufige Begutachtungsverfahren der DFG erfolgreich durchlaufen haben und als einzige Klinische Forschungsgruppe in dieser Ausschreibungsrunde eine Förderung erhalten. Diese hochkarätige Auszeichnung ist ein wichtiger Meilenstein für die translationale Forschung an der UMG und im laufenden Bewerbungsverfahren bei der Deutschen Krebshilfe um ein Onkologisches Spitzenzentrum, in dem wir uns zusammen mit der Medizinischen Hochschule Hannover befinden“, sagt Prof. Dr. Volker Ellenrieder, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, gastrointestinale Onkologie und Endokrinologie und Direktor des UniversitätsKrebszentrums der UMG.

Bauchspeicheldrüsenkrebs gezielt behandeln

Die Prognose bei Pankreaskarzinom ist mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von unter 8% weiterhin sehr schlecht. Aktuellen Erhebungen zufolge wird das Pankreaskarzinom schon in wenigen Jahren die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache in westlichen Ländern sein. Zusätzlich zum aggressiven Tumorwachstum und der ausgeprägten Resistenz gegenüber herkömmlichen Therapieansätzen ist der Tumor in seinen molekularen Strukturen sowie in seinem Erscheinungsbild sehr vielfältig. Deshalb wird das Pankreaskarzinom in Subtypen unterteilt. Diese sind bisher jedoch noch nicht alle bekannt und nicht hinreichend erforscht.

Molekularen Fingerabdruck entschlüsseln

In der KFO 5002 kooperieren 16 Grundlagenwissenschaftler*innen und Kliniker*innen aus der Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Gastroenterologie, gastrointestinale Onkologie und Endokrinologie, Humangenetik, Medizininformatik, Medizinischen Statistik sowie Molekularen Onkologie und Pathologie der UMG. In sieben Teilprojekten untersucht die KFO 5002 die Bedeutung spezifischer molekularer Veränderungen des Pankreaskarzinoms für das Wachstumsverhalten und das Therapieansprechen des Tumors. Daraus sollen individuelle Behandlungskonzepte abgeleitet werden, die den „molekularen Fingerabdruck“ des Tumors berücksichtigen. Flankiert werden die Teilprojekte von zwei Zentralprojekten, die innovative Tumormodelle, bioinformatische Pipelines und neuartige Technologien entwickeln. Diese Plattformen unterstützen die wissenschaftlichen Aktivitäten der Teilprojekte. Darüber hinaus ermöglichen sie die Testung neuer Therapiestrategien in präklinischen Modellen als wichtigen Schritt für die Vorbereitung auf eine klinische Studie zur personalisierten Behandlung des Pankreaskarzinoms.

Quelle: Universitätsmedizin Göttingen


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