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Medizin

08. Dezember 2020 mNSCLC: Angiogenesehemmung in der Sequenz effektiv

Durch die Einführung der Immuntherapie (IO) nahm die Entwicklung der Therapie des metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (mNSCLC) auch ohne Treibermutation einen rasanten Verlauf, sagte Prof. Dr. Wolfgang Brückl, Nürnberg. Mit IO wurde eine mehrphasige Sequenztherapie ermöglicht. In der zweiten oder dritten Linie kommen nunmehr Angiogenesehemmer zum Einsatz, die im Zusammenspiel mit IO synergistische Effekte entwickeln sollen.
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Brückl referierte in diesem Zusammenhang eine eigene Analyse aus deutschen Kliniken, in welcher die Wirksamkeit von Ramucirumab (Cyramza®) + Docetaxel in der Therapie des mNSCLC ohne Treibermutation nach Behandlung mit Chemotherapie und Immun-Checkpoint-Inhibitoren untersucht wurde. In dieser retrospektiven Datenanalyse von 67 Patienten aus 9 thoraxonkologischen Zentren erfolgte zunächst eine Behandlung mit Platin-basierter Chemotherapie gefolgt von IO.

Ramucirumab + Docetaxel wurden somit in der Drittlinie appliziert. Die synergistischen Effekte des VEGF-Inhibitors mit der IO erhoffte man sich durch einen "Nachhall der IO“. Der Antiangiogenese werden inhibitorische Effekte in Bezug auf die Abwehr des Tumors gegen das Immunsystem zugesprochen, womit die IO eine stärkere Wirksamkeit entfalten kann.

Resultate

Das mediane PFS unter der Kombinationstherapie mit Ramucirumab und Docetaxel betrug in der Drittlinientherapie 6,8 Monate, unabhängig von der Histologie (Plattenepithelkarzinom oder Adenokarzinom). Das mediane OS ab Beginn der Erstlinientherapie konnte mit 29 Monaten dokumentiert werden. Und das mediane OS ab Beginn der Drittlinientherapie betrug 11 Monate (1). Brückl: "Die Ergebnisse zeigen ein gutes Ansprechen auf die Kombinationstherapie mit Ramucirumab und Docetaxel nach Immunchemotherapie in der Drittlinie.“

Positive Erfahrung in der Zweitlinie

Der niedergelassene Onkologe Prof. Dr. Eckardt Laack, Hamburg, präsentierte Daten zu der Kombination Ramucirumab + Docetaxel in der Zweitlinie des mNSCLC. In der Phase III-Studie REVEL wurde diese Kombination nach Versagen einer Platin-haltigen Chemotherapie getestet. Das Vergleichskollektiv erhielt Placebo + Docetaxel.

Unter der aktiven Kombination, so Laack, wurde ein medianes OS von 10,5 Monaten gegenüber 9,1 Monaten protokolliert. Der Unterschied war – unabhängig von der Histologie – statistisch signifikant (p=0,024). Das mediane PFS betrug 4,5 versus 3,0 Monate (HR=0,76; p<0,001). Auch das Gesamtansprechen (ORR) war unter der Kombination signifikant besser (23% vs. 14%, p<0,001) (2,3).

Die Nebenwirkungen waren in beiden Armen ähnlich und meist durch Dosisreduktionen und Supportivtherapien handhabbar. Die Kombination von Ramucirumab + Docetaxel wird in der Zweitlinie in aktuellen Leitlinien 2018/19 (Onkopedia, ESMO und S3) empfohlen.
Laack hat in seiner eigenen Praxis "positive Erfahrung mit dieser Kombination in der Zweitlinientherapie gemacht."

Reimund Freye

Quelle: Online-Presse-Session: Metastasiertes NSCLC ohne Treibermutation: Was tun nach Progress unter initialer Platin-basierter Immunchemotherapie?, 19.11.2020; Veranstalter: Lilly Oncology

Literatur:

(1) Brueckl W et al., Clin Med Insights: Oncol 2020; 14:1-9
(2) Garon EB et al., Lancet 2014; 384(9944):665-73
(3) Fachinformation Cyramza®, aktueller Stand; www.lilly-pharma.de/cyramza


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