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Medizin
13. Januar 2021

Meilensteine für die Krebstherapie der Zukunft

Merck stellte im Rahmen des AIO-Herbstkongresses sein Entwicklungsportfolio mit zukunftsweisenden Wirkstoffkandidaten vor. „Unser Anspruch ist es, Therapieoptionen für Krebserkrankungen mit einem hohen ungedeckten Bedarf zu entwickeln“, sagte Dr. Klaus Edvardsen, Merck. Dazu konzentriere man sich auf Wirkstoffe, die sich 3 Therapiestrategien zuordnen lassen: der Immuntherapie, der gezielten Blockade onkogener Signalwege und der Hemmung zellulärer DNA-Reparaturmechanismen, der so genannten DNA-Damage-Response-Inhibition (DDRi).
Avelumab Indikationserweiterung und Tepotinib – im Ausland bereits zugelassen

Am weitesten fortgeschritten ist die Entwicklung von Avelumab als mögliche Therapieoption beim fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom. In der Phase-III-Studie JAVELIN Bladder 100 zeigte der PD-L1-Antikörper Vorteile gegenüber Best Supportive Care, wobei die positiven Ergebnisse laut Edvardsen nicht mit Nachteilen bei der Lebensqualität einhergingen (1, 2). In den USA ist Avelumab in dieser Indikation bereits zugelassen, in der EU wird eine Zulassung angestrebt.

Therapeutisches Potenzial zeigt auch der orale MET-Tyrosinkinase-Inhibitor Tepotinib. Er wird derzeit unter anderem in der Phase-II-Studie VISION bei Patienten mit nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) und METex14-Skipping geprüft (3). Darin erzielte Tepotinib positive Ergebnisse bezüglich der Ansprechrate und der Ansprechdauer. Die erste Zulassung für die Behandlung von NSCLC-Patienten mit METex14-Skipping hat Tepotinib in Japan erhalten.

Künftige Säulen der Therapie

Ein weiterer Beleg für die Entwicklungskompetenz von Merck ist das bifunktionale Fusionsprotein Bintrafusp alfa, der erste Vertreter einer neuen Generation von Immunonkologika. Bintrafusp alfa adressiert mit PD-L1 und TGF-βgleichzeitig 2 Signalwege, die bei der Karzinogenese eine wichtige Rolle spielen (4) – man spricht von einer Multiple-Shots-on-Goal-Strategie. Derzeit laufen mehrere Studien der Phasen I bis III, in denen Bintrafusp alfa als Monotherapie sowie in Kombination mit Chemo- bzw. Radiotherapie bei verschiedenen Krebsentitäten geprüft wird. Daten aus der Langzeitnachbeobachtung von Phase-I-Studien zur Zweitlinienbehandlung bei Patienten mit NSCLC bzw. mit biliären Tumoren wurden 2020 auf den Kongressen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) und der European Society of Medical Oncology (ESMO) präsentiert.

Zuletzt verwies Edvardsen auf das Merck-Portfolio an DDR-Inhibitoren (DDRi). Es umfasst 5 Wirkstoffe, die allein oder als Partner in Kombinationstherapien bei soliden Tumoren mit hohem ungedecktem Bedarf geprüft werden – beispielsweise beim kleinzelligen Lungenkarzinom. DDRi führen dazu, dass (Krebs-)zellen zufällige oder induzierte DNA-Schäden nicht mehr reparieren können und absterben. Mit der DDR-Inhibition legt Merck einen weiteren Grundstein für die Krebsbehandlung der Zukunft.

Quelle: Merck

Literatur:

(1) Powles T et al. New Engl J Med 2020;383;1218-1230. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2002788.
(2) Powles T et al. Virtual ESMO Congress 2020; Abstract 2653
(3) Paik PK et al. N Engl J Med 2020; 383:931-943 DOI: 10.1056/NEJMoa2004407
(4) Lind H et al. J Immunother Cancer 2020; 8(1): e000433. doi: 10.1136/jitc-2019-000433


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