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Medizin

27. November 2018 Fortgeschrittene Lungenkarzinome: Verbesserte Überlebenschancen unter Kombinationstherapien mit Atezolizumab

Neue Daten aus Phase-III-Studien zeigen, dass Patienten mit fortgeschrittenen Lungenkarzinomen sehr von einer Kombinationstherapie von Chemotherapie mit dem Checkpoint-Inhibitor Atezolizumab profitieren können. Erstmals seit langer Zeit eröffnen sich dadurch auch verbesserte Überlebenschancen für Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom (SCLC).
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Beim fortgeschrittenen SCLC konnte nach Einführung von Etoposid/Platin in den 1980er Jahren kein durchschlagender neuer Therapieerfolg mehr erzielt werden, sagte PD Dr. Florian Fuchs, Erlangen. Mit der Phase-III-Studie IMPower133 hat sich das jetzt geändert. Unbehandelte Patienten mit fortgeschrittenem SCLC erhielten hier entweder Atezolizumab + Chemotherapie (Carboplatin + Etoposid) mit nachfolgender Atezolizumab-Erhaltungstherapie oder eine alleinige Chemotherapie.

Verlängertes Gesamtüberleben beim SCLC

Unter der Kombination zeigte sich eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (mOS 12,3 vs. 10,3 Monate; p=0,0069) und mehr als die Hälfte der Patienten (51,7%) war nach einem Jahr noch am Leben (vs. 38,2% unter alleiniger Chemotherapie). Auch der Anteil von Patienten, die nach einem Jahr noch progressionsfrei waren, war unter der Atezolizumab-Kombination mehr als verdoppelt (12,6% vs. 5,4%) (1).  

NSCLC: Atezolizumab-Kombination in der Erstlinie

Auch beim fortgeschrittenen NSCLC gibt es in der Erstlinie positive neue Ergebnisse für die Kombinationstherapie mit Atezolizumab. In der Phase-III-Studie IMPower150 wurden Patienten mit noch nicht chemotherapeutisch vorbehandeltem metastasierten NSCLC (kein Plattenepithelkarzinom) in 3 Gruppen randomisiert: Gruppe A erhielt Atezolizumab + Chemotherapie (Carboplatin + Paclitaxel), Gruppe B Atezolizumab, Chemotherapie + Bevacizumab und Gruppe C nur Chemotherapie + Bevacizumab. Das Besondere an der Studie: Eingeschlossen waren auch EGRF-positive und ALK-positive Patienten, wenn es unter der zielgerichteten Therapie zu Progress oder Unverträglichkeiten gekommen war.

Unter der Vierfachkombination (Gruppe B) lebten die Patienten im Mittel 4,5 Monate länger als unter der Kombination von Chemotherapie und Bevacizumab (mOS 19,2 vs. 14,7 Monate; p=0,02). Erfreulicherweise profitierten Patienten mit Lebermetasten (13,2 vs. 9,1 Monate) und TKI-vorbehandelte Patienten mit EGRF- oder ALK-Mutation besonders von der Therapie (2). Gerade diese Patienten haben ansonsten eine besonders schlechte Prognose, sagte der Onkologe.

Maria Weiß

Quelle: Satellitensymposium „Perspektiven in der Onkologie“, 15. AIO-Herbstkongress, 16.11.2018, Berlin; Veranstalter: Roche

Literatur:

(1) Liu S et al. WCLC 2018; Abstract PLO2.07.
(2) Socinski MA et al. N Engl J Med (2018);378(24):2288-301.


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