Mittwoch, 2. Dezember 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Medical Cloud CAR T
 
Medizin

28. Mai 2020 ASCO: Therapien gegen 44 Tumorarten

Vom 29.-31. Mai stellen Forschungsgruppen und Pharma-Unternehmen neueste Fortschritte bei Krebstherapien vor – beim weltgrößten Krebskongress „ASCO20 Virtual“. Dazu sagt Han Steutel, Präsident des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa): „Trotz zahlreicher neuer Projekte speziell gegen COVID-19 steht der medizinische Fortschritt außerhalb der Infektiologie nicht still. Forschende Pharma-Unternehmen tun alles, um laufende Studien zur Erprobung neuer Medikamente fortzuführen und neue aufzulegen. Das gilt gerade auch für Krebsmedikamente, zu denen Pharma-Unternehmen in Deutschland die meisten Studien durchführen. Wir rechnen deshalb für die kommenden Jahre mit weiteren guten Fortschritten für Krebspatienten.“
Anzeige:
Xospata
 
Fortgeschrittene onkologische Projekte

Die im vfa organisierten forschenden Pharma- und Biotech-Unternehmen arbeiten derzeit an mehr als 200 fortgeschrittenen Projekten für bessere Krebstherapien – an Projekten, die schon bis 2023 zu einem neuen Medikament oder einer neuen Therapie führen können. So sollen 44 verschiedene Krebsarten in unterschiedlichen Krankheitsstadien besser behandelbar werden. Das geht aus einer Erhebung des vfa bei seinen Mitgliedsunternehmen vom Oktober 2019 hervor.

Die Projekte zielen darauf ab, die Vermehrung von Krebszellen bei Betroffenen möglichst dauerhaft unter Kontrolle zu halten und – wo möglich – Patienten sogar zu heilen. Wie immer in der Arzneimittelentwicklung werden nicht alle erfolgreich sein, doch aufgrund der unterschiedlichen Ansätze dürften auch bei Krebsarten, bei denen einige Projekte scheitern, andere Erfolg haben. Die meisten dieser Projekte (35) richten sich gegen den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, gefolgt von Brustkrebs (22), Prostatakrebs (15), dem Blutkrebs AML und dem Knochenmarkkrebs Multiples Myelom (jeweils 12).

Auch an Therapien gegen seltene Krebsarten wie z.B. Synovial-Sarkom (tritt in Armen oder Beinen auf) oder Morbus Waldenström (befällt Lymphknoten) wird gearbeitet. Dazu Han Steutel: „Nicht nur die Patienten mit häufigen Krebsarten hoffen auf Fortschritt. Deshalb erproben unsere Unternehmen ihre Medikamente jeweils gegen bis zu 12 Krebsarten gleichzeitig, und dabei ausdrücklich auch mit Patienten, die an seltenen Krebsarten leiden.“

Rund 15% der Projekte (31) betreffen Krebsarten, die ausschließlich oder vor allem Frauen betreffen; 7% (15) adressieren Krebsarten von Männern.

Wie die Medikamente wirken

Die Medikamente in Erprobung werden teils biopharmazeutisch, teils chemisch-synthetisch hergestellt. Sie bekämpfen Tumoren auf unterschiedliche Weise, wie aus der vfa-Erhebung hervorgeht:
  • Bei 66 Projekten (32%) aktivieren verschiedene Antikörper bestimmte Immunzellen des Patienten gegen die Krebszellen.
  • In 8 Projekten werden Patienten, die an seltenen Leukämien oder Lymphomen leiden, gentherapeutisch mit veränderten T-Zellen behandelt (in CAR-T-Zell-Therapien und TCR-T-Zell-Therapien).
  • In 46 Projekten (22%) wird die Vermehrungssteuerung der Tumorzellen an unterschiedlichen Schaltelementen (den Kinasen) blockiert – zielgerichtet nach einer Genanalyse des Tumors.
  • In 9 Projekten werden die Tumorzellen mit Antikörpern angegriffen, die Giftstoffe mitbringen, aber gesunde Zellen weitgehend verschonen.
  • In 14 Projekten gehen Krebszellen zugrunde, weil ihre DNA-Reparatur medikamentös unterbunden wird.
  • Weitere Projekte erproben noch andere Konzepte zur Tumorbekämpfung. Neue Chemotherapeutika (die neben Tumorzellen unvermeidlich auch viele gesunde Zellen schädigen) werden hingegen nicht mehr entwickelt; sie sind nur noch bei einigen der neuen Therapien als zusätzliche Maßnahme erforderlich.

Quelle: vfa


Anzeige:
Avastin MammaCA BC
Avastin MammaCA BC
 

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"ASCO: Therapien gegen 44 Tumorarten"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab