Samstag, 24. Oktober 2020
Navigation öffnen
Anzeige:
Revlimid
Revlimid
 

Medizin

04. Juli 2019 NSCLC: 10 Jahre personalisierte Therapie mit EGFR-TKIs

Die Markteinführung des EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitors (EGFR-TKI) Gefitinib (IRESSA®) für die Erstlinientherapie des fortgeschrittenen EGFR-mutationspositiven nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) (1) am 01. Juli 2009 markierte den Beginn der personalisierten Therapie von Lungenkrebs in Deutschland. Erstmals wurde ein Medikament für die NSCLC-Therapie auf Basis eines prädiktiven Biomarkers zugelassen. Der Erstgenerations-EGFR-TKI läutete damit einen bahnbrechenden Wandel in der Behandlung des NSCLC ein. Mittlerweile steht mit Osimertinib (TAGRISSO®) bereits ein Drittgenerations-EGFR-TKI zur Verfügung, der die Therapie dieser Patientengruppe nochmals entscheidend verbessert. Empfehlungen zur Testung auf EGFR-Mutationen sind daher in allen Leitlinien zur NSCLC-Therapie verankert (2-4).
Anzeige:
Alecensa
Alecensa
 
Über die prädiktive Bedeutung aktivierender Mutationen des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR) für die Wirksamkeit von EGFR-TKI wurde bereits im Jahr 2004 berichtet (5,6). Daraus ergaben sich erstmals konkrete Ansatzpunkte für individualisierte Behandlungsstrategien beim NSCLC: Die IPASS-Studie demonstrierte die Überlegenheit dieses Konzepts im Vergleich zur Platin-basierten Kombinationschemotherapie (7). Mit der daraus resultierenden Zulassung von Gefitinib hielt schließlich die routinemäßige molekulare Testung Einzug in die medizinische Praxis in Deutschland. Seit der Markteinführung dieses EGFR-TKI vor 10 Jahren sind Biomarker-stratifizierte Differenzialtherapien stetig auf dem Vormarsch und bestimmen maßgeblich das diagnostische und therapeutische Vorgehen beim fortgeschrittenen NSCLC (2-4).

„Für eine fundierte Therapieentscheidung ist die molekularpathologische Diagnostik beim NSCLC heute unverzichtbar. Sind Treibermutation für das Tumorwachstum verantwortlich, kann eine hochwirksame zielgerichtete Therapie zum Einsatz kommen, von der möglichst viele Patienten profitieren sollten“, erläutert Prof. Dr. Jürgen Wolf, Köln, die Bedeutung personalisierter Behandlungskonzepte.

EGFR-TKI-Therapie in der dritten Generation angekommen

Im vergangenen Jahr erhielt Osimertinib die Zulassungserweiterung für die Erstlinientherapie des fortgeschrittenen EGFR-mutationspositiven NSCLC auf Grundlage der FLAURA-Studie. Die randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie zeigte ein bis dato noch nie erreichtes medianes progressionsfreies Überleben (PFS) von fast 19 Monaten (18,9 vs. 10,2 Monate in der Vergleichsgruppe, die mit Gefitinib oder Erlotinib therapiert wurde; HR=0,46; p<0,0001) (8,9).

Optimierungsbedarf bei molekularpathologischen Testraten

Neben EGFR-TKI können auch andere zielgerichtete Therapeutika wie z.B. ALK- oder ROS1-TKI bei Nachweis einer entsprechenden genomischen Aberration eingesetzt werden. Daher empfehlen alle relevanten Leitlinien bei Patienten mit nicht kurativ behandelbaren NSCLC die entsprechende molekulare Testung vor der ersten Therapieentscheidung durchzuführen – lediglich starke Raucher mit Plattenepithelkarzinom-Histologie dürfen hiervon ausgenommen werden (2-4). Trotz des erheblichen potentiellen Benefits der verfügbaren Medikamente bleiben in der klinischen Routine dennoch zahlreiche Lungenkrebs-Patienten ungetestet, wie die Daten der deutschlandweiten Lungenkrebsregisterstudie CRISP (Clinical Research Platform Into Molecular Testing, Treatment and Outcome of Non-Small Cell Lung Carcinoma Patients) belegen. Demnach werden mehr als ein Viertel (26,8%) der NSCLC-Patienten mit Nicht-Plattenepithelkarzinomen nicht auf EGFR-Mutationen getestet. Bei ROS1- und ALK-Translokationen fallen sogar noch mehr Patienten durchs Raster (10). Es gilt daher nach wie vor, Strategien zu entwickeln, die eine bestmögliche Patientenversorgung sicherstellen und die personalisierte Therapie in der Breite der Versorgung implementieren.

Quelle: AstraZeneca

Literatur:

(1) Fachinformation Iressa®, Stand: April 2018.
(2) Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC). Stand: November 2018. Verfügbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/lungenkarzinom-nicht-kleinzellig-nsclc/@@view/html/index.html (Zugriff am 16.06.2019)
(3) S3-Leitlinie Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 1.0 – Februar 2018, AWMF-Registernummer: 020/007OL. Verfügbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-007OL_l_S3_Lungenkarzinom_2018-03.pdf (Letzter Zugriff: 20.04.2019)
(4) Planchard D et al. Ann Oncol 2018;29(suppl 4):iv192-iv237.
(5) Lynch TJ et al. N Engl J Med 2004;350:2129-39.
(6) Paez JG et al. Science 2004;304:1497-1500.
(7) Mok et al. N Engl J Med 2009;361:947-957.
(8) Fachinformation Tagrisso®, Stand: August 2018.
(9) Soria JC et al. N Engl J Med 2018;378(2):113-25.
(10) Griesinger F et al. Oncol Res Treat 2018;41:Abstract #V753.


Anzeige:
Pegfilgrastim

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NSCLC: 10 Jahre personalisierte Therapie mit EGFR-TKIs"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO Virtual Congress 2020
  • Fortgeschrittenes Melanom nach Versagen einer PD-(L)1-Inhibition: Vielversprechende Antitumoraktivität mit Pembrolizumab + Lenvatinib
  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
  • HNSCC: Pembrolizumab als Monotherapie und als Partner einer Platin-basierten Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
  • Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verlängert auch das fernmetastasenfreie Überleben bei komplett resezierten Hochrisiko-Melanomen im Stadium III
  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
  • Neuer Checkpoint-Inhibitor: Vielversprechende erste Studiendaten für Anti-TIGIT-Antikörper Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab