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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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18. März 2014

Erster europäischer Index über die Versorgung von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs: Früherkennung entscheidend für das Überleben

Der erstmalige Vergleich der Behandlungen von Bauchspeicheldrüsenkrebs in Europa zeigt, dass die meisten Länder dieser Krankheit nicht genug Aufmerksamkeit schenken. An Bauchspeicheldrüsenkrebs sterben inzwischen fast genauso viele Menschen wie an Brustkrebs, und dennoch wird diese Krebsart vom Gesundheitssystem vernachlässigt. In 4 von 5 Ländern werden Behandlungsergebnisse nicht überwacht und es wurde keine bewährte Vorgehensweise vereinbart.

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Auch Deutschland und viele andere westeuropäische Länder gehören zu dieser Gruppe - ein unerwartetes Ergebnis für ein Land, das ein fokussiertes, lebensrettendes Gesundheitssystem besitzt. Dies wird aus dem europäischen Index für Bauchspeicheldrüsenkrebs (EPCI - Euro Pancreatic Cancer Index) ersichtlich, der heute von der schwedischen Forschungseinrichtung Health Consumer Powerhouse (HCP) veröffentlicht wurde.

Deutschland könnte bei der Versorgung von Bauchspeicheldrüsenkrebs viel besser abschneiden, sagt Dr. Arne Björnberg, Fertigungsleiter des HCP-Index. Die 5-Jahres-Überlebensrate ist eine der besten, und dennoch sind Behandlungsergebnisse im Allgemeinen schlecht dokumentiert. Das Ziel wird aus den Augen verloren - etwas, für das die Deutschen normalerweise nicht bekannt sind. Mit Hilfe von Patientenrechten und -informationen wird eine aktive Entscheidungstreffung gefördert. Der Zugang zu Medikamenten ist gut, allerdings könnte die Palliativversorgung verbessert werden.

Den Ruf als "lautloser Killer" besitzt Bauchspeicheldrüsenkrebs zu Recht - er wird im Allgemeinen zu spät erkannt, wodurch eine Behandlung fast unmöglich ist. Mit mehr als 100.000 Toten pro Jahr ist es die vierthäufigste Ursache für krebsbedingte Todesfälle in der EU. Und im Gegensatz zu anderen Krebsarten steigt diese Zahl sogar an! Die meisten Menschen, bei denen Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wird, sterben innerhalb eines Jahres nach der Diagnose.

Und dennoch haben die meisten Länder keine bewährte Vorgehensweise bei der Behandlung. Von 5 Ländern können 4 keine Daten zu ihren Behandlungsergebnissen präsentieren. Der EHCI zeigt, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit in den leistungsstarken europäischen Ländern zweimal höher liegt als in den leistungsschwachen Ländern.

Auch wenn das Gesamtbild bei weitem nicht positiv ausfällt, so gibt es dennoch Vorreiter bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs, erklärt Ann-Marie Yazbeck, Projektmanagerin des EPCI. Mit gutem Beispiel gehen hier vor allem die Niederlande, Dänemark, Frankreich und Irland voran. Die Ärzte in diesen Ländern sind sich der Krankheit bewusster und Behandlungsergebnisse werden vergleichsweise gut überwacht und dokumentiert. Ermutigend ist, dass wir strategische Schritte in Richtung Fortschritt identifizieren können. Deutschland sollte sich bei der Überwachung und Dokumentation der Behandlungsergebnisse von Bauchspeicheldrüsenkrebs verbessern!

Abb.: Euro Pancreatic Cancer Index 2014
 


Es wird eine bewährte Vorgehensweise benötigt:
 

  • Der Index weist auf die folgenden Pfeiler für eine potentielle europaweite Vorgehensweise bei Bauchspeicheldrüsenkrebs hin:
  • Das Bewusstsein für die Krankheit muss bei Ärzten in der Primärversorgung durch Schulungen geweckt werden, damit diese den Zusammenhang von ungenauen Symptomen erkennen können.
  • Früherkennung ist für eine effektive Behandlung absolut unerlässlich.
  • Schneller Zugang zu fachärztlichen Diagnosen und Operationen.
  • Behandlungsergebnisse müssen systematisch und auf eine leicht zugängliche Weise überwacht und dokumentiert werden.
  • Patienten müssen über ihre Behandlungsoptionen informiert werden, und es müssen Listen mit zertifizierten Chirurgen und grenzüberschreitenden Versorgungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden.


Der Index - ein erstmaliger Vergleich der Versorgung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs in Europa - deckt mit Hilfe von 30 Indikatoren die folgenden Bereiche ab: Patientenrechte, Informationen und Zugang zur Versorgung, Prävention, Behandlungsergebnisse, Diagnostik, Arzneimittel und Palliativmedizin.

Wie die Länderbewertung des EPCI zeigt, gibt es viele unterschiedliche Ergebnisse - mit einer ungewöhnlichen Mischung an Ländern mit hohen und mittleren Einkommen in der oberen Hälfte der Rangliste.

Die Niederlande befindet sich mit 879 von möglichen 1000 Punkten an der Spitze (wie in so vielen anderen HCP-Indexen auch), gefolgt von Dänemark (872), Frankreich (812), Irland (807), und Großbritannien auf dem annehmbaren 5. Platz (800), jedoch mit einer Überlebensrate, die eine der schlechtesten in Europa ist! Deutschland (718) ist auf Platz 9.

Quelle: Health Consumer Powerhouse
 
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