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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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29. Oktober 2015

Chronische Lymphatische Leukämie: Bendamustin als gut verträgliches Chemotherapie-Rückgrat bei unfitten Patienten

In den letzten Jahren sind viele Fortschritte in der Therapie der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) gemacht worden, von denen insbesondere junge, fitte Patienten profitieren. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind jedoch 70% der CLL-Patienten über 65 Jahre alt (medianes Alter 72 Jahre) und haben im Vergleich zu jüngeren Patienten mehr Komorbiditäten. In ihrem Review diskutieren Wolfgang Knauf und Daniel Re, dass solche Patienten in vielen der wichtigsten Studien deutlich unterrepräsentiert sind und oftmals eine suboptimale Therapie erhalten. Dies liege zum Teil am fehlenden Konsensus über die Klassifizierung des Gesundheitsstatus.

Dadurch sei es auch schwierig, die Ergebnisse verschiedener Studie miteinander zu vergleichen. Um sicherzustellen, dass sowohl fitte als auch unfitte ältere Patienten eine adäquate Therapie erhalten, sei eine Verfeinerung der zurzeit verwendeten Screeninginstrumente sowie ihre Standardisierung notwendig. Die Deutsche CLL-Studiengruppe (GCLLSG) verwendet seit einigen Jahren eine auf der CIRS (Cummulative Illness Rating Scale) basierende Klassifizierung des Gesundheitszustandes, die sowohl Alter als auch Fitness der Patienten einbezieht und unterteilt sie in Go-Go, Slow-Go und No-Go-Patienten (fragile Patienten, die nur eine Supportivtherapie erhalten).

Der Therapiestandard in der First-Line Therapie von fitten, jungen, gesunden Patienten mit fortgeschrittener, aktiver Erkrankung (Go-Go-Patienten) ist FCR, das auch für fitte, ältere Patienten eine Option sein kann. Für die Mehrheit der CLL-Patienten: unfitte ältere Patienten mit Komorbiditäten, die eine weniger toxische Therapie bekommen sollten (Slow-Go-Patienten), sei FCR aufgrund seines Toxizitätsprofils und der schlechteren Therapieergebnisse in dieser Patientengruppe nicht geeignet. Wie Studien, die Bendamustin mit anderen Chemotherapeutika verglichen, zeigen, ist Bendamustin in Kombination mit einem CD20-Antikörper (Rituximab, Obinutuzumab) eine wirksame Alternative für diese Patienten. Die mit FCR vergleichbare Effektivität zusammen mit einem reduzierten Toxizitätsprofil und besserer Verträglichkeit weisen darauf hin, dass Bendamustin für diese Patienten, die die Mehrheit der CLL-Patienten darstellt, das Chmotherapie-Rückgrat der Wahl sei, so die Autoren des Reviews. Zudem könne die Kombination von Bendamustin mit Immuntherapien, die sich in der Entwicklung befinden, die Aussichten für diese Patienten noch weiter verbessern.

Chemotherapie-freie Optionen mit dem CD52-Antikörper Alemtuzumab, dem PI3Kδ-Inhibitor Idelalisib, dem BCL-2-Inhibitor ABT-199, dem BTK-Inhibitor Ibrutinib und der immunmodulatorischen Substanz Lenalidomid werden ebenfalls in Studien überprüft. Laut Knauf und Re weisen die Daten momentan jedoch darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, komplette molekulare Remissionen zu erreichen, mit einem Chemotherapie-Rückgrat weit höher liegen. Zudem könnte die Toxizität einiger neuer kleiner Moleküle und Antikörper ihre Anwendung bei älteren, unfitten Patienten ausschließen.

Dank jüngsten Fortschritten in der CLL-Therapie unfitter Patienten, die keine FCR-Therapie erhalten können, bestehe nun auch für diese Patienten die Aussicht auf bessere Therapieergebnisse, die eher denen von fitten, häuptsächlich jüngeren Patienten entsprechen, so Knauf und Re. Die beste Therapie für die Mehrzahl der Patienten bleibe bis heute eine Chemotherapie-basierte Behandlung. Aufgrund ihrer besseren Verträglichkeit bei vergleichbarer Effektivität spielte z.B. die Front-Line Therapie mit Bendamustin als Mono- und Kombinationstherapie eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung der Behandlungsoptionen und -Ergebnisse – auch bei unfitten Patienten.

Carina Jung, Bochum

Literatur:

Wolfgang Knauf, Daniel Re. Chronic Lymphocytic Leukemia: Raising Expectations in the Treatment of Elderly Patients. J Leuk 2015;3:2:1000181, http://dx.doi.org/10.4172/2329-6917.1000181

 
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