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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
29. Dezember 2012

Gesteigerte Remissionsraten durch Hinzunahme von Rituximab und Thiotepa zur Hochdosischemotherapie

DGHO 2012 - primär zerebrales Lymphom

Das primär zerebrale Lymphom (syn. primäres ZNS-Lymphom, PCNSL) zählt als auf das Gehirn beschränktes, extranodales Lymphom zu den seltenen Gehirntumoren. Prof. Gerald Illerhaus, Freiburg, berichtete, dass PCNSL mit Steroiden (Methotrexat, MTX) eine durchaus effektive Behandlung erfahren: Die MTX-Induktionstherapie über 1-2 Zyklen führt zur Reduktion der Raumforderung. Nach Beenden der Induktion kehren diese jedoch zurück, weswegen eine Konsolidierung zur Vernichtung des letzten Zellklons notwendig ist. Die Freiburg-Studien I-III haben gezeigt, dass die Hinzunahme von Rituximab sowie die Verdopplung der Thiotepa*-Dosis (verändertes Freiburger Protokoll) bessere Remissionsraten sowie ein 2-Jahres-Überleben von 87% zur Folge hatten. Dies wird in künftigen Studien berücksichtigt werden.

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Für jüngere Patienten unter 65 Jahren hat sich die Primärtherapie, bestehend aus Thiotepa-basierter Hochdosistherapie plus autologer Stammzelltransplantation (ASCT), als effektiv erwiesen. Die Ganzhirnbestrahlung (WBRT) hingegen kann beschränkt werden auf Patienten, die ungenügend auf die Hochdosischemotherapie ansprechen, sagte Illerhaus.

„Die Remissionsraten haben sich verbessert, nachdem Rituximab in der Studie Freiburg III dazugenommen wurde und Thiotepa mit 20 mg/m2 verdoppelt dosiert wird“ , erläuterte Illerhaus. „Wir erklären uns das so, dass auch ein PCNSL eine systemische Erkrankung ist; irgendwo muss der Klon herkommen - und mit Rituximab kann man ihn zusätzlich erreichen“, so Illerhaus.

Derzeit laufen die randomisierte Phase-II-Studie IELSG32, in der neudiagnostizierte Patienten entweder die Standardtherapie MTX/AraC oder MTX/AraC/Rituximab oder MTX/AraC/Thiotepa/Rituximab (=MATRix) erhalten. Für die sich anschließende Konsolidierung wird verglichen zwischen dosisreduzierter Ganzhirnbestrahlung und einer Hochdosischemotherapie mit Stammzelltransplantation.

In der Freiburg-Rezidiv-Studie erhalten rezidivierte PCNSL-Patienten nach entweder Rituximab/MTX oder Rituximab/AraC/Thiotepa oder Hochdosis-Carmustin/Thiotepa (HD-BCNU/TT) eine autologe Stammzelltransplantation. Bei rezidivierten Nicht-ZNS-Lymphomen hat sich diese Therapie bereits bewährt.

„Die Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation hat gute Ansprech- und Überlebensraten gezeigt, doch auch für MTX-basierte Kombinationen konnten gute Ergebnisse gezeigt werden, sodass die Frage ist, ob in der Firstline-Therapie des PCNSL die Hochdosistherapie wirklich notwendig ist“, sagte Illerhaus. Die für Frühjahr 2013 geplante Phase-III-Studie MATRix (n=220) prüft Rituximab, MTX, ARaC und Thiotepa mit bzw. ohne anschließende autologe Stammzelltransplantation.

*Thiotepa hat bereits seit 2007 den Orphan-Drug-Status zur Konditionierungstherapie vor einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation. Damit kann es kombiniert mit anderen Chemotherapeutika, bei Leukämien, Lymphom, Multiplem Myelom oder Thalassämie eingesetzt werden, wenn die Patienten eine autologe oder allogene Stammzelltransplantation erhalten sollen, sowie als Hochdosischemotherapie bei soliden Tumoren.

ab

Symposium „Thiotepa und Transplantation, Bestandsaufnahme und Zukunft“, 19.10.2012; Veranstalter: Riemser


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