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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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10. September 2018

Künftige Therapieoption beim Plattenepithelkarzinom der Haut

40% der Frauen und 60% der Männer mit Hautkrebs haben einen nicht-melanotischen Tumor. Dazu gehört u.a. das Plattenepithelkarzinom der Haut (cSCC), erläuterte Dr. Claas Ulrich, Berlin. Das cSCC ist nach dem Melanom die zweithäufigste Hautkrebstodesursache und assoziiert mit Aflatoxin, Asbest, HPV oder Rheuma. Eine der wichtigsten Ursachen ist jedoch die UV-Strahlung, die aktinische Keratosen als Krebsvorstufe hervorrufen kann. Anfang 2019 könnte mit der erwarteten Zulassung des PD-1-Inhibitors Cemiplimab erstmals eine Therapie für das cSCC zur Verfügung stehen.
Das cSCC wird in den meisten Krebsregistern bisher nicht erfasst – es ist im ICD 10-Diagnoseschlüssel im Sammelbegriff „C44.9“ mit enthalten. Das Robert Koch-Institut geht für 2013 von 16.881 an cSCC neuerkrankten Männern und 14.855 Frauen aus. Oft ist beim cSCC das Gesicht betroffen, häufig die Unterlippe. Der Tumor metastasiert schnell, zunächst in die regionalen Lymphknoten. Bei 5-20% kommt es zu Fernmetastasen mit einem Gesamtüberleben (OS) von < 2 Jahren. Risikofaktoren für einen aggressiven Verlauf sind neben Immunsuppression (nach Organtransplantation, GvHD, HIV, CLL) auch höheres Alter.

Auf dem diesjährigen ASCO wurden zulassungsrelevante Ergebnisse zweier Studien für die Prüfsubstanz Cemiplimab zur Behandlung des fortgeschritten cSCC vorgestellt (1). Die Studien hatten aufgrund bislang fehlender Therapieoptionen bei dieser Entität keinen Vergleichsarm. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Durchfall, Fatigue und Übelkeit.

In der Phase-II-Studie EMPOWER-cSCC 1 sprachen 28 der eingeschlossenen 59 Patienten auf Cemiplimab an (Komplettremission (CR): n=4; Partialremission (PR): n=24). Die Krankheitskontrollrate (DCR) lag bei 61%. Bei einem medianen Follow-up von 8 Monaten wurden die mediane Ansprechdauer (DoR), das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) und das mOS noch nicht erreicht. 82% der Patienten, die anfänglich auf die Therapie ansprachen, sprechen immer noch auf Cemiplimab an und sind weiterhin unter dieser Medikation. Die geschätzte 12-Monats-OS-Rate betrug 81%. In der Phase-I-Studie wurde die cSCC-Patientenkohorte verlängert, 50% (n=13/26) sprachen mit einer PR auf Cemiplimab an. 65% hatten eine dauerhafte DCR und bis zum Datenstichtag wurde die DoR nach 11 Monaten Follow-up nicht erreicht.
ab
Quelle: Fachpresse-Workshop „Checkpoint-Onkologie“, 05.07.2018, Berlin; Veranstalter: Sanofi Genzyme
Literatur:
(1) Migden MR et al. N Engl J Med 2018;379:341-351. doi:10.1056/NEJMoa1805131.
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