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Medizin

07. März 2019 Ovarialkarzinom: Verbesserung des PFS unter Rucaparib

Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass Rucaparib nun auch verschreibungspflichtig als Monotherapie für die Erhaltungsbehandlung von Erwachsenen mit platinsensitiven, rezidivierten, hochgradigen epithelialen Ovarial-, Eileiter- oder primären Peritonealkarzinomen erhältlich ist, die ein (vollständiges oder partielles) Ansprechen auf eine platinbasierte Chemotherapie aufzeigen. Rucaparib ist zudem als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen mit platinsensitiven, rezidivierenden oder progressiven, BRCA-mutierten (Keimbahn und/oder somatisch), hochgradigen epithelialen Ovarial-, Eileiter- oder primären Peritonealkarzinomen indiziert, die in 2 oder mehr vorhergehenden Therapielinien mit platinbasierter Chemotherapie behandelt wurden und keine weitere platinbasierte Chemotherapie tolerieren.
Am 24. Januar 2019 hat die Europäische Kommission (EK) die Indikation von Rucaparib (Rubraca®) gegenüber der ersten europäischen Marktzulassung für die Behandlung von ausgewählten Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs, die im Mai 2018 erteilt wurde, erweitert. Mit dieser Erweiterung des Anwendungsbereiches ist Rucaparib nun auch als Erhaltungstherapie für in Frage kommende Patientinnen zugelassen, und zwar unabhängig von ihrem BRCA-Mutationsstatus. Rucaparib war der erste PARP-Inhibitor, der für eine Rezidivbehandlung von Ovarialkarzinomen in der EU zugelassen wurde, und ist nun der erste, der sowohl für die Behandlung als auch zur Erhaltungstherapie für in Frage kommende Patientinnen erhältlich ist.

Verbesserung des PFS

„Ich habe Frauen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom innerhalb des 'Rucaparib Access Program' behandelt und bin zuversichtlich, dass Rucaparib für die Frauen in Deutschland eine wichtige Behandlungsoption darstellen wird“, sagte Professor Jalid Sehouli, Berlin. „Es besteht ein signifikanter Bedarf an zusätzlichen Behandlungsoptionen für Frauen mit rezidivierten Ovarialkarzinomen, und die Zulassung von Rucaparib zur Erhaltungsbehandlung bietet diesen Patientinnen eine weitere Option.“ Die Zulassung der EU-Kommission basiert auf Daten aus der klinischen Phase-III-Studie ARIEL3, die festgestellt hat, dass Rucaparib das progressionsfreie Überleben bei allen untersuchten Patientinnenpopulationen mit Ovarialkarzinomen signifikant verbessert hat (1). Die ARIEL3-Studie war eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte klinische Studie zu Rucaparib, in die 564 Frauen mit rezidivierenden, epithelialen Ovarial-, Eileiter- oder primären Peritonealkarzinomen nach vollständigem oder partiellem Ansprechen auf eine platinbasierte Chemotherapie eingeschlossen wurden. Die Patientinnen wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert, und erhielten entweder Rucaparib in Tablettenform in einer Dosis von 600 mg 2x täglich (n=375) oder Placebo (n=189) (1).

Wirksamkeit und Nebenwirkungen

ARIEL3 erreichte seinen primären Endpunkt mit der Verlängerung des vom Prüfarzt festgestellten progressionsfreien Überlebens (PFS) im Vergleich zu Placebo bei allen behandelten Patientinnen (Intention-to-Treat [ITT]-Population) erfolgreich, und zwar unabhängig von dem BRCA-Status (Median 10,8 Mo. vs. 5,4 Mo.); der wichtige sekundäre Endpunkt der Verlängerung des PFS durch eine unabhängige radiologische Überprüfung (independent radiological review, IRR) wurde ebenfalls erreicht (Median 13,7 Mo. vs. 5,4 Mo.) (2). In einer vordefinierten explorativen Analyse der Patientinnen in der ITT-Population mit einer messbaren Erkrankung zu Studienbeginn zeigten 18% der Patientinnen mit Rucaparib (n=26) im Vergleich zu 8% der Patientinnen mit Placebo (n=5) ein Tumor-Ansprechen, wobei 7% der Patientinnen in der Rucaparib-Gruppe (n=10) sogar eine vollständige Remission erreichten (1). Das allgemeine Sicherheitsprofil von Rucaparib basiert auf Daten von 937 Patientinnen mit Ovarialkarzinomen, die in klinischen Studien mit einer Rucaparib-Monotherapie behandelt wurden. Nebenwirkungen, die bei ≥ 20% der Patientinnen auftraten, waren Übelkeit, Abgeschlagenheit/Asthenie, Erbrechen, Anämie, Bauchschmerzen, Dysgeusie, erhöhte Alanin-Aminotransferase-Werte (ALT), erhöhte Aspartat-Aminotransferase-Werte (AST), verringerter Appetit, Durchfall, Thrombozytopenie und erhöhte Kreatinin-Werte. Die Mehrzahl der Nebenwirkungen waren leicht bis mittelschwer (Grad 1 oder 2) (2) Nebenwirkungen ≥ Grad 3, die bei > 5% der Patientinnen auftraten, waren Anämie (23%), erhöhte ALT-Werte (10%), Abgeschlagenheit/Asthenie (10%), Neutropenie (8%), Thrombozytopenie (6%) und Übelkeit (5%). Die einzige schwerwiegende Nebenwirkung bei > 2% der Patientinnen war Anämie (5%) (2). Nebenwirkungen, die am häufigsten zu einer Dosisreduzierung oder Absetzung führten, waren Anämie (20%), Abgeschlagenheit/Asthenie (18%), Übelkeit (16%), Thrombozytopenie (15%) und erhöhte AST/ALT-Werte (10%). Nebenwirkungen, die zu einem dauerhaften Abbruch der Therapie führten, traten bei 10% der Patientinnen auf, wobei Thrombozytopenie, Übelkeit, Anämie und Abgeschlagenheit/Asthenie die häufigsten Gründe für einen dauerhaften Therapieabbruch waren (2).

Quelle: Clovis Oncology

Literatur:

(1) Coleman RL et al. Rucaparib maintenance treatment for recurrent ovarian carcinoma after response to platinum therapy (ARIEL3): a randomised, double-blind, placebo-controlled phase 3 trial. Lancet 2017; 390: 1949-1961.
(2) Zusammenfassung der Fachinformationen zu Rubraca® Filmtabletten 200, 250, 300 mg. Clovis Oncology Inc. Letzte Aktualisierung Februar 2019.


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