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Medizin

22. Mai 2019 Förderung der Erythrozytenausreifung: Neuer Therapieansatz bei MDS und Beta-Thalassämie

Patienten mit Niedrigrisiko-MDS erhalten aktuell v.a. Erythrozytenkonzentrate, um die Anämie auszugleichen. Auch Patienten mit Beta-Thalassämie bekommen aus diesem Grund regelmäßig Transfusionen. Einen neuen möglichen Therapieansatz für beide Erkrankungen stellt die neue Substanz Luspatercept dar: Sie fördert die Ausreifung von Erythrozyten-Vorläuferzellen und reduziert so die Transfusionsabhängigkeit – die Studiendaten sind vielversprechend.
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Das mediane Alter von Patienten bei Diagnose eines Niedrig-Risiko-MDS liegt bei über 70 Jahren. Aktuell besteht die Therapie aus Transfusionen mit Erythrozytenkonzentraten in Abhängigkeit des Bedarfs. Allerdings verbessern diese die Lebensqualität meist nur kurzzeitig; zudem stellen die schwer planbaren, zeitintensiven Transfusionstermine mit steigendem Alter eine zunehmende Belastung für die Patienten dar, beschrieb Prof. Dr. Uwe Platzbecker, Leipzig, die aktuelle Situation. Für einen Teil der Patienten ohne 5q-Deletion ist neuerdings auch eine Therapie mit Epo zugelassen, allerdings kommt es hier nach einiger Zeit zu einem sekundären Therapieversagen.
 
Besonders für Niedrig-Risiko-MDS-Patienten mit Ringsideroblasten könnte Luspatercept in Zukunft die Therapie verbessern: Wie der Experte erläuterte, hemmt die Substanz den SMAD-Signaltransduktionsweg und verbessert damit die Ausreifung von Erythrozyten-Vorläuferzellen. In einer Phase III-Studie mit transfusionsabhängigen Patienten mit Ringsideroblasten erreichten 38% der Patienten unter Luspatercept den primären Studienendpunkt, nämliche eine Transfusionsunabhängigkeit über mindestens 8 Wochen, im Vergleich zu 13% unter Placebo. Patienten mit Ringsideroblasten weisen überwiegend zugleich eine SF3B1-Mutation auf, ergänzte Platzbecker. Zudem erwies sich Luspatercept als gut verträglich. Das Präparat wird alle 3 Wochen subkutan appliziert. Die Zulassung wird für das kommende Jahr erwartet.

Auch bei der seltenen Beta-Thalassämie sind die Studiendaten vielversprechend: Betroffene benötigen aufgrund ihrer Anämie regelmäßig Transfusionen, was allerdings zu einer sekundären Hämochromatose führt, die trotz Eisenchelation vielfach Komplikationen nach sich zieht. Wie Prof. Dr. Holger Cario, Ulm, ausführte, konnte Luspatercept in Studien auch hier den Transfusionsbedarf erheblich reduzieren.



 

Anne Benckendorff

Quelle: Fachpressegespräch „Bedeutung neuer und bewährter Substanzen der Behandlung von Patienten mit MDS, Beta-Thalassämie und indolenten Non-Hodgkin-Lymphomen“, 29.04.2019 in Frankfurt am Main; Veranstalter: Celgene


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