Samstag, 24. August 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

12. Juli 2019 Daratumumab: erfolgreich in mehreren Therapielinien beim Myelom

Der monoklonale Anti-CD38-Antikörper Daratumumab hat sich in unterschiedlichen Settings bei Patienten mit Multiplem Myelom (MM) bewährt: Zunächst in der Rezidivtherapie eingesetzt, ist Daratumumab mittlerweile auch für die Erstlinientherapie neu diagnostizierter MM-Patienten zugelassen und wird jetzt im Rahmen der autologen Stammzelltransplantation geprüft.
Anzeige:
Fachinformation
Die CASTOR-Studie, die Daratumumab (Darzalex®) in Kombination mit Vd (Bortezomib (Velcade®), Dexamethason) bei rezidivierten und refraktären MM-Patienten mit Vd allein verglich, hat mittlerweile ein langes Follow-up von 40 Monaten (1). Im Vergleich zu Vd allein führte die Tripeltherapie mit D-Vd zu einer Verdopplung des progressionsfreien Überlebens (PFS; 7,1 vs. 16,7 Monate; HR 0,31; p<0,0001). Besonders stark profitierten Patienten mit nur einer Vortherapie, die unter D-Vd median 27 Monate ohne Progress lebten (vs. 7,9 Monate). Als ähnlich eindrucksvoll wertete Prof. Dr. Meleios Dimopoulos, Athen, die Daten der Zwillingsstudie POLLUX mit Lenalidomid/Dexamethason (Rd) versus Rd + Daratumumab.

Inzwischen wird der Anti-CD38-Antikörper auch in der Erstlinientherapie des MM erfolgreich eingesetzt. Laut Update der ALCYONE-Studie nach einem medianen Follow-up von 28 Monaten verdoppelt die Addition von Daratumumab zum VMP- (Bortezomib, Melphalan, Prednison) Regime die 30-Monats-Rate für das PFS gegenüber VMP allein (60% vs. 28%; HR 0,43; p<0,0001) (2). Auch die Remissionsqualität wurde verbessert: Die Gesamtansprechrate stieg von 74% im Kontroll-Arm auf 91%, die Rate mindestens kompletter Remissionen (≥ CR) von 24% auf 43%. Die Rate stringenter CR (sCR) wurde durch die Daratumumab-Addition fast verdreifacht (7% vs. 18%). Die MAIA-Studie, die Daratumumab zusätzlich zu Rd bei neu diagnostizierten MM-Patienten prüfte, ging ebenfalls positiv aus (3): Nur mit Rd behandelte Patienten lebten median 31,9 Monate ohne Progress, während der PFS-Median im Arm mit D-Rd noch nicht erreicht ist. In beiden Studien war die Abbruchrate in den experimentellen Armen im Vergleich zu den älteren Regimen halbiert, sodass Prof. Dr. Sonja Zweegman, Amsterdam, die Daratumumab-haltige Therapie als gut machbar wertete.

In der CASSIOPEIA-Studie wird Daratumumab jetzt auch im Rahmen der ASCT geprüft; erste Daten nach Abschluss von Induktion, Transplantation und Konsolidierung wurden kürzlich vorgestellt (4). Die zusätzliche  Gabe des Antikörpers zu VTd (Bortezomib, Thalidomid, Dexamethason) erwies sich VTd allein mit einer Halbierung des Progressionsrisikos als eindeutig überlegen: Die 18-Monats-Rate verbesserte sich von 85% im Kontrollarm auf 93% (HR 0,47; p<0,0001). Auch in dieser Studie überzeugte das Daratumumab-Regime laut Zweegman durch eine niedrige Abbruchrate von nur 7% (VTd: 8%).

Dr. Katharina Arnheim

Quelle: Satellitensymposium „Multiple Myeloma at the cutting edge: What are the challenges we face today in our clinical practice” im Rahmen des 24. Kongresses der European Hematology Association, Amsterdam, 13. Juni 2019; Veranstalter: Janssen Oncology

Literatur:

(1) Mateos MV et al. ASH 2018; Abstr. 3270.
(2) Dimopoulos MA et al. ASH 2018; Abstr. 156.
(3) Mateos MV et al. N Engl J Med 2018; 378: 518-528.
(4) Moreau P et al. Lancet 2019; published online 2nd of June.

 


Das könnte Sie auch interessieren

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten
© Jenny Sturm / fotolia.com

Außen kalt, innen überheizt, dazu Glatteis, Schnee und trübes Licht – der Winter ist für Krebspatienten keine leichte Zeit. Aufgrund der geschwächten Immunabwehr und den damit einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Im Monatsthema Dezember gibt das ONKO-Internetportal hilfreiche Tipps, wie Krebspatienten gut und sicher durch die kalten Monate kommen.

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Daratumumab: erfolgreich in mehreren Therapielinien beim Myelom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren