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Medizin
20. November 2015

Teilprojekte von TransLUMINAL-B zu Vorläuferzellen von Knochenmetastasen sowie Metastasierungsverhalten

Das bundesweite Forschungsprojekt TransLUMINAL-B untersucht in den nächsten drei Jahren mit einer Förderung von zwei Millionen Euro die Entstehung von Metastasen bei Brustkrebs sowie die Rolle bösartiger Zellen, die sich im Verlauf bestimmter Brustkrebserkrankungen in Blut und Knochenmark anreichern. Die Fakultät für Medizin der Universität Regensburg ist mit zwei Teilprojekten beteiligt.

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Gezielter gegen Brustkrebs

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 72.000 Frauen an Brustkrebs (Mammakarzinom), die häufigste Form stellen mit 70-80% die so genannten luminalen Tumoren dar. Spezifisches Kennzeichen dieser Tumorart ist es, dass ihr Wachstum von Hormonen beeinflusst wird. In der Behandlung wird deshalb meist eine endokrine, also hormonelle Therapie gewählt, die in vielen Fällen wirksam ist. Eine bestimmte Gruppe luminaler Tumoren birgt jedoch ein hohes Risiko, da sie häufig resistent gegenüber der hormonellen Therapie ist. Dadurch kann es verstärkt zu Rückfällen und Metastasenbildung kommen.

Bis heute ist wenig bekannt über die zunächst nur vereinzelten Tumorzellen, die im Blut zirkulieren und sich im Knochenmark und anderswo ansiedeln. Doch diese wenigen Zellen sind entscheidend für die Ausbreitung des Tumors im Körper und stehen damit im Fokus des bundesweiten TransLUMINAL-B-Projektes. Projektpartner sind neben dem Institut für Pathologie der Charité (Professor Dr. Carsten Denkert) und der Universität Regensburg (Prof. Dr. Gero Brockhoff und Professor Dr. Christoph Klein) das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (Prof. Dr. Andreas Trumpp), das Institut für Pathologie der Universität München (Prof. Dr. Wilko Weichert) sowie die German Breast Group (Prof. Dr. Sibylle Loibl).

Die Forscher wollen gemeinsam herausfinden, warum und wie sich die luminalen Tumoren im Körper ausbreiten und weshalb sie gegenüber bisherigen Therapieformen resistent sind. Hierzu werden die Eigenschaften der bösartigen Zellen aus dem Blut auch im Gewebe des Tumors untersucht und miteinander verglichen. Auf diese Weise könnte es künftig möglich sein, bereits beim ersten Auftreten eines Tumors vorherzusagen, wie sich der Verlauf und die Wahrscheinlichkeit der Metastasenbildung gestalten werden. Mit diesem Wissen könnten Tumoren dann von Beginn an gezielter behandelt und wertvolle Zeit gewonnen werden.

Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt im Rahmen ihres Schwerpunktprogrammes „Translationale Onkologie“ mit zwei Millionen Euro.

Teilprojekte in Regensburg

Zwei Teilprojekte des Forschungsvorhabens sind an der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg angesiedelt. So werden in einer Arbeitsgruppe am Lehrstuhl für Experimentelle Medizin und Therapieverfahren der Universität Regensburg (Prof. Dr. Christoph Klein) gezielt die Vorläuferzellen von Knochenmetastasen, dem häufigsten Metastasierungsort luminaler Mammakarzinome, analysiert. Mit neuesten molekularen Techniken sollen gestreute Zellen von luminalen Tumoren (Typ Luminal A und Luminal B) untersucht werden. Diese lassen sich bereits Jahre vor der eigentlichen Diagnose einer Metastase nachweisen, so dass sich die Wissenschaftler im Rahmen des Projektes Erkenntnisse erhoffen, durch die der Bildung von Metastasen frühzeitig vorgebeugt werden kann. Für dieses Teilprojekt stehen 293.000 EUR Fördermittel zur Verfügung.

Die zweite Arbeitsgruppe untersucht am Lehrstuhl für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Schwerpunkt Frauenheilkunde, Lehrstuhlinhaber: Prof. Dr. Olaf Ortmann) das Metastasierungsverhalten der Luminal-B-Tumoren. Im Fokus stehen zum einen immunologische Effekte, die Einfluss auf die Metastasierung haben. Zum anderen sollen individualisierte Therapiestrategien im Hinblick auf ihre Umsetzung im klinischen Alltag evaluiert werden. Die Projektarbeit führen PD Dr. Anja Wege und Professor Dr. Gero Brockhoff durch; die Förderung hierfür beläuft sich auf 320.000 EUR.

 

Quelle: Universitätsklinikum Regensburg


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