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Medizin

19. Februar 2020 High-end Bildgebungsverfahren in der Diagnostik

Prof. Dr. Ulrike Attenberger ist neue Direktorin der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Bonn. Die 39-jährige Nachfolgerin von Prof. Dr. Hans Schild will ihre Expertise für high-end Bildgebungsverfahren am Bonner Standort einbringen und so die Diagnostik und Behandlung von Tumorpatienten verbessern. Dabei setzt sie besonders auf den Einsatz künstlicher Intelligenz unter anderem bei der Charakterisierung einer Erkrankung. Ziel ist eine für den Patienten maßgeschneiderte Therapie.
Forschungsaufenthalte führten Attenberger 2012-2015 nach Harvard, Zürich und Wien. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2010 mit dem „Fellow Award der Radiological Society of North America“ und 2012 mit dem Walter-Friedrich-Preis, verliehen durch die Deutsche Gesellschaft für Radiologie. Jetzt kommt sie von der Universitätsmedizin Mannheim. Dort war sie stellvertretende Klinikdirektorin des Instituts für klinische Radiologie und Nuklearmedizin, wo sie das Geschäftsfeld „Präventive und Onkologische Diagnostik“ leitete.

Entwicklung spezifischer Verfahrung zur Früherkennung

Wissenschaftlich legt Attenberger das Augenmerk auf die präventive und onkologische Diagnostik vor allem von Prostata-, Enddarm- und Leberkrebs. Ihr Ziel ist es, hochsensitive und spezifische Verfahren für die Krankheitsfrüherkennung zu entwickeln. Dazu gehört die Beurteilung und klinische Einführung von high-end Technologien, das heißt Geräten mit höchster Qualitätsstufe hinsichtlich ihrer technischen Leistungsfähigkeit. Ein Beispiel sind die neuesten Lösungen in ihrem schon sehr frühen Steckenpferd, die Magnetresonanztomographie (MRT). „Mittels neuester MRT-Techniken lassen sich beispielsweise diagnostische Fehlerquellen wie Artefakte durch die Atmung oder Bewegungen des Patienten minimieren“, sagt Attenberger.

Mit KI zur maßgeschneiderten Therapie

Verfahren der künstlichen Intelligenz (KI) hat Attenberger besonders im Blick. Damit will sie Bild-, klinische und molekulare Daten zusammen bewerten. Dies soll unter anderem zur Charakterisierung von Tumoren und zur Beurteilung von Therapieerfolgen genutzt werden. „Wir wollen so in Zukunft prognostische Marker ableiten, um voraussagen zu können, ob der Patient auf die Behandlung anspricht und wie lang sein Überleben ist. Ziel ist eine maßgeschneiderte Therapie auf Basis dieser Daten“, sagt Attenberger. Dafür setzt die neue Klinikdirektorin auf Kooperationen mit externen IT-Spezialisten sowie auf eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Kliniken und Einrichtungen des Universitätsklinikums Bonn, dem DZNE, der Mathematischen Fakultät der Universität Bonn und den Bonner Frauenhofer-Instituten. „Ich passe mit meinen Themen genau hier rein“, sagt die neue Klinikdirektorin.

Digitalisierung der Radiologie

„Die Radiologie am Universitätsklinikum Bonn ist ein Leuchtturm minimal-invasiver Therapie mit exzellenten Strukturen in der bildgebenden Diagnostik, die grundlegend für eine zielgerichtete Therapie ist. Ich habe eine hohe Motivation auf diesem großartigen Nährboden den Bonner Standort weiter international nach vorne zu bringen“, sagt Attenberger. So will sie durch Etablierung einer modernen IT-Struktur auf der einen Seite die Kommunikation zwischen Diagnostik, Zuweiser und Patienten beschleunigen und Prozessabläufe optimieren und auf der anderen Seite eine Plattform für den interdisziplinären Datenaustausch und die gemeinsame Bewertung unterschiedlicher Daten mittels KI schaffen.
Zudem strebt sie an, KI basierte Verfahren in die minimal-invasive radiologische Therapie einzuführen. „Hier könnte KI zum Beispiel zur Automatisierung der Verfahren oder zur Ablaufoptimierung während eines Eingriffs im Interventionsraum ein Schlüssel sein“, sagt Attenberger. Hierzu bringt sie auch eine Forschungskooperation aus Mannheim nach Bonn mit. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungscampus „M2OLIE“ soll ein reibungsloser geschlossener Regelkreis – ein so genannter Closed-Loop-Prozess – aus vielen verschiedenen Bildgebungsdaten, molekularer Diagnostik und zielgerichteter therapeutischer Intervention für den oligo-metastasierten Patienten entwickelt und in den klinischen Alltag integriert werden.

Frauen in Führungspositionen in der universitären Medizin noch selten

2016 wurde Attenberger als „Anna-Fischer-Dückelmann“-Gastprofessorin an die Universität Zürich berufen: „Es geht um Rollenmodelle. Frauen in Führungspositionen im medizinischen Umfeld sollen ‚Normalität’ werden. Bei derzeit circa 67% weiblichen Medizinstudierenden können wir – nicht zuletzt mit Blick auf die Demographie – auf das weibliche Potential in den Kliniken nicht verzichten.“
Mit Blick auf das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 schließt ihre außerplanmäßige Professur an der Medizinischen Fakultät Wien, die sie seit 2018 innehat, und ihr jetziger Start am Universitätsklinikum Bonn für Prof. Attenberger einen Kreis. Denn Beethoven ist der Lieblingskomponist der Hobby-Musikerin, die Geige und Klavier spielt: „Er war ein harter Arbeiter mit Visionen, die seiner Zeit weit voraus waren, und ist vorbildhaft für mich. Irgendwie hat er mich zwischen Wien und seinem Geburtsort Bonn begleitet.“ Jetzt ist Attenberger auf das Programm der Bonner Oper gespannt.

Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn


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