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Medizin
21. April 2021

Für AML-Patienten in kompletter Remission: Strategien zur Verlängerung des Erfolgs

Die Verhinderung eines Rezidivs ist eine große Herausforderung in der Therapie der akuten myeloischen Leukämie (AML), wenn der Patient nach Erstbehandlung in kompletter Remission ist. Derzeit ist für Patienten mit ungünstigem Risikoprofil die allogene Stammzelltransplantation die effektivste Rückfallprophylaxe, sofern der Patient dafür in Frage kommt, doch neue Optionen wie Sorafenib oder orales Azacitidin gewinnen an Bedeutung.
Patienten mit AML in kompletter Remission haben ein Rezidivrisiko, das bei einem Follow-up von mindestens 5 Jahren zwischen 43% und 60% liegt. Diese Zahlen ergeben sich aus drei HOVON Studien und fünf AML-SG-Studien, die jedoch z.T. lange zurückliegen. In den AML-SG-Studien erreichten ferner 430 von 1.120 Patienten mit Rezidiv in der Zweitlinientherapie erneut eine komplette Remission. Um Patienten mit erhöhtem Rezidivrisiko sicherer zu identifizieren, sollten verstärkt zytogenetische und molekulare Untersuchungsverfahren sowie Monitoring von Molecular Minimal Residual Disease (MRD) herangezogen werden, forderte Prof. Dr. Norbert Vey, Marseille/Frankreich.

Das European LeukemiaNet empfiehlt bei jüngeren Risikopatienten mit intermediären oder ungünstigen Genvarianten neben Chemotherapien die allogene Stammzelltransplantation (ASCT) als Option zur Rezidivprophylaxe in der ersten kompletten Remission; für über 60jährige Patienten mit intermediärem oder ungünstigem Genprofil ist die ASCT hingegen nicht etabliert. Ob allerdings auch Patienten mit hohem Risiko, aber ohne nachweisbare MRD transplantiert werden sollten, und ob die verfügbaren Daten auf ältere Patienten übertragbar sind, ist ungeklärt.

Neue Optionen zur Rezidivprophylaxe bei AML stellte Prof. Dr. Farhad Ravandi, Texas, auf einem Industriesymposium anlässlich des 47. Meetings der EBMT vor. Da die konventionellen zytotoxischen Substanzen mit Zytopenien und weiteren gravierenden Nebenwirkungen einhergehen, sind andere Wirkstoffe in den Fokus geraten. Nicht alle erwiesen sich als erfolgreich, so bot etwa Decitabine in Hinblick auf Rückfallrate und Überleben keinen signifikanten Vorteil. Hingegen zeigten Azacitidine-Injektionen in der HOVON 97-Studie beim krankheitsfreien Überleben, nicht jedoch beim Gesamtüberleben einen signifikanten Effekt. Orales Azacitidin jedoch verbesserte in der QUAZAR-AML 001-Studie das Gesamtüberleben, und in der derzeit noch laufenden randomisierten, doppelblinden Phase III-Studie AMADEUS soll dieser Effekt weiter überprüft werden. Auch für den Proteinkinase-Inhibitor Sorafenib konnten gegenüber Placebo eine verbesserte Erhaltung der Remission und ein verlängertes Überleben dokumentiert werden.

Dr. Barbara Voll

Quelle: Industriesymposium: „New maintenance strategies in AML“ anlässlich des 47th Annual Meeting of the EBMT,14. März 2021; Veranstalter: BMS/Celgene


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