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Medizin
10. März 2016

Eribulin: OS-Verlängerung beim fortgeschrittenen Mammakarzinom

Die Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS) gewinnt auch beim fortgeschrittenen Mammakarzinom (MCa) zunehmend an Bedeutung. Für Eribulin konnte sie in diesem Stadium nach Taxan- und Anthrazyklin-Vorbehandlung gezeigt werden. Der nicht Taxan-basierte Mikrotubuli-Hemmer zeichnet sich durch einen besonderen Wirkmechanismus aus.

Aufgrund von Fortschritten in der Diagnostik und Therapie, aber auch aufgrund des Wunsches der Patientinnen gewinnt die Überlebensverlängerung nach Angaben von Dr. Rachel Würstlein, München, auch im fortgeschrittenen Stadium des Mammakarzinoms (MCa) zunehmend an Bedeutung. Zu weiteren Therapiezielen, vor allem in den späteren Therapielinien, gehören nach Ihren Ausführungen die Symptomkontrolle und das Nebenwirkungsmanagement und somit der Erhalt der Lebensqualität. Bislang sei jedoch in vielen Studien zum fortgeschrittenen MCa das Gesamtüberleben nicht der primäre Endpunkt, kritisierte Würstlein. Eine der wenigen Ausnahmen stellt die offene Phase-III-Studie EMBRACE dar, die zur Erstzulassung von Eribulin (Halaven®) geführt hatte (1). In ihr konnte der nicht Taxan-basierte Mikrotubuli-Hemmer bei Patientinnen mit fortgeschrittenem MCa nach 2-5 Chemotherapie-Regimen, inklusive Taxanen und Anthrazyklinen, im Vergleich zur Therapie nach Wahl des Arztes das mediane Gesamtüberleben signifikant um 2,7 Monate verlängern (Hazard Ratio 0,81; p=0,014). Demnach sei auch bei der Chemotherapie in späteren Linien noch eine Überlebensverlängerung möglich, hob Würstlein hervor.

In einer Post-hoc-Analyse der Phase-III-Studie 301 verbesserte Eribulin bei Patientinnen mit fortgeschrittenem MCa und maximal 2 vorherigen Chemotherapien, inklusive Taxanen und Anthrazyklinen, im Vergleich zu Capecitabin insbesondere in der Subgruppe mit Progression aufgrund neuer Metastasen das mediane Gesamtüberleben signifikant (HR 0,75; p=0,008) (2). Dr. Patrik Höller, Frankfurt/Main, nannte als mögliche Erklärung den einzigartigen Wirkmechanismus von Eribulin. Demnach hemmt Eribulin nicht nur die Mikrotubuli-Dynamik und damit die Zellteilung, sondern hat auch komplexe nicht-mitotische Effekte. Zu ihnen gehört gemäß Höller nach präklinischen Daten die verbesserte Durchblutung des Tumorgewebes. Denn durch die übliche Hypoxie im Innern des Tumors wandeln sich epitheliale in mesenchymale Zellen, was die Aggressivität des Tumors und die Metastasenbildung fördert. Bei Wiederherstellung der Normoxie unter Eribulin finde eine Rückwandlung der mesenchymalen in epitheliale Zellen statt, was die Aggressivität und die Metastasenbildung wieder reduzieren könne, so Höller.

Petra Eiden (pe)

Quelle: Pressekonferenz „Zeit für einen Paradigmenwechsel beim Mammakarzinom?“ anlässlich des 32. Deutschen Krebskongresses, 25.02.2016, Berlin; Veranstalter: Eisai GmbH

Literatur:

(1) Cortes J et al. Lancet. 2011;377(9769):914-23
(2) Twelves C et al. Breast Cancer Res 2015;17:150


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