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Medizin
07. März 2018

Doppelte Antikörper-Blockade beim frühen HER2-positiven Mammakarzinom mit Pertuzumab in der Adjuvanz

Trastuzumab (Herceptin®) hat die Heilungschancen von Frauen mit primärem HER2-positiven Mammakarzinom entscheidend verbessert – dennoch erleidet ein Teil der Patientinnen nach wie vor ein Rezidiv. Die Hinzunahme von Pertuzumab (Perjeta®) kann den Behandlungserfolg weiter verbessern: Bereits seit 2015 ist die doppelte Antikörper-Blockade in Kombination mit einer Chemotherapie für die neoadjuvante Behandlung von Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom zugelassen (1). Erste Ergebnisse der Phase-III-Studie APHINITY belegen zudem, dass insbesondere Patientinnen mit erhöhtem Rezidivrisiko auch in der Adjuvanz von der zusätzlichen Behandlung mit Perjeta profitieren: Gegenüber der alleinigen Behandlung mit Herceptin und einer Chemotherapie reduzierte das Perjeta-Regime das Rezidivrisiko dieser Patientinnen um nahezu 25% (2). Im Rahmen eines Roche Symposiums auf dem Deutschen Krebskongress (DKK) wurden die Studiendaten in Hinblick auf eine Weiterentwicklung der Therapie des frühen HER2-positiven Mammakarzinoms diskutiert.
In die Placebo-kontrollierte, doppelblinde, randomisierte Phase-III-Studie APHINITY2 wurden über 4.800 Therapie-naive Patientinnen mit primärem HER2-positivem Mammakarzinom eingeschlossen. Postoperativ wurden die Patientinnen adjuvant über ein Jahr entweder mit Herceptin plus Perjeta oder Herceptin plus Placebo behandelt. In beiden Armen erhielten die Patientinnen zusätzlich eine Anthrazyklin- oder Carboplatin-basierte Chemotherapie (2).

Hinzunahme von Perjeta reduziert Rezidivrisiko

Die Primäranalyse der APHINITY-Studie belegt, dass insbesondere Patientinnen mit einem erhöhten Rezidivrisiko von der zusätzlichen Behandlung mit Perjeta profitieren: So war das Rezidivrisiko unter der doppelten Antikörper-Blockade bereits nach einem medianen Follow-up von 45,4 Monaten gegenüber der alleinigen Behandlung mit Herceptin plus Chemotherapie bei Patientinnen mit nodal-positiver Erkrankung um 23% (invasives krankheitsfreies Überleben (iDFS): 92,0 vs. 90,2%; HR=0,77; p=0,019) und bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-negativem Brustkrebs um 24% (iDFS: 92,8 vs. 91,2%; HR=0,76; p = 0,085) reduziert (2). Die APHINITY-Studie bestätigte darüber hinaus das bekannte Sicherheitsprofil der doppelten Antikörper-Blockade (1,2).

Herceptin plus Perjeta schon heute beim frühen Brustkrebs einsetzen

In den USA ist die doppelte Antikörper-Blockade mit Herceptin und Perjeta in Kombination mit einer Chemotherapie bereits seit Ende 2017 für die einjährige Behandlung von Frauen mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom und erhöhtem Rezidivrisiko zugelassen (18 Zyklen Therapie unabhängig vom Zeitpunkt der OP) (3). Die entsprechende EU-Zulassung wird im Laufe des Jahres erwartet. Bereits zugelassen ist die doppelte Antikörper-Blockade in der EU für die neoadjuvante Therapie (1). Resultate der zulassungsrelevanten Studie NeoSphere belegen die Wirksamkeit in dieser Therapiesituation: Patientinnen, die in der Neoadjuvanz Perjeta zusätzlich zu Herceptin und Docetaxel erhielten, erreichten nahezu doppelt so häufig eine pCR in Brust und Axilla (ypT0/is ypN0) – die pCR-Rate erhöhte sich signifikant von 21,5% auf 39,3% (p=0,0063) (4).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Fachinformation Perjeta®, Stand: Dezember 2017
(2) von Minckwitz G et al. N Engl J Med 2017; 377(2): 122-31
(3) Full Prescribing Information PERJETA®, revised 12/2017
(4) Gianni L et al. Lancet Oncol 2012; 13: 25-32


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