Samstag, 15. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Zytiga
Zytiga
Medizin
06. August 2018

CML: Jeder Zweite verbleibt in therapiefreier Remission

Für die ersten TKI-Absetzstudien mit Nilotinib liegen bereits die Drei-Jahres-Daten vor. Der CML-Experte Prof. Andreas Hochhaus diskutierte die Daten beim EHA-Kongress.
Anzeige:
Revolade
Revolade
 
Mit einer Zehn-Jahres-Mortalität nahe derjenigen der Normalbevölkerung ist die Therapie der chronisch myeloischen Leukämie (CML) mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) bekanntlich ein Erfolgsmodell. Trotzdem kann die TKI-Therapie Grenzen und mögliche Nachteile mit sich bringen, sagte Prof. Dr. Andreas Hochhaus, Direktor des UniversitätsTumorCentrums Jena. Dazu zählen chronische, niedriggradige Nebenwirkungen, etwa Magen-Darm-Probleme, ein Wechselwirkungsrisiko bei Multimorbidität oder der Nachteil, dass während Schwangerschaft oder Stillzeit kein TKI eingenommen werden kann. Für Imatinib sind zudem Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei einer Therapie im Kinder und Jugendalter bekannt. Hinzu kommt der Kostenaspekt einer lebenslangen TKI-Therapie.

Unabdingbare Voraussetzung für ein Absetzen des TKI ist ein anhaltend tiefes molekulares Ansprechen, betonte Hochhaus. Mit diesen Patienten kann ein TKI-Stopp grundsätzlich besprochen werden. Dabei erreichen unter dem Zweitgenerations-TKI Nilotinib (Tasigna®) fast doppelt so viele Patienten diese Voraussetzung wie unter Imatinib (37,9 vs. 21,6%), zitierte er Daten der ENESTnd-Studie.

Molekulares Monitoring unabdingbar

Für Nilotinib wurde das potenzielle Absetzen der Therapie bereits in die Fachinformationen aufgenommen. Grundlage dafür waren u.a. die Absetzstudien ENESTfreedom und ENESTop, deren 144-Wochen-Daten nun beim EHA-Kongress präsentiert wurden. In der ENESTfreedom-Studie war das Absetzen nach einer Erstlinientherapie mit Nilotinib geprüft worden, in ENESTop nach einer Zweitlinientherapie. Beide Studien ergaben nun, dass fast die Hälfte der Patienten etwa 3 Jahre nach Absetzen immer noch in einer therapiefreien Remission ist (mindestens MR4; 46,8 bzw.48,4%). Bei einem Verlust des Ansprechens erreichten fast alle Patienten unter erneuter Nilotinib-Gabe wieder ein gutes molekulares Ansprechen (MMR; 98,9 bzw. 97,1%) oder eine tiefe molekulare Remission (MR4,5; 92,3 bzw. 91,2%).

Häufigste Nebenwirkung beim Absetzen des TKI waren muskuloskelettale Schmerzen, die jedoch im Verlauf zurückgehen, berichtete Hochhaus. Vor und nach dem Absetzen der CML-Therapie ist ein engmaschiges molekulares Monitoring in einem validierten Labor sehr wichtig, betonte er: „Unter Therapie ist ein BCR-ABL-Monitoring alle 3 Monate medizinisch sinnvoll.“ Gemäß Fachinformationen müssen nach Absetzen von Nilotinib die BCR-ABL-Transkriptmengen und das große Blutbild einschließlich Differentialblutbild für ein Jahr alle 4 Wochen bestimmt werden. Anschließend kann das Intervall auf alle 6 Wochen, nach 2 Jahren auf alle 12 Wochen verlängert werden.

Jochen Schlabing

Quelle: Meet-the-Expert „CML-Therapie heute und morgen“, EHA, 16.06.2018, Stockholm; Veranstalter: Novartis


Anzeige:
Blenrep
Blenrep
Das könnte Sie auch interessieren
Brustkrebs: Frauen mit Metastasen im Fokus
Brustkrebs%3A+Frauen+mit+Metastasen+im+Fokus
© Expensive - stock.adobe.com

Jede 8. Frau in Deutschland erkrankt laut Statistischem Bundesamt in ihrem Leben an Brustkrebs. Im Brustkrebsmonat Oktober wird ein besonderer Fokus auf diese Krankheit gerichtet, um über Möglichkeiten der Früherkennung und der Behandlung zu informieren. Die Deutsche Krebshilfe und die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) nehmen in diesem Jahr eine spezielle Betroffenengruppe in den Blick: Frauen, die an einer nicht mehr...

Internetplattform „Stärker gegen Krebs“: noch informativer, übersichtlicher und komfortabler
Internetplattform+%E2%80%9ESt%C3%A4rker+gegen+Krebs%E2%80%9C%3A+noch+informativer%2C+%C3%BCbersichtlicher+und+komfortabler
© undrey / Fotolia.com

Ziel des im letzten Jahr gestarteten Portals „Stärker gegen Krebs“ ist es, krebskranke Menschen und ihre Angehörigen über ergänzende, qualitativ gesicherte Hilfsmaßnahmen zu informieren – kompakt, übersichtlich und wohnortnah mit konkreten Expertenkontakten. Nach einer technischen und inhaltlichen Optimierung werden Betroffene nun noch komfortabler durch die bisher...

Brustkrebsmonat: Antihormonelle Therapie mit Nebenwirkungen
Brustkrebsmonat%3A+Antihormonelle+Therapie+mit+Nebenwirkungen
© LIGHTFIELD STUDIOS - stock.adobe.com

Etwa zwei Drittel aller bösartigen Brusttumore wachsen hormonabhängig. Weibliche Hormone wie das Östrogen lösen in den Tumorzellen einen Wachstumsreiz aus. Um das zu verhindern und das Rückfallrisiko zu senken, erhalten viele Brustkrebspatientinnen nach einer Operation zur Entfernung des Tumors über mehrere Jahre eine antihormonelle Therapie. Experten stufen die Begleiterscheinungen der Therapie zwar als weniger...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"CML: Jeder Zweite verbleibt in therapiefreier Remission"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.