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Medizin

18. September 2018 Aufklärung über Kopf-Hals-Tumoren: Aktionswoche „Make Sense“ der EHNS will Prävention stärken

Die Europäische Kopf-Hals-Gesellschaft (European Head and Neck Society, EHNS) initiiert zum sechsten Mal die Aktionswoche „Make Sense“ zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs. Ziel der europaweiten Aktivitäten vom 17. bis 21. September ist es, die Risikofaktoren, Präventionsmöglichkeiten und Symptome der Krebserkrankung bekannt zu machen. „Viele Menschen können mit dem Begriff Kopf-Hals-Krebs nichts anfangen“, so Prof. Dr. Andreas Dietz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig. „Dieses mangelnde Bewusstsein in der Bevölkerung führt dazu, dass die Erkrankung oft erst viel zu spät erkannt wird.“
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Kopf-Hals-Krebs ist derzeit die siebthäufigste Krebsart weltweit, jährlich treten mehr als 150.000 neue Fälle auf (1). Verantwortlich sind vor allem übermäßiger Tabak- und Alkoholkonsum. Allerdings zählt inzwischen auch eine Infektion mit Humanen Papillomaviren (HPV) zu den Risikofaktoren. Damit gelten auch junge Menschen, die kaum Tabak oder Alkohol konsumiert haben, zu den Risikogruppen. Der Einfluss dieser Faktoren unterscheidet sich je nach Lokalisation: während HPV vor allem für die Entstehung von Tumoren des Zungengrundes, des oberen Rachenabschnitts (Oropharynx) und der Rachenmandeln verantwortlich gemacht werden, ist für die meisten übrigen Lokalisationen insbesondere die Kombination von Tabak- und Alkoholkonsum von Bedeutung (2). Eine frühe Diagnose ist entscheidend, da sie direkt mit den Überlebenschancen der Patienten korreliert.

Anzeichen rechtzeitig erkennen

„Die Symptome lassen sich nur schwer von denen anderer, harmloserer Erkrankungen differenzieren. Die Diagnose durch den Facharzt erfolgt daher für den Großteil der Patienten immer noch zu einem zu späten Zeitpunkt“, so Dietz. Die häufigsten Symptome der Erkrankung sind unter anderem dauerhafte Lymphknotenschwellungen am Hals, Schluckbeschwerden mit unklarer Ursache, lang anhaltende Heiserkeit sowie Halsschmerzen (2). Je früher der Tumor entdeckt wird, desto weniger Umgebungsgewebe kann durch eine Operation oder Bestrahlung zerstört werden. „Die Langzeitfunktionsergebnisse sind am besten, wenn der Tumor klein ist“, so Dietz, „die Prognose ist eng geknüpft an die Größe des Tumors bei Diagnose.“

Patiententage mit Vorträgen und Informationsständen

Während der Aktionswoche sind Interessierte, Patienten und Angehörige eingeladen, sich bundesweit in Kliniken und Kopf-Hals-Zentren über die Erkrankung, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Experten verschiedener Fachdisziplinen bieten Untersuchungen zur Früherkennung und Vorträge an. Eine Liste mit den teilnehmenden Kliniken und weitere Informationen zur Aktionswoche sind über die Internetseite www.kopf-hals-krebs.de abrufbar. In Deutschland wird die „Make Sense“-Kampagne von den Unternehmen AstraZeneca, Bristol-Myers Squibb, Merck, MSD Sharp & Dohme und Norgine unterstützt.

Quelle: European Head and Neck Society (EHNS)

Literatur:

(1) European Cancer Patient Coalition. Head and Neck Cancer. http://www.ecpc.org/activities/policy-and-advocacy/policy-initiatives/head-neck-cancer-make-sense-campaign (zuletzt aufgerufen am 07.09.2018)
(2) Gillison ML, Alemany L, Snijders PJF et al. Human papillomavirus and diseases of the upper airway: Head and neck cancer and respiratory papillomatosis. Vaccine 2012;30(SUPPL.5):F34-F54.


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