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Medizin

30. August 2020 AML bei Kindern mit MLL-Rearrangements: alloSCT vs. alleinige Chemotherapie

Die akute myeloische Leukämie (AML) macht 15%-20% der Leukämie im Kindesalter aus. Trotz erheblicher Fortschritte in der Behandlung der pädiatrischen AML sterben etwa 40% der Patienten an einem Krankheitsrezidiv oder an behandlungsbedingten Toxizitäten. Zytogenetische Aberrationen und Ansprechen auf die Behandlung sind wichtige prognostische Faktoren bei der AML. Mixed lineage leukemkia (MLL)-Gen-Rearrangements bei AML-Patienten führen zu einzigartigen klinischen und molekulargenetischen Merkmalen und weisen auf eine schlechtere Prognose hin. Im King Faisal Specialist Hospital and Research Centre (KFSH&RC), Riad, wurden die Inzidenz und das Behandlungsergebnis bei pädiatrischen AML-Patienten mit MLL-Rearrangement untersucht.
Es wurden retrospektiv die klinischen Daten von pädiatrischen Patienten (Alter bei der Präsentation ≤ 14 Jahre) überprüft, die von Januar 2005 bis Dezember 2016 am KFSH&RC diagnostiziert und behandelt wurden. Insgesamt wurden 201 de novo AML-Patienten-Profile überprüft, MLL-rearrangierte AML-Patienten wurden auf der Grundlage der zytogenetischen Ergebnisse identifiziert. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 104±37,4 Monate (95% KI: 30,5-177,6).

Insgesamt 21 von 201 (10,4%) AML-Patienten, bei denen ein MLL-Gen-Rearrangement festgestellt wurde, waren weiblich, mit einem medianen Diagnosealter von 3,83 Jahren (0,54-13,56). 3 Patienten starben innerhalb eines Monats nach der Diagnose. 14 von 18 (77,8%) Patienten erreichten eine vollständige Remission 1 (CR1) nach AML-Induktionschemotherapie mit Cytarabin/Daunorubicin/Etoposid (ADE 10+3+5) und Cytarabin/Daunorubicin/Etoposid (ADE 8+3+5).

3 von 18 (16,6%) benötigten eine Zweitlinien-Chemotherapie, um eine Komplettremission (CR1) zu erreichen. Die 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate (OS) für alle Patienten mit MLL-regulierter AML betrug 42,9±10,8%. Bei insgesamt 10 Patienten, die mit Chemotherapie allein ohne hämatopoetische Stammzelltransplantation (SCT) in CR1 behandelt wurden, starben 5 von 10 Patienten mit progressiver Erkrankung (PD) /frühem Rezidiv innerhalb von durchschnittlich 6 Monaten (1-9 Monate). 8 Patienten unterzogen sich einer SCT in CR1, 4 starben an einem Rezidiv innerhalb von durchschnittlich 13 Monaten (6-18 Monate), 3 von ihnen benötigten vor der HSZT eine Zweitlinien-Chemotherapie.

Alle rezidivierten Patienten erreichten keine CR2 und starben:  Die Inzidenz von MLL-Gen-Rearrangements im genannten Zeitraum betrug 10,4% und war mit schlechten Ergebnissen verbunden. MLL-rearrangierte AML-Patienten unterliegen einem erhöhten Risiko für ein frühes Rezidiv und ein Re-Induktionsversagen. CR1 ist daher nach Erstlinien-Chemotherapie ein unabhängiger prognostischer Faktor.


(Übers. SM)
 

Quelle: EBMT virtual 2020, AlQahtani I et al. Abstract A025


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