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Medizin

19. September 2019
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Vision Zero in der Onkologie

Vision Zero ist ursprünglich ein schwedisches Straßenverkehrskonzept aus den 1970er Jahren, mit dem sich verkehrsbedingte Todesfälle um bis zu 90% reduzieren ließen. „Diese Vision soll sich auch in der Onkologie etablieren“, erläutert Dr. Michael May, Country Medical Director für Bristol-Myers Squibb (BMS) in Deutschland und Vorstandsmitglied der BMS Stiftung Immunonkologie im Gespräch mit JOURNAL ONKOLOGIE. „Das zentrale Anliegen ist es, keinen Todesfall durch Krebs mehr zu akzeptieren.“ Um dieses Ziel zu erreichen, müssen alle erdenklichen Maßnahmen in der Krebsforschung und der Zusammenarbeit aller Akteure ausgeschöpft werden.
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Michael May
Bereits in 20 Jahren soll es keine Todesfälle durch Krebs mehr geben – ist das nicht ein unrealistisches Ziel?

Dr. May: Das Ziel Vision Zero kann bei einigen Tumoren schneller erreicht werden als bei anderen; es hängt natürlich auch immer von der Pathologie des Tumors ab. So wurden in der Krebstherapie des Melanoms signifikante Fortschritte erreicht, wodurch die Aussichten dafür entsprechend besser sind als beispielsweise bei aggressiven Krebsarten wie dem Pankreaskarzinom. Die Krebsforschung ist hier gefordert, um neue, individuell präzise Therapiekonzepte sowie gezielte Maßnahmen zur Früherkennung zu entwickeln und auszubauen.

Lässt sich dieses ambitionierte Ziel von Vision Zero denn überhaupt finanzieren?

Dr. May: Ein Anliegen von Vision Zero ist, dass mehr Mittel in die Forschung fließen, um die Versorgungsforschung voranzutreiben sowie Aktivitäten zur Prävention, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen besser zu unterstützen. Dabei spielt auch die forschende Pharmaindustrie eine wichtige Rolle, die zahlreiche Forschungsideen von akademischen Institutionen fördert. Wenn wir sagen, dass wir keinen einzigen Krebstod mehr akzeptieren, dann ist das nur mit ausreichend finanziellen Mitteln möglich. Vor einigen Monaten ist ein nationaler Masterplan verabschiedet worden, die „Nationale Dekade gegen Krebs“ – initiiert vom Bundesforschungs- sowie dem Bundesgesundheitsministerium. Viele Akteure unterstützen diesen Plan, u.a. auch der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller vfa. Das Konzept hat bereits auf verschiedenen Ebenen einen hohen Stellenwert. In den nächsten Monaten werden konkrete Projekte definiert. Es passiert also gerade viel in diesem Bereich.

Welche Forschungsprojekte unterstützt Ihr Pharmaunternehmen?

Dr. May: Neben der Erforschung und Entwicklung von innovativen Medikamenten unterstützt
Bristol-Myers Squibb zahlreiche Netzwerkaktivitäten und engagiert sich bei der Umsetzung von Forschungsprojekten gemeinsam mit verschiedenen akademischen Institutionen. So haben wir bereits 2012 eines der ersten internationalen Netzwerke auf dem Gebiet der Immunonkologie, das International Immuno-Oncology Network (II-ON), gegründet. Es zielt darauf ab, die Forschung in der Immunonkologie voranzutreiben und neu gewonnene Erkenntnisse im Rahmen der Translationsmedizin möglichst zeitnah in die klinische Praxis zu übertragen. Auf den Erfolgen des II-ON aufbauend haben wir dann in 2016 die Global Expert Centers Initiative (GECI) gegründet. Der Fokus liegt hier auf Europa und insbesondere auch Deutschland. Ziele von GECI sind unter anderem, die Forschung in der Onkologie zu beschleunigen und den Austausch in der Forschergemeinde zu stärken. Dazu arbeitet Bristol-Myers Squibb mit internationalen Spitzenzentren zusammen. Viele der Kooperationen konzentrieren sich auf die frühen Phasen der Medikamentenentwicklung und die Identifizierung von neuen Biomarkern für präzise Therapieansätze.
 
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