Sonntag, 26. Mai 2019
Navigation öffnen

Medizin

07. Juni 2018 Mit Pexidartinib klinische Verbesserung bei Patienten mit tenosynovialem Riesenzelltumor

In der Phase-III-Studie ENLIVEN wurde, basierend auf einer zentralen Bewertung von MRT-Scans nach den RECIST 1.1 Kriterien (Response Evaluation Criteria in Solid Tumors), Version 1.1 (entspricht dem primären Endpunkt), bei Patienten unter oralem Pexidartinib in Woche 25 eine statistisch signifikante Gesamtansprechrate (ORR) von 39%  beobachtet, im Vergleich zu fehlendem Tumoransprechen bei Patienten, die Placebo erhielten (p < 0,0001). Für die Studie rekrutiert wurden Patienten mit tenosynovialen Riesenzelltumoren (TSRZT), bei denen ein operativer Eingriff mit einer potenziellen Funktionsverschlechterung oder schweren Morbidität assoziiert gewesen wäre. Nach einer im Median sechsmonatige Nachbeobachtung (die Längste mit 17 Monaten) trat in der ENLIVEN-Studie bei keinem Responder eine Progression auf. Die Daten wurden im Rahmen einer mündlichen Präsentation des Abstracts am Montag, den 4. Juni (Abstract Nr. 11502) auf der Jahrestagung 2018 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt.
„Die aktuellen Behandlungsoptionen für TSRZT sind vorwiegend auf eine möglichst weitgehende operative Entfernung des Tumors ausgerichtet. Trotz bester Operationstechniken ist die Rezidivrate diffuser TSRZT hoch, und die Erkrankung kann bis zu einem Punkt fortschreiten, wo eine Operation keine Option mehr ist“, erklärte William D. Tap, MD, leitender Prüfarzt der Studie und Leiter der Abteilung für Sarkome der medizinischen Onkologie am Memorial Sloan Kettering Cancer Center New York. „Pexidartinib kann eine relevante Therapieoption für Patienten mit TSRZT bieten, der mit schwerer Morbidität oder Funktionseinschränkungen assoziiert ist und bei denen ein operativer Eingriff nicht empfohlen wird.“

Pexidartinib ist ein oral verabreichtes, derzeit in der klinischen Prüfung befindliches „small molecule“ zur potenten Hemmung des CSF1R (kolonie-stimulierender Faktor 1-Rezeptor), einem primären Wachstumsfaktor für abnorme Synovialzellen, die TSRZT auslösen.

In der ENLIVEN-Studie traten Lebertoxizitäten unter Pexidartinib verglichen mit Placebo häufiger auf (AST/GOT oder ALT/GPT ≥ 3facher oberer Normwert: 33% , Gesamtbilirubin ≥ 2facher oberer Normwert: 5% , n = 61). 8 Patienten setzten Pexidartinib aufgrund hepatischer Nebenwirkungen ab; vier hatten schwere, nichttödliche unerwünschte Ereignisse mit erhöhtem Bilirubin, eines davon hielt ~7 Monate an. In nicht zu TSRZT durchgeführten klinischen Studien mit Pexidartinib wurden 2 schwere Fälle von Lebertoxizität beobachtet (einer erforderte eine Lebertransplantation und einer führte zum Tod).

Andere bei ENLIVEN beobachtete Nebenwirkungen mit >10% , die unter Pexidartinib auftraten, umfassten Veränderungen der Haarfarbe, Juckreiz, Hautausschlag, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Erschöpfung, Geschmacksstörungen, Gesichtsödem, peripheres Ödem, periorbitales Ödem, verminderten Appetit und Bluthochdruck.

Die sekundären Endpunkte zur Wirksamkeit zeigten bei Patienten unter Pexidartinib eine Gesamtansprechrate (Overall Response Rate, ORR) von 56%  beim Tumorvolumen-Score (TVS) im Vergleich zum fehlenden Ansprechen bei Patienten, die Placebo erhielten (p < 0,0001). Bei weiteren sekundären Endpunkte zur Wirksamkeit wurde eine klinisch relevante Verbesserung gegenüber Placebo beobachtet, darunter beim Bewegungsradius (+15% vs. +6%, p = 0,0043), beim PROMIS-Score zur physischen Funktion (+4,1 vs. -0,9, p = 0,0019) und der stärksten Steifigkeit (-2,5 vs. -0,3, p < 0,0001). Es kam auch zu einer nichtsignifikanten Verbesserung im Schmerzansprechen (31% vs. 15%).

„Wir fühlen uns durch die Ergebnisse der ENLIVEN-Studie bestärkt und sehen der Einreichung eines Zulassungsantrags bei der US-amerikanischen FDA und entsprechenden europäischen Zulassungsbehörden zur Prüfung von Pexidartinib zuversichtlich entgegen“, erklärte Gideon Bollag, PhD, CEO von Plexxikon, einem Mitglied der Daiichi Sankyo Gruppe.

Quelle: Daiichi Sankyo


Das könnte Sie auch interessieren

Erstes bundesweites Sommertreffen junger engagierter Krebspatienten

Erstes bundesweites Sommertreffen junger engagierter Krebspatienten
© Frantab / fotolia.com

„Danke für den gemeinsamen Spirit. Möge er uns weiter beflügeln“, so ein Feedback zum ersten Sommertreffen junger Krebspatienten in Deutschland. Frauen und Männer aus der gesamten Bundesrepublik kamen vom 29. Juni bis 1. Juli 2018 das erste Mal in Lauterbach (Hessen) zu einem gemeinsamen Kennenlernen und Austausch zusammen. Die etwa 50 Teilnehmer engagieren sich in den TREFFPUNKTEN der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. Die Stiftung hatte...

Dem hellen Hautkrebs keine Chance

Mit Einführung des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings Mitte 2008 sind die Zahlen der diagnostizierten Fälle sprunghaft angestiegen: Pro Jahr wird hierzulande bei inzwischen rund 18.000 Menschen schwarzer und bei mehr als 140.000 Menschen heller Hautkrebs neu festgestellt. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ist die Erkrankung "Hautkrebs"zwar für mehr als die Hälfte der Befragten ein besorgniserregendes Thema, doch...

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs – und die Häufigkeit der Erkrankung nimmt deutlich zu. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Ein gängiges Verfahren zur Diagnose dieser Erkrankung ist die Ultraschalluntersuchung: Mithilfe der modernen Sonografie lässt sich gutartiges Gewebe sehr exakt von bösartigem unterscheiden. Wenn die Ultraschalldiagnostik mit speziellen Bluttests kombiniert wird,...

Startschuss für den Regensburger Leukämielauf 2017: Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer übernimmt Schirmherrschaft und die Kapelle Josef Menzl beginnt Training

Startschuss für den Regensburger Leukämielauf 2017: Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer übernimmt Schirmherrschaft und die Kapelle Josef Menzl beginnt Training
© ivanko80 / Fotolia.com

Vor der Kulisse des Alten Rathauses wurde gestern (26.06.) Bürgermeisterin Gertrud Maltz- Schwarzfischer das erste Laufshirt des Regensburger Leukämielaufes 2017 von Professor Dr. Reinhard Andreesen, Vorsitzender der Leukämiehilfe Ostbayern e.V., überreicht. Mit der Übergabe des Laufshirts an das Stadtoberhaupt startet traditionell der Countdown zum größten Benefizlauf in Ostbayern, der in diesem Jahr am 15. Oktober stattfindet.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mit Pexidartinib klinische Verbesserung bei Patienten mit tenosynovialem Riesenzelltumor"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.