Donnerstag, 9. Juli 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

07. Juni 2018 Mit Pexidartinib klinische Verbesserung bei Patienten mit tenosynovialem Riesenzelltumor

In der Phase-III-Studie ENLIVEN wurde, basierend auf einer zentralen Bewertung von MRT-Scans nach den RECIST 1.1 Kriterien (Response Evaluation Criteria in Solid Tumors), Version 1.1 (entspricht dem primären Endpunkt), bei Patienten unter oralem Pexidartinib in Woche 25 eine statistisch signifikante Gesamtansprechrate (ORR) von 39%  beobachtet, im Vergleich zu fehlendem Tumoransprechen bei Patienten, die Placebo erhielten (p < 0,0001). Für die Studie rekrutiert wurden Patienten mit tenosynovialen Riesenzelltumoren (TSRZT), bei denen ein operativer Eingriff mit einer potenziellen Funktionsverschlechterung oder schweren Morbidität assoziiert gewesen wäre. Nach einer im Median sechsmonatige Nachbeobachtung (die Längste mit 17 Monaten) trat in der ENLIVEN-Studie bei keinem Responder eine Progression auf. Die Daten wurden im Rahmen einer mündlichen Präsentation des Abstracts am Montag, den 4. Juni (Abstract Nr. 11502) auf der Jahrestagung 2018 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt.
Anzeige:
„Die aktuellen Behandlungsoptionen für TSRZT sind vorwiegend auf eine möglichst weitgehende operative Entfernung des Tumors ausgerichtet. Trotz bester Operationstechniken ist die Rezidivrate diffuser TSRZT hoch, und die Erkrankung kann bis zu einem Punkt fortschreiten, wo eine Operation keine Option mehr ist“, erklärte William D. Tap, MD, leitender Prüfarzt der Studie und Leiter der Abteilung für Sarkome der medizinischen Onkologie am Memorial Sloan Kettering Cancer Center New York. „Pexidartinib kann eine relevante Therapieoption für Patienten mit TSRZT bieten, der mit schwerer Morbidität oder Funktionseinschränkungen assoziiert ist und bei denen ein operativer Eingriff nicht empfohlen wird.“

Pexidartinib ist ein oral verabreichtes, derzeit in der klinischen Prüfung befindliches „small molecule“ zur potenten Hemmung des CSF1R (kolonie-stimulierender Faktor 1-Rezeptor), einem primären Wachstumsfaktor für abnorme Synovialzellen, die TSRZT auslösen.

In der ENLIVEN-Studie traten Lebertoxizitäten unter Pexidartinib verglichen mit Placebo häufiger auf (AST/GOT oder ALT/GPT ≥ 3facher oberer Normwert: 33% , Gesamtbilirubin ≥ 2facher oberer Normwert: 5% , n = 61). 8 Patienten setzten Pexidartinib aufgrund hepatischer Nebenwirkungen ab; vier hatten schwere, nichttödliche unerwünschte Ereignisse mit erhöhtem Bilirubin, eines davon hielt ~7 Monate an. In nicht zu TSRZT durchgeführten klinischen Studien mit Pexidartinib wurden 2 schwere Fälle von Lebertoxizität beobachtet (einer erforderte eine Lebertransplantation und einer führte zum Tod).

Andere bei ENLIVEN beobachtete Nebenwirkungen mit >10% , die unter Pexidartinib auftraten, umfassten Veränderungen der Haarfarbe, Juckreiz, Hautausschlag, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Erschöpfung, Geschmacksstörungen, Gesichtsödem, peripheres Ödem, periorbitales Ödem, verminderten Appetit und Bluthochdruck.

Die sekundären Endpunkte zur Wirksamkeit zeigten bei Patienten unter Pexidartinib eine Gesamtansprechrate (Overall Response Rate, ORR) von 56%  beim Tumorvolumen-Score (TVS) im Vergleich zum fehlenden Ansprechen bei Patienten, die Placebo erhielten (p < 0,0001). Bei weiteren sekundären Endpunkte zur Wirksamkeit wurde eine klinisch relevante Verbesserung gegenüber Placebo beobachtet, darunter beim Bewegungsradius (+15% vs. +6%, p = 0,0043), beim PROMIS-Score zur physischen Funktion (+4,1 vs. -0,9, p = 0,0019) und der stärksten Steifigkeit (-2,5 vs. -0,3, p < 0,0001). Es kam auch zu einer nichtsignifikanten Verbesserung im Schmerzansprechen (31% vs. 15%).

„Wir fühlen uns durch die Ergebnisse der ENLIVEN-Studie bestärkt und sehen der Einreichung eines Zulassungsantrags bei der US-amerikanischen FDA und entsprechenden europäischen Zulassungsbehörden zur Prüfung von Pexidartinib zuversichtlich entgegen“, erklärte Gideon Bollag, PhD, CEO von Plexxikon, einem Mitglied der Daiichi Sankyo Gruppe.

Quelle: Daiichi Sankyo


Anzeige:
Fachinformation

Das könnte Sie auch interessieren

Neue Perspektiven für Frauen mit Eierstockkrebs

In der medikamentösen Behandlung von Frauen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs wurde erstmals nach fast 15 Jahren ein Fortschritt erzielt: Das neue Medikament, ein sogenannter Angiogenesehemmer, greift den Tumor gezielt an und verzögert damit das Fortschreiten der Krebserkrankung. Für die betroffenen Frauen ist dies ein großer Vorteil: Die Therapie ermöglicht ihnen mehr Zeit, die sie – trotz der schweren Erkrankung – weitestgehend beschwerdefrei...

Weltkrebstag: Deutsche Krebshilfe informiert und ruft zum Handeln auf

Weltkrebstag: Deutsche Krebshilfe informiert und ruft zum Handeln auf
© julief514 / Fotolia.com

Am 4. Februar ist Weltkrebstag. Das diesjährige Motto der Weltgesundheitsorganisation lautet: „Wir können. Ich kann.“ Es steht dafür, dass Menschen durch einen gesunden Lebensstil dazu beitragen können, vielen Krebsarten vorzubeugen. „Gesundheit ist ein hohes Gut und es macht Spaß etwas dafür zu tun“, betont Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Die Organisation bietet Interessierten kostenlose Infomaterialien...

Heller Hautkrebs: Signalweg entschlüsselt

Beim Hautkrebs gibt es verschiedene Krankheitsformen: Mit Abstand am häufigsten ist dabei das so genannte Basalzellkarzinom, eine Form von hellem Hautkrebs, bei der sich der Tumor von seinem Entstehungsort in der Haut langsam aber stetig ausbreitet. Zwar bildet das Basalzellkarzinom im Allgemeinen keine Tochtergeschwülste (Metastasen), der Tumor sollte jedoch so früh wie möglich behandelt werden, da er ansonsten das umgebende Gewebe zerstören und sogar Muskeln...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mit Pexidartinib klinische Verbesserung bei Patienten mit tenosynovialem Riesenzelltumor"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden