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Medizin

02. August 2018 Neues Bündnis in der Hautkrebsforschung

Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie und Hautklinik der Unimedizin Rostock untersuchen innovative Therapien gegen Hautkrebs - mit einer Förderung des Landes-Exzellenzforschungsprogramms

Hautkrebs ist mit Abstand die häufigste Tumorart. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen wird in Studien mit über 200.000 Fällen in Deutschland angegeben. Bei einem Zehntel der Betroffenen wird ein malignes Melanom festgestellt, schwarzer Hautkrebs, der schnell Metastasen im Körper bildet und binnen weniger Monate zum Tod führen kann. Um die Behandlung zu verbessern, erforscht ein Bündnis unter Federführung der Hautklinik der Universitätsmedizin Rostock neue innovative Therapieformen. Hierbei sollen kalte Plasmen, die im Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) in Greifswald erforscht werden, sowie sogenannte kleine Moleküle – Substanzen, die gezielt in den Stoffwechsel von Tumorzellen eingreifen und diese am Wachstum hindern – eingesetzt werden. Weitere Partner sind die Universitäten in Rostock und Greifswald, die Universitätsmedizin Greifswald sowie das Alfred Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald. Das Projekt startet offiziell im Oktober.
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Fachinformation
Das über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren angelegte Vorhaben ONKOTHER-H wird im Rahmen des zweiten Exzellenzforschungsprogramms des Landes mit insgesamt zwei Millionen Euro gefördert. Die Mittel stammen aus den Europäischen Sozialfonds und dienen dazu, die Spitzenforschung in der Region auszubauen. Mit den Fördergeldern wird insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs unterstützt. „Das Ziel besteht darin, eine interdisziplinäre Entwicklungsplattform für neue Krebstherapien einzurichten“, sagt Prof. Dr. Steffen Emmert, Direktor der Rostocker Hautklinik. Im Bereich der Dermatologie fördere kaltes Atmopshärendruckplasma vor allem die Wundheilung und beschleunige regenerative Prozesse. „Dabei wird das gesunde Gewebe weitgehend verschont“, so Emmert.

In Greifswald wurden bereits vielverspechende Ergebnisse bei der Inaktivierung von Tumorzellen durch Plasma erzielt. „Jetzt geht es darum, dieses Verfahren zu optimieren und ein weiteres Anwendungsfeld zu erschließen“, sagt Dr. Sander Bekeschus, Leiter der Forschergruppe „Plasma-Redox-Effekte“ am Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) plasmatis, einer Einrichtung des INP. Die Kooperation mit der Universität Rostock biete die Möglichkeit, eine möglicherweise wirksame Alternative im Kampf gegen Krebs zu testen, die etablierte Behandlungsmethoden wie die Chemotherapie ergänzt. „Das maligne, metastasierende Melanom stellt eine der aggressivsten Krebserkrankungen dar. Wenn uns hier ein durchgreifender Behandlungserfolg gelingt, könnte unser Verfahren auch gegen andere bösartige Tumorarten wirksam sein“, betont der Immunologe Bekeschus.
 
Der INP-Wissenschaftler Sander Bekeschus zeigt eine Aufnahme von Co-Kulturen aus Tumorzellen und Immunzellen, die im Bild als grüne beziehungsweise rote Punkte dargestellt sind. © INP/Henning Kraudzun
Der INP-Wissenschaftler Sander Bekeschus zeigt eine Aufnahme von Co-Kulturen aus Tumorzellen und Immunzellen

Quelle: Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP)


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