Donnerstag, 14. November 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

23. September 2019 NSCLC: Chemotherapie + Pembrolizumab verlängert OS

Kürzlich wurden die Ergebnisse einer gepoolten Analyse von einer Patienten-Subgruppe aus 3 randomisierten Studien zur Erstlinientherapie mit dem PD-1-Inhibitor Pembrolizumab (KEYTRUDA®) in Kombination mit einer Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) präsentiert, deren Tumoren PD-L1 nicht exprimieren (TPS < 1%). Die Ergebnisse zeigten Verbesserungen beim Gesamtüberleben (OS), beim progressionsfreien Überleben (PFS) und bei der objektiven Ansprechrate (ORR).
Anzeige:
Fachinformation
Eingeschlossen waren Patienten sowohl mit plattenepithelialem als auch nicht-plattenepitelialem NSCLC, Patienten mit NSCLC ohne Plattenepithel-Histologie mit EGFR- oder ALK-positiven Tumormutationen waren hingegen ausgeschlossen. Die Ergebnisse der Subgruppenanalyse waren konsistent mit denen, die in den Gesamt-Studienpopulationen der 3 Studien – KEYNOTE-189, KEYNOTE-407 und KEYNOTE-021 (Kohorte G) – beobachtet wurden. Die Daten wurden im Rahmen eines Vortrags auf der World Conference on Lung Cancer (WCLC) 2019 vorgestellt, die von der International Association for the Study of Lung Cancer (IASLC) in Barcelona veranstaltet wurde (Abstract #MA25.01).
 
„In dieser gepoolten Analyse dreier randomisierter KEYNOTE-Studien bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom verbesserte Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie das Gesamtüberleben im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie bei neu diagnostizierten Patienten, deren Tumoren PD-L1 nicht exprimieren“, sagte Dr. Jonathan Cheng, MSD.
Die Ergebnisse der gepoolten Subgruppenanalyse von 428 Patienten zeigten, dass Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie das Sterberisiko um 44% senkte (HR=0,56; 95%-KI: 0,43-0,73). Die Kombinationen von Pembrolizumab und Chemotherapie reduzierten auch das Progressions- oder Sterberisiko um 33% (HR=0,67; 95%-KI: 0,54-0,84) im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie. Die ORR betrug 46,9% für Patienten, die mit Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie behandelt wurden, gegenüber 28,6% für jene, die mit einer Chemotherapie allein behandelt wurden. Das Sicherheitsprofil von Pembrolizumab entsprach den Ergebnissen in zuvor berichteten Studien bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC.
 
Weitere Daten aus der gepoolten Subgruppenanalyse der KEYNOTE-189, KEYNOTE-407 und KEYNOTE-021 (Kohorte G)

Die auf dem WCLC vorgestellten Daten stammen aus einer gepoolten Subgruppe mit 428 nicht vorbehandelten Patienten ohne Tumor-PD-L1-Expression (TPS < 1%) aus den Studien KEYNOTE-189 (nicht-plattenepitheliales NSCLC; n=190), KEYNOTE-407 (plattenepitheliales NSCLC; n=194) und KEYNOTE-021 (nicht-plattenepitheliales NSCLC; n=44 (Kohorte G)). Patienten erhielten randomisiert entweder 200 mg Pembrolizumab alle 3 Wochen plus Chemotherapie (n=243) oder eine Chemotherapie allein (n=185). Patienten mit NSCLC ohne Plattenepithel-Histologie erhielten Pemetrexed und Platin-Chemotherapie; Patienten mit NSCLC mit Plattenepithel-Histologie erhielten Carboplatin und entweder Paclitaxel oder nab-Paclitaxel. Patienten mit NSCLC ohne Plattenepithel-Histologie mit EGFR- oder ALK-positiven Tumormutationen waren ausgeschlossen. Die wichtigsten Wirksamkeits-Endpunkte waren dabei OS, PFS und ORR.
 
Bei einem medianen Follow-up von 10,2 Monaten reduzierte Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie das Sterberisiko um 44% (HR=0,56; 95%-KI: 0,43-0,73). Die geschätzten OS-Raten nach 12 Monaten betrugen 66% unter der Kombination von Pembrolizumab mit einer Chemotherapie im Vergleich zu 47% unter alleiniger Chemotherapie; die OS-Raten nach 18 Monaten lagen bei 52% bzw. 29%. Das mediane OS betrug 19,0 Monate (95%-KI: 15,2-24,0) unter Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie im Vergleich zu 11,0 Monaten (95%-KI: 9,2-13,5) unter alleiniger Chemotherapie.
 
Die Kombinationen von Pembrolizumab und einer Chemotherapie reduzierten auch das Progressions- oder Sterberisiko um 33% (HR=0,67; 95%-KI: 0,54-0,84) im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie. Die geschätzten PFS-Raten nach 12 Monaten betrugen 29% unter der Kombination von Pembrolizumab mit einer Chemotherapie im Vergleich zu 17% unter alleiniger Chemotherapie; die PFS-Raten nach 18 Monaten lagen bei
22% bzw. 9%. Das mediane PFS betrug 6,5 Monate (95%-KI: 6,2-8,5) unter Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie im Vergleich zu 5,4 Monaten (95%-KI: 4,7-6,2) unter alleiniger Chemotherapie.
 
Die ORR betrug 46,9% (n=114) für Patienten, die Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie erhielten, und 28,6% (n=53) für jene, die eine alleinige Chemotherapie erhielten. Die mediane Ansprechdauer (DOR) lag bei 7,9 Monaten (Spannweite: 1,1+ bis 28,4+) unter Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie und bei 6,7 Monaten (Spannweite: 4,7+ bis 30,1+) unter alleiniger Chemotherapie. Von den Patienten, die Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie erhielten, erreichten 42,4% ein Ansprechen, das 12 Monate oder länger andauerte, verglichen mit 35,3% der Patienten, die eine Chemotherapie allein erhielten.
 
Bei 68% (n=165) der Patienten, die Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie erhielten, wurde ein unerwünschtes Ereignis (AE) der Schweregrade 3-5 verzeichnet. Bei Patienten, die eine alleinige Chemotherapie erhielten, waren es 72% (n=131). AEs der Schweregrade 3-5, die zum Tode führten, traten bei 9% (n=23) der Patienten auf, die Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie erhielten, und bei 6% (n=11) von jenen, die eine alleinige Chemotherapie erhielten. Immunvermittelte AEs der Schweregrade 3-5 und Infusionsreaktionen traten bei 11% (n=27) der Patienten auf, die Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie erhielten, im Vergleich zu 3% (n=5) von jenen, die eine alleinige Chemotherapie erhielten. Todesfälle infolge von immunvermittelten AEs und Infusionsreaktionen wurden bei 1% (n=2) der Patienten verzeichnet, die Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie erhielten. Im Vergleich dazu starb keiner der Patienten, die eine alleinige Chemotherapie erhielten.
 
Die Studien KEYNOTE-021 (Kohorte G) und KEYNOTE-189 wurden in Zusammenarbeit mit Eli Lilly, dem Hersteller von Pemetrexed (ALIMTA®), durchgeführt.

Quelle: MSD

Literatur:

Robert Koch-Institut. Krebs in Deutschland für 2013/2014. 11. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2017. doi:10.17886/rkipubl-2017-007.


Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.
FARKOR: Werbe-Anzeige Frau / © Felix Burda Stiftung

Auf Initiative der Felix Burda Stiftung haben sich die bayerischen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) zum Modellprojekt „Sprich drüber!“ zusammengeschlossen. Ziel des Projekts ist es, ein vorhandenes familiäres Darmkrebsrisiko bei Versicherten im Alter von 25 bis 49 Jahren möglichst so früh zu identifizieren, dass diese vor einer Darmkrebserkrankung bewahrt werden können. Jede Bayerin und jeder Bayer in dieser...

Vor der Darmspiegelung ist „Abführen an zwei Tagen“ am effektivsten

Vor der Darmspiegelung ist „Abführen an zwei Tagen“ am effektivsten
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Je sauberer der Darm, umso aussagekräftiger ist das Ergebnis einer Darmspiegelung zur Krebsvorsorge. Darauf weisen Experten im Vorfeld des Kongresses Viszeralmedizin 2016 in Hamburg hin. Um den Darm optimal für die „Koloskopie“ vorzubereiten, sollten Patienten auf zwei Tage verteilt eine Poly-Ethylen-Glykol-Lösung (kurz: PEG) als Abführmittel zu sich nehmen, so die Mediziner. Die Darmspiegelung gilt als eines der effektivsten Verfahren der Krebsvorsorge...

HPV-Impfung schützt vor Krebs

HPV-Impfung schützt vor Krebs
© pixelaway - stock.adobe.com

Krebsprävention ist eine zentrale Strategie im Kampf gegen Krebs. Zur Prävention zählen auch Impfungen, mit denen vielen Krebserkrankungen gezielt vorgebeugt werden kann. Beispiel: Humane Papillomviren (HPV), deren Hochrisiko-Typen für Gebärmutterhalskrebs und andere Krebserkrankungen verantwortlich sind. Doch es gibt eine wirksame und gut verträgliche Impfung, die vor der Infektion mit HPV schützt und der Entwicklung von Krebs vorbeugt. Wer sollte sich...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NSCLC: Chemotherapie + Pembrolizumab verlängert OS "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression