Freitag, 18. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
Fachinformation
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
31. März 2015

Therapieoptionen bei Lungenerkrankungen: Bevacizumab und der anti-PD-L1-Antikörper MPDL3280A beim NSCLC und Pirfenidon bei der idiopathischen Lungenfibrose

"Die Testung auf EGFR steht beim NSCLC am Anfang einer Therapie und ermöglicht den ca. 15% EGFR-positiven Patienten die Behandlung mit einem TKI. Der Großteil der Patienten jedoch braucht eine platinhaltige Doublette plus Gemcitabin, Docetaxel, Paclitaxel oder Pemetrexed", so Prof. Wolfgang Schütte, Halle. Die Hinzunahme von Bevacizumab bei Adenokarzinomen hat sich gerade bei älteren Patienten mit Komorbiditäten etabliert, in der Zweitlinie ist Erlotinib einer Chemotherapie nicht unterlegen. Nun kommt mit den anti-PD-L1-Antikörpern wie MPDL3280A eine neue Generation von Therapeutika auch beim NSCLC dazu.

Die 65-plus-Studie (1) hatte gezeigt, dass Platin auch bei älteren Patienten unverzichtbarer Bestandteil der Therapie ist, sagte Schütte. Wenn zusätzlich zur Chemotherapie Bevacizumab eingesetzt wird, kann ein medianes Gesamtüberleben von 14 Monaten erzielt werden, wie die SAiL-Studie (2) gezeigt hat. Bei Adenokarzinomen hat Bevacizumab plus Carboplatin gegenüber Chemotherapie allein einen Überlebensvorteil von 3,9 Monaten erbracht. 18 Monate konnten beim NSCLC-Adenokarzinom mit einer Bevacizumab-Erhaltung nach Remission oder stabiler Erkrankung unter Chemotherapie plus Bevavizumab erreicht werden. "Eine kontinuierliche Erhaltungstherapie mit Bevacizumab ist mittlerweile üblich, und Nebenwirkungen treten in der Regel nur innerhalb der ersten 4 Zyklen auf. Die antiangiogene Therapie mit Bevacizumab kann also auch bei Älteren mit Vorerkrankungen zum Einsatz kommen."

Die TITAN-Studie (3) konnte darlegen, dass bei Progress unter der Erstlinientherapie für NSCLC-Patienten kein Unterschied im Gesamtüberleben bestand, ob sie Erlotinib oder Chemotherapie mit Docetaxel oder Pertuzumab erhielten. Über die Gründe, warum hier die Erlotinib-Therapie auch bei Tumoren mit ursprünglich EGFR-Wildtyp greift, wird debattiert, eine Veränderung des Tumors unter der Erstlinientherapie gilt als wahrscheinlichste Erklärung. "In der Zweitlinientherapie ist Erlotinib daher eine wertvolle Alternative zur Chemotherapie, und zwar unabhängig vom EGFR-Mutationsstatus", so Schütte.

Bei hoher Mutationslast, wie bei durch UV-Bestrahlung entstandene Melanome und NSCLC bei Rauchern, ist ein besonders gutes Ansprechen auf Checkpoint-Inhibitoren gezeigt worden. Der anti-PD-L1-Antikörper MPDL3280A verhindert das Binden von PD-L1 an PD-1 und das Protein B7.1 (4), woraufhin das Immunsystem die Tumorzellen angreifen kann. "Unter MPDL3280A treten keine schweren Toxizitäten auf, die PD-L1/PD-L2-Achse bleibt intakt, was für das gute Sicherheitsprofil verantwortlich ist", so Schütte. Daraus ergeben sich nun wichtige Kombinationsmöglichkeiten, die in künftigen Studien geprüft werden.

In Phase 1a (n=53) ergab sich mit IHC3 eine ORR von 83%, im Gesamtkollektiv 23% (5). Daten zum progressionsfreien und Gesamt-Überleben werden noch in diesem Jahr erwartet. Auch die IHC-Einteilung muss evaluiert werden, da noch kein Konsens zur Definition einer PD-L1-Positivität vorliegt. Klinische AKtivität besteht bei Plattenepithel- wie Nicht-Plattenepithelkarzinomen und in Assoziation mit dem Raucherstatus und dem Ansprechen. "Die Entwicklung von MPDL3280A ist ein Beispiel dafür, dass dieses immunonkologische Prinzip funktioniert und zukünftig ein wichtiger therapeutischer Ansatzpunkt sein kann", sagte Schütte. "Wir hoffen, dass wir die ersten Ergebnisse der Phase II-Studie POPLAR mit MPDL3280A vs. Docetaxel nach Versagen einer platinhaltigen Therapie (https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01903993) beim fortgeschrittenen bzw. metastasierten NSCLC beim diesjährigen ASCO präsentieren können."

Idiopathische Lungenfibrose

Über 100 seltene Entitäten, so Prof. Andreas Günther, Gießen, werden als interstitielle Lungenerkrankungen zusammengefasst, die aber jährlich für mehr Todesfälle verantwortlich sind als beispielsweise Asthma. Eine dieser Lungenerkrankungen ist die idiopathische Lungenfibrose (IPF), deren Inzidenz weiter ansteigt, wohl bedingt durch Rauchen und Luftverschmutzung, so Günther, und die eine schlechtere Prognose hat als viele Krebserkrankungen. Für den Wirkstoff Pirfenidon wurde die europäische Zulassung nach 3 Studien (2x CAPACITY, ASCEND) (6,7) erteilt, weil eine Verbesserung des PFS und des 6-Minuten-Gehtests gezeigt werden konnte. Eine gepoolte Analyse zeigte, dass die positive Beeinflussung der Vitalkapazität (FEV1) mit einem besseren Gesamtüberleben einhergeht.

"Loeh et al. (8) haben gezeigt, dass das Ansprechen auf Pirfenidon unterschiedlich ist, es gibt Therapieversager, hier geht die Suche nach einem Biomarker weiter, der die Wahrscheinlichkeit des Ansprechens vorhersagen kann, zumal mit Nintedanib ein weiteres Medikament in dieser Indikation verfügbar ist", sagte Günther. Beide Therapieoptionen haben jeweils unterschiedliche Nebenwirkungen, die man ebenfalls berücksichtigen muss, Nintedanib soll wegen des erhöhten Blutungsrisikos nicht bei Antikoagulationstherapie und Kolitis eingesetzt werden, Pirfenidon zeigt eine erhöhte Photosensitivität, die Patienten müssen die Sonne meiden. Keine der bisherigen Studien mit beiden Wirkstoffen war dafür gepowert, eine Verringerung der Mortalität zu zeigen, doch für Pirfenidon gibt es einen positiven Trend, die Progress- und Sterblichkeitswahrscheinlichkeit bei leichter und mittelschwerer IPF zu halbieren." Abgesehen von der exakten Diagnostik in einem Zentrum ist es für die Behandlung sehr wichtig, respiratorische Infekte frühzeitig (auch mit Antibiotika) zu behandeln, um Exazerbationen zu vermeiden, und auch die Möglichkeit einer Lungentransplantation für den Patienten zu evaluieren.

Pipeline

Neben den Therapieoptionen Bevacizumab und Erlotinib beim NSCLC hat Roche sein Pneumologie-Armamentarium um Pirfenidon (Esbriet®) zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose erweitert, so Dr. Stefan Frings, Roche. Bei der IPF wird zudem die bereits als Erivedge® beim Melanom zugelassene Substanz Vismodegib getestet, weil bei IPF der Hedgehog-Signalweg extrem hochreguliert ist, sodass sich hier ein Target für Vismodegib anbietet, so Frings. Evaluiert werden unter anderem außerdem der anti-IL13-Antikörper Lebrikizumab bei schwerem Asthma sowie in Phase III (das in USA bereits nach Progress unter Crizotinib zugelassene) Alectinib beim ALK-positiven NSCLC. Alectinib hat sich auch bei Hirnmetastasen wegen der Fähigkeit zur Überwindung der Blut-Hirn-Schranke wirkungsvoll gezeigt, die Ergebnisse des Direktvergleichs mit Crizotinib werden 2017 erwartet, schloss Frings.

ab

Literaturhinweise:
(1) Schütte W et al. J Clin Oncol 31, 2013 (suppl; abstr 8013)
(2) Crino L et al. Lancet Oncol 2010
(3) Ciuleanu T et al. Lancet Oncol 2012
(4) Manish J. Butte et al. Immunity. 2007 Jul; 27(1): 111-122.
(5) Powderly J et al. Presented at ASCO 2013
(6) Noble PW et al. Lancet. 2011 May 21;377(9779):1760-9
(7) Talmadge E. King et al. N Engl J Med 2014; 371:1172
(8) Loeh B et al. Am J Respir Crit Care Med. 2015 Jan 1;191(1):110-3

Quelle: Roche Pressegespräch "Dem Leben mehr Zeit geben - Wirksame Behandlungsoptionen bei lebensbedrohlichen Lungenerkrankungen", im Rahmen des DGP, Berlin, 19.3.15
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2017